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A

A. P. Nr.

Amtliche Prüfungsnummer. Nur von der deutschen Prüfungsbehörde geprüfte Weine erhalten diese Nummer und dürfen als Qualitätsweine und Prädikatsweine in den Handel gebracht werden.

 

A.C.

Appellation Controlée (französisch). Genau festgelegte Anbau- und Ertragsmenge des französischen Weins in staatlich kontrollierten Gebieten.

 

Abbeeren

Das Entfernen der Stiele (Kämme, Rappen) vor dem Pressen der Trauben. Auch rebeln oder entrappen genannt.

 

Abbocato

Italienische Bezeichnung für halbtrocken.

 

Abfüllung

Nach dem Weingesetz muss der Abfüller auf dem Etikett genannt sein.

 

Abgang

Auch Finale genannt. Nachgeschmack nach dem Hinunterschlucken des Weins. Ein langer Abgang gilt als ein besonderes Gütezeichen.

 

Abstich

Auch Abzug genannt. Der Wein wird durch Umpumpen in ein anderes Fass von den Hefen (beim Weisswein) und von den Schalen befreit (Ende der Gärung). Beim Rotwein wird dieser Vorgang auch ,,von der Maische abziehen" genannt.

 

Adega

Portugiesisch für Weinkellerei.

 

Adstringierend

Junge, im Gerbstoff aggressive Rotweine hinterlassen diesen Geschmackseindruck.

 

Aglianico

Rote Rebsorte, die vornehmlich in den südlichen italienischen Provinzen Campania und Basilicata angebaut wird. Die Vermutung, dass Aglianico ursprünglich aus Griechenland stammt, wird nicht nur durch ihren Namen unterstützt (Aglianico läßt sich auf das italienische Wort Elenico, was "Griechisch" bedeutet, zurückführen), sondern auch mit der Tatsache, dass das südliche Italien in der Antike ein Stützpunkt, ja sogar eine Kolonie Griechenlands war. Es ist kein Zufall, dass Aglianico gerade in dieser von Vulkanen dominierten Region so gut gedeiht. Die verschiedenen Bodentypen werden vor allem von vulkanischem Gestein und Granit bestimmt, das Klima ist überwiegend sehr trocken und im Sommer heiß. Nicht unbedingt die günstigsten Voraussetzungen für Landwirtschaft, jedoch bringt Aglianico vor allem auf diesen Hügeln und Hängen Weine von Weltklasse hervor. Die Rebsorte ist frühaustreibend, was in diesem Gebiet, wo Frühlingsfrost unbekannt sein dürfte, kein Problem darstellt. Die relativ kargen, aber an Mineralien reichen Böden haben automatisch eine natürliche Ertragseinschränkung und damit konzentrierte Weine zufolge. Die Weine, die aus Aglianico gekeltert werden, sind tieffarbig, sehr tanninreich und sehr lange lagerfähig. Nach ausreichender Flaschenreife zeigt der Wein sich ähnlich wie ein Barolo, wobei das Bukett sich vielleicht noch am treffendsten als "Teer und Rosen" beschreiben läßt. Diese Exemplare trifft man bis jetzt selten an, da das Interesse an der Rebsorte noch nicht sehr groß ist. Dies hat vor allem mit ihrer Unbekanntheit zu tun. Dass der Markt aber aufmerksam geworden ist, zeigt eine neue Generation Aglianico-Weine, die, reinsortig, oder in Verschnitt, den Weg für Aglianico im Allgemeinen ebnet. Diese Weine sind schon in der Jugend fruchtbetont, weicher als die normalerweise für lange Lagerung bestimmten Weine. Immer öfter erkennt man die Holznote des Barriques, in dem die Weine ausgebaut wurden.

 

Albariño

Weiße Rebsorte, die im Nordwesten Spaniens, in Galizien und unter dem Namen Alvarinho im angrenzenden Vinho-Verde-Gebiet im Norden Portugals angebaut wird. Die Rebsorte ist auf beiden Seiten der Landesgrenze verantwortlich für hochwertige und deshalb nicht gerade günstige Weine. Die aromatischen Weine (das Bukett erinnert häufig an Pfirsich) sind oft alkoholreich und verfügen über eine erfrischende Säure. In Spanien werden diese Weine manchmal unter Angabe ihres Rebsortenamens als Albariño oder unter DO Rias Baixas angeboten. An der portugiesischen Seite der Grenze spielt sie im Monção, dem nördlichsten Teilgebiet der Vinho-Verde-Region, die Hauptrolle.

 

Aligoté

Weisse, ertragreiche und frühreifende Rebsorte, die traditionell im Burgund angebaut wird und als Bourgogne Aligoté auf den Markt kommt. Die hier mit Aligoté angepflanzten Flächen nehmen zugunsten des populären und kommerziell interessanteren Chardonnay jedoch rasch ab. Die Weine, die aus dieser Rebsorte produziert werden, sind oft leicht, weisen eine relativ hohe Säure auf und sind für den baldigen Verzehr gedacht. Die besten Exemplare kommen aus der Appellation Bouzeron, wo die Ertragshöhe statt 60 hl/ha (wie für die Appellation Bourgogne-Aligoté Controllée) auf 54 hl/ha beschränkt ist. Weitere Anbaugebiete der Aligotérebsorte sind unter anderem Russland, wo es die zweithäufigst angebaute weisse Rebsorte ist und auf Grund ihrer hohen Säure oft für Schaumweinherstellung verwendet wird, sowie Bulgarien. Aligoté gemischt mit schwarzem Johannisbeerlikör ergibt das Getränk Kir.

 

Alkohol

Durch die Umwandlung des Zuckers im Most entsteht während der Gärung Alkohol. Der Alkoholgehalt des Weins schwankt, je nach Zuckeranteil, zwischen 8,5 und 15 Volumenprozent.

 

Alsace, Vin d´Alsace

Herkunftsbezeichnung für alle Elsässer Weine mit Appellation Contrôlée

 

Altersbukett  

Auch Firne genannt. Qualitätssteigerung bei hochwertigen Weinen, die einen angenehmen Altersgeschmack entwickeln.

 

Altesse

Synonym für die weisse Rebsorte Roussette, die hauptsächlich in der Savoie, im Osten Frankreichs angebaut wird.

 

Alvarinho        

Portugiesische Bezeichnung für die ebenfalls in Spanien angebaute weisse Rebsorte Albariño. Siehe auch Vinho Verde.

 

Amabile           

Italienische Bezeichnung für lieblich.

 

Amarone        

Bezeichnung für die aus teilgetrockneten oder rosinierten Beeren hergestellten Weine aus dem Nordwesten Italiens, dem Veneto. Die Weine werden auf die gleiche Weise wie die Recioto-Weine produziert, sind jedoch völlig trocken, da während der Gärung der gesamte Zucker in Alkohol umgesetzt wird und der spätere Wein keine Restsüsse aufweist, ein Grund warum diese Weine früher als "misslungene" Reciotoweine missachtet wurden. Die Amaroneweine weisen immer einen relativ hohen Alkoholgehalt auf (mehr als 15% sind keine Ausnahmen) und werden selten früher als fünf Jahre nach der Ernte auf den Markt gebracht.

 

American Viticultural Area (AVA)        

Bezeichnung für amerikanisches Weinbaugebiet, Amerika's Antwort auf das französische System der garantierten Herkunftsbezeichnung Appellation d'Origine Controllée. Die AVA´s sind Weinbaugebiete, deren Grenzen geographisch und klimatologisch festgelegt sind. Die Anforderungen an Weine, die aus einem AVA stammen, sind jedoch erstaunlich lasch. Die Bezeichnung garantiert letzlich, dass 85% der Reben, die für die Weinproduktion verwendet wurden, auch tatsächlich aus dem AVA-Gebiet stammen. Betrifft es einen Wein, der aus einer einzigen Rebsorte (zB. Cabernet Sauvignon) gekeltert wurde, so müssen nur noch 75% der Reben aus dem AVA stammen. Auch bei der Rebsortenwahl gibt es keinerlei gesetzliche Einschränkungen. Die Bezeichnung ist deswegen nicht als Qualitätsgarantie aufzufassen. Die amerikanische Weinbaugeschichte ist jedoch im Vergleich zur europäischen relativ jung, weshalb eine Experimentierungsphase notwendig ist, in der man festzustellen versucht, welche Rebsorten in welchen Gebieten am Besten gedeihen. Beschränkungen würden diesen Prozess möglicherweise hemmen und das Potenzial bestimmter Anbaugebiete nicht ans Licht bringen.

 

Amerikanerreben       

Amerikanische Ursprungsreben, die resistent gegen die Reblaus sind. Sie werden deshalb als Unterlagsreben für die europäischen Edelreben verwendet.

 

Amontillado   

Spanischer Begriff für einen der vier Sherrystile, neben Fino, Manzanilla, und Oloroso, dessen Namen er den Weinbergen, in der Nähe der Städte Montilla und Moriles im südlichen Spanien entnimmt. Es handelt sich eigentlich um einen Fino, der durch Alkoholzugabe auf 16% verstärkt wird. Diese Alkoholsteigerung tötet eine besondere Hefe, Flor genannt, die wie eine Decke auf dem Sherry im Fass liegt und dem Wein bis zu diesem Moment vor Oxidation schützt und ihm zugleich einen bestimmten Geschmack verleiht. Ohne die schützende Wirkung der Flordecke tritt ein gewissses Mass an Oxidation auf, der Wein wird bernsteinfarbig und bekommt einen gehaltvolleren, fast nussigen Geschmack.

 

Ampelographie            

Rebenkunde

 

Amtliche Prüfung        

Seit 1971 für alle QbA und QmP-Weine vorgeschriebene Qualitätsprüfung durch chemische Analyse und Geschmacksprobe. Jeder Wein enthält eine AP-Nummer für das Etikett.

 

Anbaugebiet

In Deutschland gesetzlich festgelegtes Gebiet, in dem Wein angebaut werden darf. Das deutsche Weingesetz teilt die deutschen Weinbauregionen in 13 geographisch bestimmte Anbaugebiete ein. Diese bestimmten Anbaugebiete setzen sich aus verschiedenen kleineren Teilgebieten zusammen, die sogenannten Bereiche. Ein Bereich besteht wiederum aus einer oder mehreren Großlagen. Eine Großlage umfasst eine oder mehrere Einzellagen. Ein Wein darf nur als Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA) in den Verkehr gebracht werden, wenn er ausschließlich in einem einzigen Anbaugebiet von gesetzlich zugelassenen Rebsorten bereitet worden ist. Das Lesegut muss dabei einen Mindestreifegrad, ausgedrückt in Mostgewicht, erreicht haben. Im Gegensatz zu Frankreich, wo die geographische Herkunft (AOC) die Qualitätstufe eines Weines bestimmt, wird die Qualität eines deutschen Weine nach Reife und dem danach ausgerichteten Erntemoment eingestuft. Abgesehen von Land- und Tafelweinen, bilden die Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete die unterste Stufe mit der niedrigsten Reifegradforderung. Anschließend gibt es die höhere Stufe Qualitätsweine mit Prädikat (QmP), die, wiederum nach zunehmendem Reifegrad, in Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese (BA) und Trockenbeerenauslese (TBA) eingeordnet ist. Die 13 bestimmten Anbaugebiete sind: Ahr, Mittelrhein, Mosel-Saar-Ruwer, Nahe, Rheingau, Rheinhessen, Pfalz, Hessische Bergstraße, Franken, Württemberg, Baden, Saale-Unstrut und Sachsen.

 

Anjou   

Weine mit Appellation Contrôlée aus dem Anjou-Gebiet, bekannt sind vor allem die leicht süßen Roséweine

 

Annata

Italienische Bezeichnung für Jahrgang und  für einen jungen, schon im Jahr nach der Lese freigegebenen Wein.

 

Anreichern     

Auch Chaptalisieren genannt. Um einen höheren Alkoholgehalt beim entstehenden Wein zu erzielen, wird vor der Gärung Zucker zum Most hinzugefügt. Prädikatsweine dürfen nicht mit Zucker angereichert werden. In einigen Ländern (wie Italien) ist diese Methode gänzlich verboten. Statt Zucker ist dort nur Traubenmostkonzentrat erlaubt.

 

ansprechend

Bei einfacheren Weinen ein Lob

 

Aoc, Ac

Appellation d'Origine contrôlée. Höchste französische Qualitätsstufe für Wein.

 

Apfelsäure     

Meist unerwünschter, natürlicher Bestandteil des Weins. Bei Rotweinen stets unerwünscht Malolaktische Gärung.

 

Appellation d´Origine

Kontrollierte Ursprungsbezeichnung, die innerhalb eines begrenzten Gebietes die Rebsorten, den Höchstertrag, den Mindestalkoholgehalt und die Höchstzahl der Rebstöcke regelt.

 

Arneis   

Weiße Rebsorte, die vor allem in Piemont, dem Nord-Westen Italiens, angebaut wird und relativ neutrale Weine hervorbringt, denen es manchmal an Säure fehlt. Als Verschnittspartner (bis zu 5%) mit der roten Nebbiolotraube in Roero (sowohl Ortschaft als Name des Rotweins) vom DOC-Gesetz erlaubt, spielte sie kaum mehr eine Rolle, doch zunehmende Nachfrage für piemonteser Weissweine Ende der 80er Jahre führte zu Neuanpflanzungen. Die Arneisweine sollten jung getrunken werden, da nur die wenigsten Exemplare lagerfähig sind. Aroma  Die Duftstoffe, die beim Riechen und beim Schmecken wahrgenommen werden. Aromatische Weine duften stark - Charakteristikum der Rebsorte sowie der Wachstum- und Anbaubedingungen der Reben.

 

Aromastoffe

Geschmacksstoffe des Weins. Im Most cirka 100, nach der Gärung fast 500 verschiedene Aromastoffe im Wein nachweisbar.

 

Assemblage   

Bei dieser Methode wird gleicher Wein aus verschiedenen Fässern unterschiedlicher Weinpartien oder verschiedener Rebsorten zu einem einheitlichen Wein gemischt (zum Beispiel Champagner, Bordeaux) Cuvée.

 

Assyrtiko         

Weiße Rebsorte griechischen Ursprungs, die traditionell auf der zykladischen Insel Santorini angebaut wird. Assyrtiko hat ein hohes Maß an Säure, was in Anbaugebieten mit einem heißen Klima als eine Tugend betrachtet wird, weshalb sie sich in ganz Griechenland zunehmender Popularität erfreut. Aus dem gleichen Grund wird Assyrtiko häufig als Verschnittpartner anderer weisser Rebsorten, denen es an Säure fehlt, eingesetzt. Diese vielseitige Rebsorte wird auch für die Kelterung süßer Weine angewandt.

 

Äthylalkohol  

Auch Äthanol. Alkohol in hochwertiger Form im Wein Methylalkohol.

 

Atmen  

Durch Dekantieren und offenes Stehen lassen, wird ein Wein eine gewisse Zeit der Berührung mit Luft ausgesetzt

 

Aufbessern    

Österreichischer Begriff und beschönigende Bezeichnung für Anreichern. Anreichern ist eine legale und übliche Verfahrensweise bei der Weinbereitung, wobei nur vor oder während der Gärung Zucker (Saccharose) an den Most zugegeben darf, um einen höheren Alkoholgehalt im Endprodukt, dem Wein, zu erreichen. Diese Methode unterliegt strenger gesetzlicher Kontrolle und die erlaubte Menge Zucker wird, je nach Jahrgang und Alkoholgehalt, genau festgelegt. Sowohl in Österreich als auch Deutschland dürfen Weine ab dem Prädikat Kabinett nicht mehr angereichert werden.

 

Aufspriten      

Hinzufügen von Destillaten zum Wein, um den Alkoholgehalt zu erhöhen. (Portwein, Madeira, Sherry, Marsala, Banyuls).

 

Ausbau            

Reifung des Weins in Holzfässern, Edelstahltanks oder anderen Behältnissen.

 

Auslese           

Späte Lese, bei der alle nicht einwandfreien Beeren ausgesondert werden. Diese deutsche Prädikatsstufe wird für meist süße oder edelsüße Weine mit 90 bis 100 Grad Öchsle vergeben, aber auch für ebenso hochgrädige, trockene Weine.

 

Auxerrois        

Weiße Rebsorte, die vornehmlich im Elsaß angebaut wird, deren Namen man jedoch selten auf Weinetiketten antrifft. Die Rebsorte wird vor allem als Verschnittspartner geschätzt, weil sich die von ihr produzierten Weine durch einen niedrigen Säuregehalt auszeichnen und so säurebetonte Weine (oft aus unreifem Lesegut) abrunden. Es ist also durchaus möglich, dass Auxerrois den beliebten Pinot Blanc in schwierigen Jahren abmildert, ohne das diese Leistung auf dem Etikett erwähnt werden muß. Obwohl unterschätzt, kann man aus dieser Rebsorte aufregende Weine produzieren, die sogar lagerfähig sein können. Allerdings benötigt dies eine gute Weinbergslage und einen niedrigen Ertrag pro Rebstock. Diese Aufmerksamkeit bekommt Auxerrois im Elsaß jedoch selten, da es wirtschaftlich interessanter ist, die besten Weinbergslagen mit dem renommierten Riesling, der eine viel höhere Gewinnspanne verspricht, zu bepflanzen. Auxerrois Gris ist ein Synonym für Pinot Gris, während Malbec im Cahors verwirrenderweise auch als Auxerrois bekannt ist.

 

AVA   

Siehe American Viticultural Area.

 

Azienda           

Italienisch für (Wein)Gut. Eine Differenzierung ergibt sich durch folgende Nachsilben:. Azienda Agricola: ein Betrieb, der ausschließlich selbst angebaute Weintrauben für die Weinproduktion verwendet. Der Begriff stimmt mit der deutschen Erzeugerabfüllung überein. Azienda Vinicola: ein Betrieb, oft ein sehr großes Unternehmen, der ausschließlich Weine aus gekauften Weintrauben herstellt. Azienda Vitivinicola: ein Betrieb, der sowohl Weintrauben aus eigenen Weinbergen, als auch zugekaufte Weintrauben zur Weinproduktion verwendet.

 


 

B

Bacchus           

Sohn Jupiters und der Selmele - der römische Gott des Weins. Nach seinem Namen wurde auch eine Rebsorte benannt, die hauptsächlich in Rheinhessen und der Rheinpfalz angebaut wird.

 

Baden   

Deutsches Weinanbaugebiet. Rebsorten hauptsächlich Müller-Thurgau, Spätburgunder, Ruländer, Gutedel, Riesling und Silvaner.

 

Balthasar         

Weinflasche mit 12 Liter Inhalt (entspricht 16 Normalflaschen mit 0,75 Liter).

 

Bandol  

Appellation Contrôlée des Côte du Rhône. Hauptsächlich Rosé- und Rotweine

 

Barbera           

Rote Rebsorte, die unter der Herkunftsbezeichnung Barbera d'Alba und Barbera d'Asti (zwei berühmte Ortschaften im Piemont) am bekanntesten sein dürfte. Sie ist aber in zahllosen anderen Rotweinen ein fester, oft anonymer Bestandteil, weil sie einfach Italiens am häufigsten angebaute rote Rebsorte ist. Ihre Allgegenwärtigkeit läßt sich überraschenderweise nicht leicht erklären: sie ist unbequem spätreifend und die von ihr gekelterten Weine zeichnen sich durch ein hohes Maß an Säure aus. Diese Eigenschaften machen Barbera für den Anbau in warmen Anbaugebieten, wie im Süden Italiens, sehr geeignet. Im Norden steht ihre Beliebtheit in Zusammenhang mit der dort heimischen Nebbiolo. Nebbiolo, die Rebsorte der Baroloweine, ergibt ebenfalls Weine mit viel Säure und zudem einem viel höheren Maß an Tanninen, was eine lange Reifezeit auf Flaschen fordert. Barbera erfüllt dabei oft die Rolle des Pausenclowns: sie ist der einfache Wein, den man trinkt während die Baroloweine reifen. Dieser Ruf hält manchen Produzenten nicht davon ab, Barbera mehr Aufmerksamkeit, sowohl im Weinberg als auch im Keller, zu widmen. Die Ergebnisse, oft tieffarbig und fruchtbetont, können sich sehen lassen. Sogar Barriqueausbau wird praktiziert und manche Exemplare können eine längere Periode der Flaschenlagerung nicht nur überstehen, sondern verbessern sich sogar.

 

Bardolino        

Entstammt aus Trauben, die am Ostufer des Gardasees wachsen und einen leichten und hellen Rotwein abgeben.

 

Barolo   

einer der höchstangesehenen italienischen Rotweine. Trocken, vollmundig und sehr alkoholreich. Bis zu 15 Jahren lagerfähig

 

Barrique          

Französicher Begriff für ein Holzfass, ursprünglich aus dem Bordeauxgebiet, mit einem Fassungsvermögen von 225 l, was 300 Flaschen entspricht. Findet jetzt weltweit bei der Bereitung von Spitzenweinen oder Weinen die als solche anerkannt und dementsprechende Preise erzielen sollen, Einsatz. Im Allgemeinen wird der Ausbau in Barrique nur für qualitativ hochwertige Weine angewandt, die für längere Lagerung vorbestimmt sind. Diese Weine müssen über viel Frucht, Tannine und Säure verfügen, um eine lange Reifezeit auf Flaschen nicht nur zu überleben, sondern zugleich an Qualität zu gewinnen. Tannine und Säure sind dabei als Konservierungsmittel aufzufassen, zugleich sind sie geruchs- und geschmacksbildende Komponenten, die durch chemische Prozesse unter Ausschluß von Sauerstoff in der Flasche entstehen. Beim Ausbau im Fass gibt neues Holz ein Teil seiner Holztannine an den Wein ab, rundet Ecken und Kanten und fügt dem Wein Geschmack und Aromen (Holznoten, Aromen von Rauch, und vor allem Vanille) zu. Diese Wirkung nimmt mit dem Alter des Fasses ab. Das Holz- und Vanillearoma, sowohl in Rot- als auch in Weißweinen, wird heutzutage hochgeschätzt und als Qualitätsmerkmal angesehen. Da die Barriques teuer und nur hochwertiges Lesegut Barriqueausbau rechtfertigt, macht sich das im Preis desspäteren Weins bemerkbar. Es gibt jedoch Billigalternativen, z.B. die Zugabe von Vanille- und Holzessenzen, oder der Einsatz von sogenannten Oak Chips (Holzspäne), die während der Gärung zugesetzt werden und dem Wein das Aroma des Holzes verleihen. Geschmacklich sind diese Weine häufig ihren kostspieligeren Vorbildern unterlegen, da die Vanille- oder Holznote den Wein völlig dominiert. Oft verbessern sich diese Weine durch Flaschenlagerung nicht und sind nur für baldigen Verzehr geeignet. Unter Umständen ist das Zusetzen von Holzspäne in Europa erlaubt (z.B. in Cognac), die Zugabe von Essenzen jedoch nicht.

 

Beaujolais       

Weinbaugebiet zwischen Burgund und Rhône im Osten Frankreichs und zugleich der Name eines der bekanntesten Weine der Welt. Die roten Beaujolaisweine werden ausschließlich aus der Gamaytraube gekeltert, während eine viel kleinere Menge Weißwein aus Chardonnay und Aligoté als Beaujolais Blanc auf den Markt kommt. Obwohl schon der Name Chardonnay umsatzsteigernd wirkt, erlaubt das Weingesetz dem Winzer aber nur 10% seiner Weinberge mit weißen Rebsorten anzubauen. Beaujolais ist der Prototyp des fruchtbetonten, unkomplizierten Rotweins. Vor allem der Verkauf als Beaujolais-Nouveau bezieht sich ausschließlich auf diese Merkmale, und läßt vergessen, daß Gamay durchaus vielseitiger ist. Bei Ertagsbeschränkung und richtiger Weinbergslage sind die Weine sogar lagerfähig, und manch ein reiferes Exemplar ähnelt einem Pinot Noir aus dem Burgund. Jedoch ist der Verkauf von Beaujolais-Nouveau so lukrativ, dass heutzutage mehr als die Hälfte der ganzen Produktion dieser Region als Beaujolais-Nouveau auf den Markt kommt. Siehe auch Gamay.

 

Beaujolais Primeur     

junger, frischer Rotwein, der kurz nach der Gärung abgefüllt und wenige Monate später getrunken wird. Erstverkaufstag ist jedes Jahr der dritte Donnerstag im November. Empfohlene Trinktemperatur: 10-12 Grad

 

Beaujolais Villages      

im allgemeinen bessere Beaujolais-Weine, die aus bestimmten Beaujolais Gemeinden stammen

 

Beaujolais-Nouveau  

Bezeichnung eines Rotweins aus dem gleichnamigen Gebiet südlich des Burgunds Der Wein, der aus der Gamaytraube gekeltert wird, zeichnet sich durch Frucht, lebendige Säure und tiefe Farbe aus. Als Beaujolais Nouveau wird er jährlich am 11. November für den Verkauf freigegeben. Dabei kommen die Weine ungefähr acht Wochen nach der Ernte ins Glas, wo sie sich sehr fruchtbetont, tieffarbig und weich präsentieren. Die Weltbekanntheit des Weinstils Beaujolais-Nouveau hat als wesentlichen Nachteil, dass die Rebsorte Gamay nur als Produzentin belangloser Weine bekannt ist. Dabei gibt es auch "seriösere" Exemplare: Weine aus Spitzenlagen, die sogenannten Crus, die jeweils nach einer der zehn zugelassenen Ortschaften benannt werden (Brouilly, Côtes de Brouilly, Regnié, Morgon, Fleurie, Chiroubles, Moulin-à-Vent, Chénas, Juliénas, St. Amour), und deren Produktion wesentlich strengeren Verordnungen unterliegen.

 

Beaune

Weinhauptstadt der Côte d'Or (Bourgogne). Côte-de-Beaune und Côte-de-Beaune Villages Beerenauslese QmP-Weine aus einzeln ausgelesenen, sehr reifen oder "edelfaulen" Beeren. Sie zeichnen sich durch intensive Süße und meist tiefe Farbe aus und gewinnen bei längerer Lagerung deutlich an Geschmacksfülle. Sie bilden die vierte Stufe der QmP-Weine.

 

Beerenreife   

Maß für die Reife der Beeren und die damit verbundene Entscheidung, diese zu ernten. Der Gehalt an Zucker im Beerensaft ist dabei das wichtigste (jedoch nicht das einzige) Kriterium bei der Beurteilung der Reife und wird in Mostgewicht ausgedrückt. Da Zucker während der Gärung in Alkohol umgesetzt wird, kann man an Hand des Mostgewichtes den zu erwartenden Alkoholgehalt (potenzieller Alkohol genannt) des späteren Weins messen. Dabei gilt alsRichtlinie: je höher der Zuckergehalt, desto höher der Alkoholgehalt im späteren Wein. Die unterschiedlichen Weingesetzgebungen innerhalb Europas verordnen, abhängig von Rebsorte, klimatologischen Umständen und dem Weinbaugebiet, für fast alle Weine einen bestimmten Alkoholgehalt, der als Qualitätsmaßstab angewandt wird. In kühleren Weinbaugebieten, wie Deutschland, wird zusätzlich das Maß an Säure im Beerensaft als Kriterium herangezogen. Da bei Beerenreife nicht nur der Zucker zunimmt, sondern zugleich der Gehalt an Säure abnimmt, werden vom Weingesetz bestimmte untere Grenzwerte für Säuregehalt vorgeschrieben, mit denen die Reife der Beeren ausgedrückt wird und die den Erntemoment mitbestimmen.

 

Bereich            

Teilgebiet eines Anbaugebietes. Ein Bereich setzt sich wiederum aus mehreren Großlagen zusammen. Eine Großlage umfaßt mehrere Einzellagen. Das deutsche Weingesetz besagt, dass ein Bereich eine Zusammenfassung mehrerer Lagen ist, "aus deren Erträge Weine gleichartiger Geschmacksrichtung hergestellt werden." Diese Aussage ist aber nicht eindeutig zu verstehen. Einerseits kann sie so aufgefaßt werden, dass ein Bereich gebietsspezifische, unverwechselbare Weine hervorbringt. So könnte man denken, dass eine Herkunftsbezeichnung wie Bereich eine bestimmte Weinqualität garantiert. Anderseits könnte man die Aussage so verstehen, dass Weine aus einem bestimmten Bereich immer einer vorgegebenen Geschmacksrichtung, wie trocken, halbtrocken, lieblich, etc., entsprechen, was aber nicht der Fall ist. Da das deutsche Weingesetz Weinqualität an erster Stelle vom Reifegrad des Leseguts und dem danach ausgerichteten Erntemoment abhängig macht, spielt eine geographische Herkunftsbezeichnung als Qualitätskriterium eine untergeordnete Rolle. Die Angabe eines Bereichsnamens auf dem Weinetikett gibt keinen Hinweis über die Güte des Weins. Siehe auch Qualitätsweine mit Prädikat.

 

Bergerac         

Weinbaugebiet mit Appellation Contrôlée-Weinen, das östlich an Bordeaux grenzt

 

Bianco

Italienisch für weiß, und folgerichtig bedeutet Vino Bianco Weißwein. Es gibt zusätzlich eine Reihe von italienischen Weißweine, die unter einer DOC-Bezeichung als "Bianco di-", meistens gefolgt von einem Gebietsnamen, auf den Markt gebracht werden. Der Wein ist oft ein Verschnitt vieler verschiedener lokal angebauter Rebsorten, die nur manchmal auf der Flasche erwähnt werden, da das europäische Gesetz die Angabe von mehr als zwei Rebsorten verbietet. Deswegen ist die Bezeichnung "Bianco" eine Schublade für Weißweine, die nicht näher definiert werden können oder dürfen. In Anbetracht der vielen interessanten Weine, die als solche vermarktet werden, sagt dies jedoch über die Qualität nichts aus.

 

Biologischer Säureabbau (BSA)

Begriff mit dem ein biologischer Vorgang in der Weinbereitung bezeichnet wird. Dabei wird die im Wein vorhandene, bissige Apfelsäure in weichere Milchsäure umgesetzt. Für diesen Prozess wird auch häufig der Begriff malolaktische oder zweite Gärung (Malum=Apfel, Laktis=Milch) angewandt. Beide Begriffe sind strikt genommen nicht korrekt, da die Gärung eine Aktivität der Hefe ist, während der biologische Säureabbau von einer Bakterienart verursacht wird. Dieser Vorgang wurde lange Zeit nicht richtig verstanden, weshalb man ihn nicht bestimmen oder lenken konnte. Er schien nach der Gärung einfach von selbst zu beginnen (oder gar nicht) und weil beim biologischen Säureabbau (BSA) Kohlendioxid produziert wird, ähnelt der Prozess einer "zweiten Gärung". Der BSA mildert die Säure im Wein, zugleich entstehen geschmackliche Komponenten, die den Wein mehr komplexer, also interessanter machen. BSA kann sowohl bei Rot- als auch bei Weißweinen angewandt werden. Vor allem bei Rotweinen aus gemäßigten Klimazonen ist der BSA Standard, während er auch bei manchen Weißweinen angewandt wird. Die geschmackliche Verwandlung wird aber bei bestimmten Weiß- und Rotweinen als unerwünscht geachtet. So wird man selten den BSA bei Rieslingweinen anwenden, obwohl gerade diese Weine häufig sehr säurebetont sind. Die glaktischen Bakterien können nämlich nur in nicht allzu säurereichen Umgebungen ihre Arbeit verrichten, zugleich würde BSA zu sehr die Typizität der Weine verändern. Die Säure mancher Rieslinge versucht man statt dessen mit einer Restsüße abzumildern. Auch bei leichten Rotweinen, wie Beaujolais, wo Frucht und Frische die wichtigsten Eigenschaften sein sollten, wird auf den BSA oft verzichtet.

 

Biowein           

Volkstümlicher Ausdruck für Weine, die mit minimalem Einsatz an chemischen Spritz- und Düngemitteln erzeugt worden sind. Zwar lassen sich im Labor keine signifikanten Unterschiede im Schadstoffgehalt von ordnungsgemäß konventionell erzeugtem Wein und Biowein feststellen, zweifellos wird aber mit den Methoden des ökologischen Weinbaus die Umweltbelastung verringert. Nach mittlerweile jahrzehntelangen Erfahrungen sind heute vielfach gute, charaktervolle Bioweine im Angebot. Sicherheit im Einkauf konsequent ökologisch erzeugter Weine bieten die Verbandssiegel der Öko-Anbauverbände.

 

Biß     

Eine meist positive Bewertung des Säuregehaltes

 

Blanc de Blancs

Nur aus weißen Trauben (Chardonnay) gekelterter Wein, Sekt oder Champagner.

 

Blanc De Noirs  

Champagner aus blauen Trauben (Pinot noir und/oder Pinot Meunier), weiß gekeltert.

 

Blanco  

Spanisch für weiß, Vino Blanco bedeutet demzufolge Weißwein.

 

Blank

Wein, der keine Trübstoffe enthält. Die Blankheit läßt sich vor einer Kerze prüfen.

 

Blass  

Wein mit zu geringem Farbstoffgehalt.

 

Blauer Portugieser     

Leichter Schoppen- oder Tischwein aus einer vermutlich aus Ungarn stammenden Rebe, die seit dem 18. Jahrhundert in Süddeutschland angebaut wird.

 

Blauer Spätburgunder  

Aus der französischen Provinz Burgund stammend liefert diese Traube die edelsten Rotweinsorten Deutschlands. Samtig-feuriger Geschmack.

 

Blauer Zweigelt            

Rote Rebsorte, die das Ergebnis einer Kreuzung aus Blaufränkisch mit St. Laurent ist. Wie bei vielen Kreuzungen wurde auch hier versucht, die Vorteile der beiden Rebsorten zu addieren. In der Tat vereint Blauer Zweigelt einen späten Austrieb mit einer frühen Reife. Dazu erzielt er beachtliche Erträge, die zugleich für die viele ausdruckslose Weine verantwortlich sind, obwohl es auch beachtliche Exemplare, denen sogar Barrique-Ausbau gut bekommt, gibt. Die Rebsorte ist in ihrer Heimat Österreich, wo sie 1922 gezüchtet wurde allgegenwärtig, während sie vereinzelt auch in Deutschland und selbst in England angebaut wird.

 

Blaufränkisch

Rote Rebsorte, die ihre Heimat im österreichischen Burgenland hat, jedoch in ganz Zentral-Europa anzutreffen ist. Die Rebsorte ist nicht sehr anspruchsvoll, sie verlangt nur relativ viel Wärme, da sie frühaustreibend und spätreifend ist. Die Frostgefahr ist ein Grund, warum Blaufränkisch nicht viel nördlicher angebaut werden kann. Die von ihr gekelterten Weine sind tieffarbig und fruchtbetont. Zudem verfügen die Weine über ein relativ hohes Maß an Säure. Dass Blaufränkisch in Österreich als hochwertige Rebsorte betrachtet wird, zeigen neuerdings die in Barrique ausgebauten Exemplare. In Deutschland ist die Rebsorte als Lemberger bekannt. Sie wird vornehmlich in Württemberg angebaut, wo aus ihr, häufig im Verschnitt mit Trollinger, blaßrote, leichte Rotweine gekeltert werden.

 

Blindverkostung          

Weinprobe, bei der die Weine dem Verkoster unbekannt sind, entweder weil das Flaschenetikett verhüllt ist, oder aber die Verkoster nur ein oder mehrere Gläser vor sich haben, da schon die Form der Flasche oft einen Hinweis auf die Herkunft des Weines gibt. Das Ziel einer Blindverkostung ist häufig das Identifizieren des Weins, in Bezug auf die Rebsorte, die Herkunft und das Jahr in dem er produziert wurde. Jedoch gewinnt eine Blindverkostung an Gewicht, wenn es um ein ungetrübtes Beurteilen der Weine geht. Wenn ein Verkoster vorher nichts über den Wein weiß, wird er gezwungen, die Qualität des Weines festzustellen, ohne beeinflußt zu werden von Preisschild, Renomée oder gerade der Unbekanntheit des Weines. Sogar von Verkostern als häßlich befundene Flaschenetiketten können einen starken Einfluß auf das Urteil ausüben.

 

Blume   

Fachbegriff für den Duft des Weines (BUKETT), ein wichtiges Kriterium für die Qualitätsbeurteilung.

 

Böckser           

Geruchs- oder Geschmacksfehler im Wein. Dabei wird unterschieden zwischen bleibenden Weinfehlern (Essigstich, Milchsäurestich) und vorübergehenden Unsauberkeiten (etwa Hefe- oder Schwefelwasserstoftböckser, Muffton), die verschwinden, wenn der Wein Luft bekommt.

 

Bodega            

Spanischer Begriff für Weinkeller. Auf dem Etikett einer Weinflasche bedeutet es gewöhnlich das Gut, wo der Wein gekeltert wurde, was jedoch nicht heißen muß, daß es sich dabei um gutseigene Weintrauben handelt.

 

Bonnes Mares  

Burgunder Grand cru von der Côte-de-Nuits (sehr zu empfehlen!!!) Bester Winzer: Fougeray

 

Bordeaux        

Hafenstadt und Zentrum der Gironde, hat den Weinen der Gironde den Namen gegeben.Bekannteste Anbaugebiete: Bordeaux, Bordeaux Supérieur, Graves, Médoc, Sauternes, Saint-Emilion. Für die Klassifikation der Bordeaux-Weine gibt es genaue Regeln, die von Appellation zu Appellation erheblich voneinander abweichen

 

Botrytis Cinerea

Ein Schimmelpilz, erwünscht für Sauternes, aber auch Beeren- und Trockenbeerenauslesen (Edelfäule).

 

Bourgogne     

Burgund, Erzeugergebiet für kräftige bis feine, samtige Rotweine, und edle Weißweine wie z.B. Meursault und Chassagne Montrachet. Die AC Rotweine sind aus der Pinot Noir Traube gekeltert. Die anderen Bourgogne Rotweine sind Passe-Tout-Grains, bestehend aus Pinot Noir und Gamay. Die Weißweine sind Aligoté (keine AC) und Chardonnay. (siehe auch Beaune und Côte d'Or) Die besten lagen sind die Grand Crus, dann die Première Cru.

 

BÖW

Bundesverband Ökologischer Weinbauern

 

Brandig            

Streng alkoholisch.

 

Brunello          

Name eines hochwertigen Klons der Sangiovese, eine rote Rebsorte die der Hauptbestandteils der Chianti ist. Der Begriff Klon steht für ein Verfahren, bei dem im Weinberg Rebstöcke die herausragende Früchte produzieren, ausgewählt und vermehrt werden. Brunello wurde etwa 1888 in der Gegend von Montalcino, in der Toskana, entdeckt und reinsortig zu einem sehr langlebigen und teuren Wein, Brunello di Montalcino, verarbeitet. Dieser Wein war einer der ersten, den das italienische Weingesetz mit einer eigenen Ursprungsbezeichnung (DOC) berücksichtigte. Die Auflagen, denen der Wein unterliegt, sind relativ streng: sie verordnen eine Faßlagerung von 42 Monaten. Dies bedeutet nicht nur eine erhebliche Kapitalbindung, sondern zugleich wird nur das hochwertigste Erntegut diese lange Periode überstehen und dabei an Qualität gewinnen. Dies ist wahrscheinlich der wichtigste Grund für die hohen Preise, die für Brunello-Weine verlangt werden, sowie seine relative Seltenheit. Dies hat zu einer Produktionszunahme einer Art leichteren Brunello-Weins, Rosso di Montalcino, geführt. Unter dieser Bezeichnung können Rotweine nach einem Jahr auf den Markt gebracht werden. Die Vorteile sind deutlich: nicht nur geringere Kapitalbindung, sondern zugleich profitiert dieser Wein, wenn auch nur zum Teil, von der Bekanntheit des berühmten Namensgebers.

 

Brut

Französisch: Trocken; herb. Champagner darf 15 Gramm Restzucker pro Liter haben.

 

Bukett  

Die Gesamtheit der Duft- und Aromastoffe eines Weins ("Aroma-Strauß").

 


 

C

Cabernet Franc            

Rote Rebsorte, die vornehmlich aus dem Bordeaux bekannt sein dürfte, wo sie zusammen im Verschnitt mit Cabernet Sauvignon und Merlot für zahllose Spitzenweine verantwortlich ist. Im Gegensatz zu Cabernet Sauvignon aber spielt Cabernet Franc nur eine, wenn auch wichtige, Nebenrolle. Wie der Name schon vermuten läßt, sind die beiden Rebsorten sich, vor allem im Geschmack, ähnlich. Jedoch verfügt Cabernet Franc über weniger Säure und Tannin, während das Bukett der Weine eher an Himbeeren erinnert und insgesamt weniger komplex als das der Cabernet Sauvignon-Weine wirkt. Ihr größter Reiz ist, dass sie früher reift als Cabernet Sauvignon, weshalb sie eine Art Sicherung darstellt: in Jahren, wo Cabernet Sauvignon ungenügende Reife hat, kann Cabernet Franc dies zum Teil ausgleichen. Man findet Cabernet Franc vor allem auf den kühleren Tonböden des "rechten Ufers", wie das Gebiet von St. Émilion, Pomerol und die Côtes von Bordeaux zusammengefaßt wird, wo Cabernet Sauvignon nur in den besten Jahre zu ausreichender Reife gelangt. Aber auch hier ist ihre Rolle eine untergeordnete, da der Hauptbestandteil der hier produzierten Weine zu zwei Dritteln aus Merlot besteht. Die Hauptrolle spielt Cabernet Franc mehr und mehr in der Loire, wo sie sowohl zu tieffarbigen,fruchtbetonten, aber insgesamt leichteren Rotweinen, als auch zu Rosé ausgebaut wird. Nicht zuletzt trifft man Cabernet Franc oft im Nordosten Italiens an. Die von ihr gekelterten Weine werden auf dem Etikett lediglich als Cabernet berzeichnet, weshalb häufig nicht klar ist, ob es hier um Cabernet Sauvignon oder Cabernet Franc handelt. Das Weingesetz Italiens erlaubt bei dieser Bezeichnung gleichwohl beide Rebsorten. Nur eine Bezeichnung Cabernet Sauvignon verpflichtet den Erzeuger oder Abfüller, mindestens 95% der genannten Rebsorte für die Kelterung zu verwenden.

 

Cabernet-Sauvignon

Rotwein-Traube mit kleinen blau-schwarzen Beeren. Aus ihr werden  besonders in den "neuen" Weinländern wie Chile, Kalifornien und Süd-Afrika erstklassige Weine erzeugt.

 

Cabinet            

Seltene Bezeichnung für hervorragende Qualität auf alten Flaschen deutschen Weins. Mit dem deutschen Weingesetz (1971) verboten.

 

Canaiolo Nero   

Rote Rebsorte, die nur den wenigsten unter diesem Namen geläufig sein dürfte, obwohl sie ein traditioneller Bestandteil einer der berühmtesten Rotweine Italiens, dem Chianti, ist. In diesem Rotwein spielt Sangiovese die absolute Hauptrolle (das italienische Weingesetz verordnet, dass für die Kelterung von Chianti mindestens für 75% dieser Rebsorte verwendet werden muß), jedoch war das Verhältnis Canaiolo - Sangiovese im 18. Jahrhundert umgekehrt. Canaiolo's Popularität nahm aber stetig ab, da ihr Beitrag zum modernen Chiantiwein an Relevanz verloren hat. Sie bietet weder ein intensives Aroma, noch viel Struktur. Ihre Tugend war vielmehr, dass ihre Beeren sich ohne große Probleme trocknen ließen. Der von diesen getrockneten Beeren gepreßte, süße Saft wurde den jungen Chiantiweinen zugesetzt, was eine leichte, zweite Gärung zur Folge hat. Diese Methode, Governo genannt, wird aber nur noch selten angewandt, weshalb Canaiolo immer mehr an Bedeutung verloren hat.

 

Cannonau

Italienische Bezeichnung für eine rote Rebsorte, die im Süden Frankreichs als Grenache und in Spanien als Garnacha bekannt ist. In Italien kommt sie am häufigsten auf Sardinien vor, wo sie unter der Bezeichnung Cannonau di Sardegna alkoholreiche Rotweine hervorbringt. Siehe für mehr Details auch Grenache.

 

Cantina           

Italienisch für Weinkeller, womit sowohl ein Lagerraum für Weinflaschen als auch eine Weinkellerei, wo der Wein vinifiziert wird, bezeichnet wird. Eine Cantina Sociale ist eine Winzergenossenschaft.

 

Carignan          

Frankreich's am häufigsten angebaute rote Rebsorte. Sie wird in Italien Carignano und in Spanien Cariñena genannt. Obwohl sie ihren Namen dem spanischen Dorf Cariñena, in dessen Umgebung sie auch anzutreffen ist, verdankt, ist sie in Südfrankreich am weitesten verbreitet und begründet, warum das französische Synonym am geläufigsten ist. Abgesehen von den sehr hohen Erträgen, die Carignan hervorbringt und der Tatsache, dass sie spätaustreibend ist, spricht eigentlich nichts für ihre Popularität: sie ist sehr anfällig für Pilzkrankheiten und sie ist spätreifend, was sie ungeeignet für nördlichere Anbaugebiete macht. Sie bringt enorme Mengen tanninbetonter und alkoholreicher Weine hervor, für die es mittlerweile keinen Markt mehr gibt. In Anbetracht des europäischen Weinsees subventioniert die E.U. den Ausriß der Rebsorte, wodurch in letzter Zeit viele Hektare mit Carignan der Ausrißprämie zum Opfer fielen. Trotzdem macht sie im Süden Frankreichs noch immer mehr als die Hälfte der gesamten angebauten Rebsorten aus und ist damit ein fester Bestandteil vieler dort produzierter Weine.

 

Carmignano   

Toskanischer Rotwein aus dem gleichnamigen Anbaugebiet, westlich von Florenz. Für die Produktion von Carmignano werden die gleichen Rebsorten als für Chianti verwendet. Hauptbestandteil des Weines formt Sangiovese, die Hauptrebsorte aller toskanischen Rotweine, sowie ein Zusatz von Cabernet Sauvignon. Diese nicht-autochthone Rebe verhalf letztendlich Carmignano zu ein eigenständiges DOC, während es 1932 noch im Anbaugebiet des Chianti Montalbano eingegliedert wurde. Cabernet Sauvignon's Anwesenheit in den Weinbergen von Carmignano wurde als Argument angeführt, daß, wenn auch nicht einheimisch, sie ein traditioneller Bestandteil des Weins sei, weshalb Carmigano nicht als Chianti, der anfänglich nur aus einheimischen Rebsorten gekeltert wurde, betrachtet werden kann. Obwohl zu bezweifeln ist, ob Cabernet Sauvignon früher als 1975 in Carmignano angepflanzt wurde, bekam das Gebiet im selben Jahr auf Grund dieser Argumentation als erste ein DOC-Status, wobei explizit der Zusatz von Cabernet Sauvignon erlaubt wurde. Erst 1984 wurde dies auch für Chianti zugelassen.

 

Cassis

Aroma von schwarzen Johannisbeeren, typischer Duft von Cabernet Sauvignon.

 

Casta

Portugiesisch für Rebsorte.

 

Catarratto       

Dies ist die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte Siziliens und, zusammen mit Inzolia, für viele Weißweine der Insel verantwortlich. Catarratto liefert mühelos hohe Erträge per ha, womit  sie vor allem zum immer größer werdenden Weinsee Europas beiträgt. Dadurch wird Catarratto oft entweder zu Mostkonzentrat verarbeitet, oder für die Destillation benutzt wird. Früher für die Produktion von Marsala, Siziliens berühmtesten Likörwein, angewandt, kann Catarratto auch heute charaktervolle Weine hervorbringen. Voraussetzung dabei ist ein gedrosselter Ertrag per ha und eine gewissenhafte Kelterung. Die Catarrattoweine zeichnen sich durch eine gewisse Würze in der Nase aus und sind oft alkoholreich.

 

Cava  

Spanischer Schaumwein aus Katalonien.

 

Cave  

Unterirdischer Weinkeller in Frankreich. Oft auch Kellerei, Verkaufs- und Dégustationsraum.

 

Cepa

Spanische Bezeichnung für Rebe, wird häufig im Sinne von Rebsorte verwendet.

 

Cépage            

Französisch für Rebsorte. Früher traf man diesen Begriff, mit Ausnahme der elsäßischen Weine, selten auf französischen Weinetiketten an, da fast alle Weine unter einer Herkunftsbezeichnung (Appellation d'Origine Controlée) und nicht unter dem Rebsortennamen auf den Markt kamen. Seit dem weltweiten Erfolg der "varietal wines", Weine die aus einer Rebsorte, z.B. Cabernet Sauvignon oder Chardonnay, gekeltert sind und deren Namen prominent das Etikett prägen, sind immer mehr Winzer auf diese Vermarktungsweise übergegangen. Außerhalb des Elsaß erlaubt das französische Weingesetz diese Bezeichnung nur, wenn die Weine unter der niedrigsten Qualitätsstufe, Vin de Pays, auf den Markt gebracht werden. Paradoxerweise sind die meisten dieser Weine dieser Kategorie weit überlegen und zeigen um so mehr, dass das französische Weingesetz moderne Entwicklungen nicht anerkennen will oder kann. Die Modeerscheinung der rebsortenreinen Weine hat für den Konsumenten sicherlich aufklärend gewirkt und den Weinkauf erleichtert. Auf die Dauer besteht aber die Gefahr der Willkür: in einem Supermarktregal voller Chardonnayweine z.B., wird das entscheidende Kaufargument der Preis bleiben. Gebietstypische Weine, also Weine, die auf dem Etikett nach Herkunft und nicht nach Rebsorte bezeichnet sind, dürften langfristig doch die besseren Karten haben.

 

Cerasuolo       

Ursprünglich die Bezeichnung eines leichten, im Stil eines Rosés, produzierten hell roten Weines. Im Südwesten Siziliens wird der Wein unter einer eigenen DOC-Bezeichnung als Cerasuolo di Vittoria aus den lokalen Rebsorten Frappato, Nerello Mascalese, und zunehmend Nero d'Avola, bereitet. Vor allem letztere Rebsorte, deren Potenzial erst allmählich anerkannt wird, ergibt gehaltvollere, intensiv farbige Weine. Sowohl die Anwendung modernster Kellertechnik als auch der Einsatz von Barriques haben einen Stilwechsel des Weines hervorgerufen, die dem Produzenten die Möglichkeit verschafft, verschiedene Versionen herstellzustellen: einen traditionellen, für baldigen Konsum geeigneten leichten Wein und einen körperreichen, qualitativ hochwertigen Wein, der eine längere Flaschenlagerung rechtfertigt.

 

Chablis

Trockener Weißwein mit A.O.C. aus Burgund. Klassen: Chablis Grand Cru, Chablis Premier Cru, Petit Chablis.

 

Chai   

Französischer Ausdruck für einen ebenerdigen Faßkeller in Bordeaux.

 

Chambrieren

(frz. Chambre=Zimmer) Erwärmen des Rotweins auf Zimmertemperatur und damit auf Trinktemperatur von 16 bis 20°.

 

Champagne   

Champagner darf nur aus der Appellation Contrôlée "Champagne" stammen. Das Flaschengärverfahren ist Vorschrift!

 

Champagner

Schaumwein, der unter dieser Bezeichnung ausschließlich aus dem Gebiet der Champagner, nordöstlich von Paris im Département Reims, produziert werden darf. Nicht nur das Anbaugebiet ist gesetzlich in einer kontrollierten Herkunftbezeichnung (AOC) festgelegt, sondern auch die für die Produktion erlaubten Rebsorten (die weiße Chardonnaytraube und die beiden roten Pinot Noir und Pinot Meunier) sowie das Bereitungsverfahren, die sogenante Méthode Champenoise. Die roten und weißen Trauben werden wie ein Weißwein gekeltert, um daraus einen völlig ausgegorenen, stillen Wein herzustellen, erste Gärung genannt. Anschließend wird ein Cuvée, ein Verschnitt aus verschiedenen Weinen, zusammengestellt, die Assemblage. Der Wein wird dann in Flaschen abgefüllt und einer Zucker- und Hefemischung, die Liqueur de Tirage, zugesetzt. In der Flasche kommt es zu einer zweiten Gärung, wobei diesmal die dabei entstehende Kohlensäure nicht entkommen kann, sondern sich im Wein auflöst und so den Schaum im Champagner bildet. Wenn der Wein wiederum völlig ausgegoren ist, stirbt die Hefe und bildet einen Niederschlag in der Flasche. Um diesen zu entfernen, werden die Flaschen, mit dem Hals nach unten, so lange gerüttelt (Rémuage), bis sich das Dépot am Korken abgesetzt hat. Anschließend wird der Wein dégorgiert und ihm wird nochmal eine Zuckerlösung, Liqueur d'expédition, auch Dosage genannt, zugesetzt. Bei einem völlig trockenen Champagner wird kein Liqueur d'expédition zugesetzt.

 

Champagnermethode  

méthode champenoise, geschützte Bezeichnung für die Flaschengärung beim Champagner. Andere Schaumweine müssen nach EU-Recht die Bezeichnung méthode traditionelle oder méthode classique verwenden.

 

Chaptalisieren  

Anreichern des Mostes mit Zucker.

 

Chardonnay   

Weißer Burgunder. Aus dieser Traube wird Champagner, Chablis und alle großen weißen Burgunder erzeugt. Sehr bukettreich und rassig. Hauptanbaugebiete: Champagne und Burgund.

 

Charmat-Methode     

Herstellung von Schaumwein in großen Druckbehältern aus Edelstahl, in denen der Wein statt in der Flasche zweitvergoren wird.

 

Charta  

Eine Vereinigung Rheingauer Erzeuger, die sich besonders hochwertigen halbtrockenen Rieslingweinen mit weit über den gesetzlichen Mindestanforderungen stehenden Maßstäben widmen.

 

Chassagne - Montrachet         

Weinort der Côte d´Or mit trockenem Weißwein (einem der besten der Welt)

 

Chasselas        

Weiße Rebsorte, die in Frankreich als zweitrangig eingestüft wird, da sie dort zugleich die meist angebaute Tafelweintraube ist. Chasselas trifft man in der Loire, Savoie (an der Schweizer Grenze) und im Elsaß an. In keinem der Gebiete genießt die Rebsorte großes Ansehen, nicht zuletzt weil sie hohe Erträge und eher sehr leichte Weine hervorbringt. In Elsaß ist sie ein traditioneller Bestandteil des Edelzwickers, der selber ein bescheidener Wein ist. Jedoch kann mit gewissenhafter Arbeit im Weinberg und Keller ein attraktiver Wein produziert werden. Sein schlechter Ruf führt dazu, dass dieser Wein selten mit der entsprechenden Fürsorge verarbeitet wird, mit Ausnahme der Schweiz, wo die Rebe am Genfer See unter anderem als Dézaley ernstzunehmende und teure Exemplare hervorbringt. Synonym: Gutedel, Fendant, Perlan, Dorin

 

Château         

Weingut (meist in Frankreich), oft ein Schloß.

 

Châteauneuf-du-Pape

Weinort und A.C. im Rhônetal mit gehaltvollen, alkoholreichen Rotweinen

 

Chenin Blanc

Weiße Rebsorte, die vor allem in der Loire ihr Zuhause hat und dort für verschiedene Weinstile, von Schaumwein, trockenen und halbtrockenen Stillweinen, bis zu edelsüßen Weinen verwendet wird. Diese verschiedenen Weinstile stehen in direktem Zusammenhang mit der Reife des Lesegut im Erntemoment, ähnlich wie die deutschen Weinstile. Kaum reife Beeren, die durch ein hohes Maß an Säure hervortreten, werden für die Schaumweinproduktion verwendet, während die reifsten Beeren, oft von Edelfäule befallen, zu den edelsüßen Weinen verarbeitet werden. Chenin Blanc ist bekannt für eine relativ hohe Säure, die in jungen Weinen und wenig erfolgreichen Jahren spitz wirken kann. Zugleich aber garantiert dieses Maß an Säure eine lange Lebensdauer, wobei die besten Exemplaren durch Lagerung an Komplexität zunehmen. In der Nase erinnern die Chenin Blanc-Weine oft an Pfirsich und Quitten, mit der Zeit entstehen häufig Noten von Bienenwachs und merkwürdigerweise, nasse Wolle. Vor allem letzterwähnte ist bei Blindverkostungen oft ein Hinweis für Chenin Blanc. Chenin Blanc trifft man in Südafrika, wo sie die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte ist, unter dem Namen Steen an. Die Rebsorte wird hier, wie in allen "heißen Anbaugebieten", vornehmlich wegen ihrer Säure geschätzt, obwohl den Weinen oft das charakteristische Bukett fehlt. Dies mag nicht nur an dem viel wärmeren Klima liegen, sondern auch zu hohe Erträge per ha könnten ein Grund sein. Auch in Kalifornien wird Chenin Blanc vor allem wegen ihrer nützlichen Säure angebaut. Für Weißweine, denen es sonst an Frische fehlen würde, macht sich Chenin Blanc auch hier als Verschnittpartner verdient. Synonym: Pineau de la Loire, Pineau d'Anjou, Steen.

 

Chianti  

Frischer und fruchtiger Rotwein aus der Toskana, der jung getrunken wird.

 

Chiaretto        

Italienische Bezeichnung für Roséweine aus dem Gebiet des Gardasees. Auch Bardolino, gekeltert als Rosé, kann unter dieser Bezeichnung auf den Markt gebracht werden. Zusätzlich gibt es Chiaretto als Spumante.

 

Chile  

Aufstrebendes Weinexportland, mit sehr bekömmlichen Weinen, da in dem Klima kein Mehltau und keine Reblaus vorkommt und somit wenig Chemie benutzt wird. Die wichtigsten Rebsorten sind Cabernet Sauvignon, Sauvignon Blanc und Chardonnay

 

Cinsaut

Rote Rebsorte, die vor allem im Süden Frankreichs angebaut wird. Cinsaut ist unkompliziert: sie widersteht sommerlicher Hitze sehr gut, ist frühreifend und ergibt hohe Erträge. Die dicken Beerenschalen sind für Schimmelkrankheiten nicht anfällig. Aus Cinsaut werden Weine verschiedener Stile, wie Rosé, tieffarbene Rotweine und sogar Dessertweine produziert. Der Stil wird dabei aber oft von der Ertragshöhe bestimmt: bei sehr hohem Ertrag enstehen helle Weine, die nicht viel Aromastoffe enthalten. Sind die Erträge sehr niedrig und die Beeren bei Vollreife geerntet, kann man charaktervolle Rotweine aus Cinsaut bereiten. Man trifft reinsortige Cinsautweine aber selten an. Die Rebsorte wird meistens als Verschnittpartner unterschiedlicher Weine benutzt, denen sie Frucht und Geschmeidigkeit verleiht. Der berühmteste dürfte wohl Chateauneuf-du-Pape sein. Ihr Bekanntheitsgrad beruht jedoch mehr auf ihrer Allgegenwart in Südfrankreich als auf ihrer Qualität.

 

Claret

die in England gebräuchliche traditionelle Bezeichnung für Bordeauxweine.

 

Classico            

Italienischer Begriff, mit dem das ursprüngliche, häufig historische, Zentrum eines DOC-Anbaugebietes angedeutet wird. Oft ist das Gebiet, aus kommerziellen Gründen über diese historische Grenze erweitert worden, wo ein ähnlicher Wein, aus gleichen Rebsorten, unter dem gleichen Namen, allerdings ohne den Zusatz Classico, produziert werden darf. Im erweiterten Gebiet sind die Voraussetzungen für Weinbau meistens anders und nicht so günstig wie im Ursprungsgebiet. Da das italienische Weingesetz auch im Classicogebiet sehr hohe Erträge pro ha zuläßt, sagt letztendlich die Nachsilbe Classico über die Qualität des Weines nichts aus.

 

Clevner            

In Baden oft die Bezeichnung für Traminer, in Württemberg für Frühburgunder.

 

Clos   

Französischer Begriff für einen abgeschlossenen, meist von einer Mauer eingefaßten Weinberg oder Rebhang.In Burgund gebräuchlicher Ausdruck für eine Weinbergslage.

 

Colheita           

Portugiesisch für Ernte oder Jahrgang und Bezeichnung für einen Portweinstil. Colheita Port ist ein Wein aus einem Jahrgang, der mindestens acht Jahre in Fässern gereift ist. Die Periode der Lagerung ist jedoch oft jedoch viel länger als gesetzlich vorgeschrieben. Auf dem Etikett muß das Abfülldatum angegeben sein.

 

Colombard     

Weiße Rebsorte, die traditionell, zusammen mit Ugni Blanc und Folle Blanche, in der Produktion von Cognac und Armagnac ihren Einsatz findet. Die Rebsorte zeichnet sich durch eine relativ hohe Säure (die für die Produktion von Destillaten ideal ist) und einen niedrigen Alkoholgehalt aus, was sie damit für die Bereitung von Stillweinen oft ungeeignet macht. Als Bestandteil für Destillate verliert Colombard aber immer mehr an Popularität zugunsten der ertragreicheren Ugni Blanc, so dass am Ende der Neunziger Jahre nur noch 3300 ha mit dieser Rebsorte in Süd-West Frankreich bepflanzt sind. In Kalifornien und Süd-Afrika erlebt Colombard jedoch eine Renaissance. In diesen "heissen" Weinbaugebieten wird gerade ihr hohes Maß an Säure sehr geschätzt und mit Hilfe modernster Kellertechniken werden fruchtbetonte Weine gekeltert. Mittlerweile hat sich diese gute Nachricht auch in der Heimat der Colombard rumgesprochen, weshalb heutzutage ähnliche Weine unter der Appellation Côtes de Cascogne auf dem Markt anzutreffen sind.

 

Contrôlée (AC, AOC)

siehe auch: Qualitätsstufen für französischen Wein

 

Cortese           

Weiße Rebsorte die vornehmlich in Piemont, dem Nord-Westen Italiens, angebaut wird und deren daraus produzierte Wein als Gavi große Popularität genießt. Grundsätzlich betrifft es einen Wein mit einer relativ hohen Säure, einem neutralen zitronenähnlichen Bukett, das manchmal an Mandeln oder Birnen erinnert und wie fast alle italienischen Weißweine, einen verhältnismäßig hohen Alkoholgehalt aufweist. Die meisten Exemplare sind jedoch eher bescheiden, weshalb die hohen Preisen, die für Gavi verlangt werden, ein ungelöstes Rätsel bleiben. Cortese wird auch im Oltrepò Pavese im Osten des Veneto angebaut, wo es als Verschnittpartner der Trebbiano und Garganega im Weißwein dieser Region, dem Bianco di Custoza, eine untergeordnete Rolle spielt.

 

Cosecha          

Spanisch für Jahrgang und die Weinproduktion einer Ernte aus einem einzigen Jahr. Eine Jahrgangsangabe auf einem Weinetikett garantiert, dass der Wein aus diesbezüglichem Jahr stammt.

 

Cot     

Synonym für die rote Rebsorte Malbec, die eine immer kleinere Nebenrolle in den roten Bordeauxweinen, als Cot aber eine Hauptrolle in Cahors (im Südwesten Frankreichs) spielt.

 

Côte  

Französisches Wort für Hang. Oft bedeutet dies, dass der Weinberg, von dem der Wein stammt, auf einem Hang liegt, oder mindestens eine Neigung zeigt. Dabei gilt die Annahme, dass diese Weinberge bessere Weine hervorbringen, als Weine von Ebenen oder aus dem Flachland. Hänge oder Hügel haben meistens dünnere, weniger fruchtbare Böden als Ebenen, was einen geringeren Ertrag per Rebstock verursacht, zugleich aber höhere Qualität bedeuten kann. Auch Sonneneinstrahlung spielt vor allem in gemäßigten Anbaugebieten eine große Rolle: eine Südwest- oder Südost-Ausrichtung des Weinbergs kann die Reife der Reben entscheidend beeinflussen. Der Begriff "Côte" auf einem Weinetikett garantiert jedoch nicht, dass der Weinberg all diese hervorragenden Eigenschaften tatsächlich besitzt oder dass der von ihm stammende Wein hochwertig ist.

 

Côte d´Or        

Weinbaugebiet in der Bourgogne, gliedert sich in Côte de Beaune und Côte de Nuits

 

Côte de Nuits

Weinbaugebiet der Côte d'Or mit großen Rotweinen

 

Côteaux d'Aix-en-Provence   

A.O.C. im Gebiet der Côtes de Provence. Umfasst ca. 3500 ha die über 49 Kommunen verteilt sind. Produziert werden hauptsächlich Rosés (51%), bekannt ist die Côteaux d'Aix jedoch für die sehr gehaltvollen und schweren Rotweine (43%). Besonders die jüngeren Winzer beginnen mit Barrique-Ausbau und sind sehr zu empfehlen. (z.B. Domaine Les Bastides, oder Château Vauclaire)

 

Côtes de Provence     

Weinbaugebiet mit A.O.C.-Weinen und guten bis einfachen Landweinen. Hier werden viele gute Roséweine hergestellt.

 

Côtes du Rhône           

Name für alle Weine mit AC ohne besondere Bezeichnung, die im Rhônetal südlich von Vienne angebaut werden

 

Côtes du Roussillon    

körperreiche AC-Rotweine vom Rand der Pyrenäen. Aufstrebend, aber noch nicht so routiniert wie in Bordeaux oder Bourgogne

 

Côtes-du-Rhône         

Name für alle Weine mit A.C. ohne besondere Bezeichnung, die im Rhônetal südlich von Vienne angebaut werden

 

Crémant          

Bezeichnung für Qualitätsschaumweine mit A.O.C. außerhalb der Champagne, vor allem aus dem Elsaß, von der Loire und aus dem Burgund. Die Flaschengärung ist Vorschrift. Diese Schaumweine haben meist weniger  Kohlensäure als ein Champagner,

 

Crianza

Spanisches Begriff für "erziehen" oder "pflegen" und bezieht sich auf eine gesetzlich festgelegten Periode von Holzfaß- und Flaschenreife, die der Wein durchgemacht haben muß. Ein Crianzawein muß mindestens zwei Jahre, davon 6 Monate im Faß, gereift sein, bevor er unter diesem Namen in den Verkehr gebracht werden darf. Sin Crianza heißt wörtlich "ohne Erziehung" und deutet auf Weine, die im Jahr folgend auf die Ernte, mit oder ohne Holzfaßreife, freigegeben werden.

 

Cru     

In Frankreich qualitativ herausragende Weinbergslage.

 

Cuvée   

Komposition von Weinen verschiedener Rebsorten oder Jahrgänge (Assemblage), um eine gleichbleibende Qualität über längere Zeiträume anbieten zu können. Alle Champagner sind Cuvées. VSR- und VDQ-Weine sind ebenfalls Cuvées.

 


 

D

Dégorgieren  

Ein Begriff der vom französischen Dégorger abgeleitet ist und "reinigen" oder "säubern" bedeutet. Der Begriff beschreibt einen Vorgang bei der Champagnerproduktion, wobei die Hefe, die nach der zweiten Gärung stirbt und als Niederschlag in der Flasche ausscheidet, entfernt wird. Durch Rütteln der Flasche (Rémuage), um sie dann in Senkrechte Position zu bringen, gelangt der feine Niederschlag in den Flaschenhals. Der Hals wird durch eine chemische Lösung gezogen, wobei der Niederschlag gefriert. Anschließend wird der Kronkorken, der bis zu diesem Moment die Flaschen abgeschlossen hat, entfernt und der Eispropfen wird mit Kraft aus der Flasche geschleudert.

 

Degustation   

Weinverkostung, Weinprobe.

 

Dekantieren  

Umfüllen des Weins von der Flasche in eine Karaffe.

 

demi-sec         

Halb-trocken; gilt für Sekt und Champagner.

 

Denominación de Origen (DO)  

Spanische Bezeichnung für ein gesetzlich festgelegtes Weinbaugebiet, dessen Produktion kontrolliert wird. Sowohl die für den Weinanbau zugelassenen Rebsorten, als auch deren Verarbeitung sind bestimmten Regeln unterworfen. Zuständig für die Einhaltung dieser Regel ist der Consejo Regulador, ein Komitee, das sich aus Beamten des Agrarministeriums, lokalen Winzern und Weinhändlern zusammensetzt, sowie des Instituto Nacional de Denominaciones de Origen (INDO). Gemeinsam bestimmen sie die Grenzen des Anbaugebietes, die Rebsorten und die Ertragshöhe per ha. Ein Wein kann nur als DO-Wein vermarktet werden, wenn er die Anforderungen des Consejo Regulador erfüllt hat.

 

Denominazione di Origine Controllata   

Italienisch für kontrollierte Herkunftsbezeichnung und das Äquivalent des Französischen Appellation Controllée-Systems. Das gesetzliche System, das die italienischen Weinbaugebiete und deren Produktion kontrolliert, gibt es erst seit 1963. Vor diesem Zeitpunkt wurde die ganze Weinproduktion als Vino da Tavola, Tafelwein, eingestuft. Die Einführung der DOC-Gesetzgebung setzte sich als Ziel, die italienische Weinlandschaft zu ordnen, gebietsspezifische Weine aus traditionellen Rebsorten zu schützen und ihre Produktion festgelegten Kriterien zu unterwerfen. Das Weingesetz gliedert die Weine in eine Qualitätshierarchie ein, wobei die Basis die Vini da Tavola, Tafelweine bilden, gefolgt von Weinen mit einer geographische Herkunftsbezeichnung (IGT, Indicazione Geografica Tipica). Da die gesetzlichen Auflagen, je nach Stufe, immer strenger werden, kann diese Stufe als Sprungbrett für die nächsthöhere, die Denominazione di Origine Controllata, betrachtet werden. Die höchste Auszeichnung, die ein Wein bekommen kann ist DOCG, Denominazione di Origine Controllata e Garantita. Die Weine der beiden letzten Qualitätsstufen sind vergleichsweise den strengsten Regeln unterworfen. Sie dürfen ausschließlich von gesetzlich zugelassenen Rebsorten aus klar abgegrenzten Anbaugebieten mit eindeutigem Qualitätspotential hergestellt werden. Zudem gibt es eine festgelegte Periode, in der der Wein sowohl im Fass als auch in der Flasche gereift sein muß, bevor er auf dem Markt gebracht werden kann. Denominazione di Origine Controllata (DOC) Italienische Bezeichnung für einen Wein mit einer kontrollierten und garantierten Herkunftsbezeichnung. Diese gesetzliche Bezeichnung kann, zumindest in der Theorie, nur Weinen der Spitzenkategorie verliehen werden. Das Gesetz schreibt strenge Regeln bei dem Anbau und der Produktion dieser Weine vor, doch in der Praxis gilt, wie zuvor, dass der Name und die Leistung des Produzenten ein besserer Leitfaden sind. Siehe auch Denominazione di Origine Controllata.

 

Denominazione di Origine Controllata e Garantita. (DOCG)    

Italienische Bezeichnung für einen Wein mit einer kontrollierten und garantierte Herkunftsbezeichnung. Diese gesetzliche Bezeichnung kann, zumindest in der Theorie, nur Weinen der Spitzenkategorie verliehen werden. Das Gesetz schreibt strenge Regeln bei dem Anbau und der Produktion dieser Weine vor, doch in der Praxis gilt, wie zuvor, dass der Name und die Leistung des Produzenten ein besserer Leitfaden sind. Siehe auch Denominazione di Origine Controllata.

 

Depot   

Niederschlag frei schwebender Teile, meist bei hochwertigen Rotweinen, am Flaschenboden. Bei älteren Rotweinen bitter schmeckend, bei Weißweinen geschmack- und farblose Weinkristalle (Weinstein). Kein Weinfehler, sondern Zeichen hoher Flaschenreife.

 

Dessertwein  

Sammelbezeichnung für alle süßen Weine, die nicht nur zum Dessert getrunken werden.

 

Deutsche-Landwirtschafts-Gesellschaft; Dlg  

In Heilbronn findet jährlich der Wettbewerb um die Bronze-, Silber-, und Goldmedaillen der DLG statt. In den einzelnen Anbaugebieten werden eigene Prämierungen mit entsprechenden Auszeichnungen durchgeführt. Es dürfen nur Weine, die in den Regionalwettbewerben mindestens 3,5 von 5 möglichen Punkten erhalten haben, an der Bundesweinprämierung der DLG teilnehmen., bei der 3,5 Punkte eine Bronzemedaille, 4 Punkte eine Silbermedaille und 4,5 Punkte einen Großen Preis eintragen.Die Weine werden getrennt nach Anbaugebieten, Rebsorten und Qualitätsstufen von einer Jury beurteilt. Es werden jeweils bis zu 5 Punkte für Geruch, Geschmack und Harmonie vergeben. Die Gesamtsumme wird durch drei geteilt, um so die endgültige Bewertung zu ermitteln. Umstrittene Urteile werden an einen Berufungsausschuß verwiesen, der es dann oft nicht leicht hat, wenn er über verschieden Weinstile gleichzeitig ein Urteil fällen muß.

 

Deutscher Tafelwein

Nach dem deutschen Weingesetz Wein der geringsten Güteklasse (auch deutscher Landwein). Anreicherung ist gestattet.

 

Deutsches Weinsiegel  

Rotes Qualitätssiegel für Weine, deren Qualität über die Mindestanforderungen an die jeweilige Kategorie hinausgeht.

 

Diabetikerwein            

Trockener Wein mit maximal 4 Gramm Restzucker pro Liter.

 

Do      

Spanisch: Denominación de Origen, kontrollierte Ursprungsbezeichnung für Weine in Spanien.

 

Doc    

Italienisch: Denominazione di Origine Controllata, kontrollierte Ursprungsbezeichnung von Weinen in Italien. 

 

Doc Und Docg   

(Denominazione de Origine Controllata): die italienische Bezeichnung der kontrollierten Herrkunft. DOCG hat noch strenger Auflagen (Z. B. Chianti Classico).

 

DOC(G)            

Denominatione di Origine Controlata (e Garantita) = Kontrollierter Anbau und Herkunftsbezeichnung (mit Garantie)

 

Dolce

Italienische Bezeichnung für süß.

 

Dolcetto          

Rote Rebsorte, die hauptsächlich in Piemont, im Nordwesten Italiens angebaut wird. Ihr Name bedeutet soviel wie "kleine Süße", was allerdings nicht als Hinweis auf süße Weine zu verstehen ist. Die aus ihr gekelterten Rotweine sind tieffarben (in den Beerenschalen befinden sich sehr viele Anthocyanen, eine chemische Verbindung, die die Farbe der Beerenhäute und infolgendessen des späteren Weins verursacht) so wie Säure. Die Weine sind oft so fruchtbetont, dass dies den Eindruck der Säure in den Hintergrund drängt, weshalb sie als süß empfunden wird. Dieser Eindruck der Weichheit wird im Vergleich mit den zwei anderen gebietstypischen Weine, Barolo und Barbera, noch verstärkt. Vor allem die Baroloweine sind in der Jugend sehr säure- und tanninbetont, weshalb die Weine oft längere Perioden der Lagerung brauchen. Dolcetto selber geizt nun aber auch nicht mit Tannin, jedoch bemühen sich viele Winzer während der Gärung, ein übermäßiges Auslösen der Tannine zu verhindern. Eine der Methoden ist dabei, die Maische zügig zu vergären und den jungen Wein anschließend von den Beerenschalen zu trennen. So schwierig Dolcetto sich verarbeiten läßt, so anspruchslos ist sie im Weinberg: Sie ist, im Vergleich zu Nebbiolo, die Rebsorte des Barolos, frühreifend und erreicht auch noch gute Reife in Lagen, die für Nebbiolo entschieden zu kalt sind. Zudem sind die aus ihr gekelterten Weine für den direkten Verbrauch geeignet ohne belanglos zu sein. Von den verschiedenen Dolcettoweinen dürfte Dolcetto d'Alba die beste sein.

 

Domaine         

Französischer Begriff für Weingut (Domäne) mit eigenem Weinbergbesitz und eigener Ernte.

 

Domänenabzug           

Ein Wein, der original in der Domäne abgefüllt wird.

 

Dornfelder     

Rote Rebsorte, die 1956 aus einer Kreuzung von Helfensteiner und Heroldrebe (beide sind selber wiederum Kreuzungen) neugezüchtet wurde. Obwohl vor allem im Ausland Skepsis über Deutschlands Züchtungseifer besteht, hat Dornfelder gute Aussichten international geschätzt zu werden. Sie ist wenig anfällig für Krankheiten und ist relativ frühreifend, was im nördlichsten Weinbaugebiet der Welt von großem Vorteil ist. Sie geizt auch nicht im Ertrag: mehr als 100hl/ha sind keine Ausnahme. Die Rotweine, die aus ihr gekeltert werden, sind tieffarben und fruchtbetont und können bei Ertragsbeschränkung sogar interessant sein.

 

Dosage

Die Zugabe bei Schaumweinen aus Rohrzucker, Most und gelegentlich auch aus süßem Branntwein (esprit de cognac). Dient der Abrundung des Geschmacks und bestimmt den Süßegrad.

 

Doux

Französisch: süß.

 

Dry     

Englische Bezeichnung für trocken. Ein Wein wird trocken genannt, wenn er keine wahrnehmbare Süße im Geschmack aufweist. Jedoch können Weine mit dieser Bezeichnung bis zu 10g/l oder mehr Restzucker haben. Der Geschmackseindruck "trocken" ist dabei oft der Säure zuzuschreiben, die die Süße eines Weins ausgleicht.

 

Dulce

Spanische Bezeichnung für süß.

 

Durchgegoren  

Weine, die nach der Gärung keinen nennenswerten natürlichen Restzucker mehr haben.

 


 

E

Echter Mehltau            

Auch Oidium genannt. Diese Pilzkrankheit befällt alle grünen Teile der Rebpflanze. Sie werden mit einem spinnwebartigen Netz überzogen, so daß sie absterben.

 

Edelfäule        

Schimmelpilz, dessen Sporen die Beerenhaut durchdringen. Durch die entstehende Wasserverdunstung schrumpeln die Beeren, so daß die Inhaltsstoffe Zucker und Säure konzentriert werden.

 

Edelstahltank

Er wird seit den 60er Jahren zur Vergärung und zum Ausbau des Weins benutzt. Edelstahltanks sind hygienisch, geschmacksneutral und ermöglichen die Kontrolle der Gärtemperatur.

 

Edelzwicker   

Wein, der aus verschiedenen edlen Rebsorten gekeltert wird. Besonders gut aus dem Elsaß (mit A.O.C.).

 

Einzellage       

Begriff, mit dem eine bestimmte Rebfläche angedeutet wird. Eine Einzellage muß eine Mindestgröße von 5 ha haben, jedoch gibt es Sonderregelungen, die kleinere Lagen anerkennen. Die Einzellageangabe ist nur für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA)sowie für Qualitätsweine mit Prädikat (QmP)erlaubt. Bei Angabe eines Lagenamens muß die Gemeinde, in der sie liegt, angegeben werden. Obwohl keine Qualitätsgarantie, soll ein Einzellagewein über mehr Charakter verfügen als Weine von Großlagen oder Bereichen. Es gibt jedoch mehr als 2600 offizielle deutsche Einzellagen, wovon die meisten dem Konsumenten nicht geläufig sein dürften. Da das deutsche Weingesetz an erster Stelle Reifegrad des Leseguts und nicht die geographische Herkunft des Weines als Qualitätskriterium festlegt, wird die Annahme, dass Einzellagen hervorragende Weine produzieren und deshalb einen Sonderstatus verdienen, nicht immer bestätigt. Zusätzlich gibt es viele Großlagen, die sich teilweise mit berühmten Einzellagen- oder Ortschaftsnamen schmücken, obwohl sie nicht deren Qualität aufweisen und so nur Verwirrung stiften.

Eiswein            

Weißwein, dessen Trauben bei starkem Frost gelesen und in gefrorenem Zustand gepreßt worden sind. Im Weinberg müssen dabei mindestens minus 7°C herrschen. Beim Keltern fließt das gefrorene Wasser nicht ab, so daß Zucker und Säure im Eiswein hochkonzentriert sind. In Deutschland muß ein Eiswein mindestens die Qualität einer Beerenauslese haben. Eiweiss Wird zur Klärung von Rotweinen verwendet. Je nach Größe des Fasses werden dem Wein ein bis fünf Eiweiße zugegeben. Diese binden den Bodensatz, der aus Hefe und Trübstoffen besteht. Durch Abstich oder Filtern wird der Wein danach klar. 

Elbling   

Weiße Rebsorte, die schon seit römischen Zeiten im Moseltal angebaut wird. Die Rebsorte weist ein hohes Maß an Säure auf, weshalb sie oft für die Schaumweinproduktion verwendet wird. Sie ergibt leichte, eher neutrale Weine mit niedrigem Alkoholgehalt. Elbling ist sehr ertragreich, wobei 200hl/ha keine Ausnahme sein dürfte. Nur bei eingeschränkten Erträgen jedoch gibt der Wein Duftnoten von Aprikosen preis.

 

Embotellado En Origen

Spanische Bezeichung für abgefüllt vom Weingut.

 

Embotellado Por         

Spanische Bezeichnung für abgefüllt von:.

 

Entrappen      

Abbeeren

 

Entre-deux-Mers        

eines der Hauptanbaugebiete für Bordeauxweine mit eher trockenen Weißweinen, die gut zu Austern und Fisch passen

 

Entsäuern       

Maßnahme, um zu hohe Säure im Weißwein zu mildern. Hierfür wird meist Kalziumkarbonat verwendet. Eine andere Methode ist der biologische Säureabbau Malolaktische Gärung.

 

Entschleimen

Methode, bei der durch Kühlen und Stehenlassen des Mostes ein reintöniger Wein erzielt wird. Eine zu starke Säuberung, etwa durch Zentrifugieren bei hoher Drehzahl, mindert die Qualität, weil wichtige Enzyme für die Gärung verlorengehen.

 

Ertragsbegrenzung     

Verzicht auf Menge, um dafür die Qualität der Trauben zu erhöhen. Geschieht meist durch Beschnitt der Reben.

 

Erzeugerabfüllung      

Wein, der aus dem eigenen Weinberg stammt, selbst gekeltert und auch abgefüllt wurde.

 

Erzeugergemeinschaft

Die Zusammenschlüsse von Erzeugern, meist zu Vertriebszwecken, im Unterschied zu Winzergenossenschaft, die auch die Weinbereitung übernimmt.

 

Estate Bottled   

Amerikanisches Äquivalent der deutschen Erzeugerabfüllung. Ein Wein mit dieser Bezeichnung auf dem Etikett darf ausschließlich von gutseigenen Trauben produziert werden, wobei die Weinberge als auch das Gut im auf dem Etikett erwähnten Anbaugebiet (AVA, American Viticultural Area genannt) liegen müssen.

 

Etikett  

Gibt Auskunft über die Qualität und die Herkunft eines Weins. Das deutsche Weingesetz regelt die Angaben auf dem Etikett.

 

Extra Brut       

Trockener Champagner mit weniger als 6 Gramm Restzucker pro Liter.

 

Extra Dry         

Champagner mit 12 bis 20 Gramm Restzucker pro Liter, tendenziell süß.

 

Extrakt

Gesamtheit der nicht-flüchtigen Stoffe im Wein, zum Beispiel Zucker, nichtflüchtige Säuren, Glyzerin, Mineralsalze, Stickstoffverbindungen und Polyphenole. Gilt als wichtiger Indikator für Körperreichtum und als Qualitätskriterium.

 

Extraktion       

Bei Rotweinen Auslaugen der Gerbstoffe und Farbpigmente aus der Beerenhaut bei der Maischegärung.

 


 

F

Faberrebe      

Kreuzung der beiden Reben des Müller-Thurgau und des Weißen Burgunders. Der Wein hat etwas mehr Säure als ein Müller-Thurgau.

 

Falscher Mehltau        

Gefährliche Pilzkrankheit, die die Rebblätter befällt.

 

Farbe

Die Farbe eines Weins gibt u. a. Aufschluß über sein Alter. Sie wird im Glas, am besten vor einer weißen Fläche (Tischdecke) beurteilt.

 

Fassinhalte     

Stück: 1200 Liter, Halbstück: 600 Liter, Fuder: 1000 Liter (900 bzw. 960 Liter), Ohm: 150 (bzw. 160) Liter, Eimer: 160 Liter.

 

Fattoria            

Italienisch: Weingut, landwirtschaftlicher Betrieb.

 

Federspiel (A)  

Bezeichnung für eine der drei Qualitätskategorien für Weißweine aus der Wachau. Die Kategorien wurden vom Winzerverband Vinea Wachau als zusätzliche Qualitätsgarantie ins Leben gerufen und beziehen sich auf Weißweine unterschiedlichen Alkoholgehalts: Steinfeder ist der leichteste Wein, hergestellt aus Lesegut, das vor dem Anreichern einen Reifegrad zwischen 73° und 83°Oechsle erreicht haben muß. Der maximale Alkoholgehalt darf im fertigen Wein jedoch nicht über 10,7%liegen und ist somit vergleichbar mit dem deutschen Kabinett. Federspiel, die zweithöchste Kategorie, ist die Bezeichnung für Weine, die aus Lesegut mit einem Reifegrad von zwischen 83 und 90° Oechsle hergestellt wurden. Der maximale Alkoholgehalt darf, nach dem Anreichern, nicht über 11,9% hinausgehen. Diese Kategorie stimmt mit der deutschen Spätlese überein. Die höchste Kategorie wird als Smaragd bezeichnet. Das Lesegut hat eine Reife von mehr als 90° Oechsle erreicht. Der spätere Wein wird über mehr als 12%Alkohol verfügen und ist mit einer deutschen Auslese zu vergleichen. Die Weine, die unter einer der drei Kategorien produziert werden, müssen trocken sein.

 

Federweisser

Teilvergorener, milchig-trüber Most, der viel Restsüße, Kohlensäure und auch schon Alkohol besitzt. Er gelangt schon kurz nach der Lese in den Handel. Er wird in Rheinpfalz Bitzler, in Württemberg und in der Schweiz Sauser und in Österreich Sturm genannt.

 

Fendant          

Im Schweizer Kanton Wallis üblicher Begriff für die weiße Rebsorte Chasselas.

 

Fiasko   

Bauchige, zur Bruchsicherung mit Bast umwickelte Chiantiflasche.

 

Finesse            

Feinheit eines Weins.

 

Fino   

Spanischer Begriff für einen der vier Sherrystile, neben Amontillado, Manzanilla, und Oloroso. Zusätzlich ist er die Bezeichnung für eines der zwei Basisverfahren der Sherryproduktion, von denen fast alle Sherrystile abgeleitet werden. Nach einer Gärung bei niedriger Temperatur wird der Wein, der für die Produktion von Fino vorgesehen ist, mit Alkohol (in Form eines Weingeists, Aguardiente genannt) zugesetzt. Für Finos darf der Gesamtalkohol des Weins nicht die 16% übersteigen, da es den Flor, eine besondere Hefeart, die für den typischen Geschmack dieses Sherrys verantwortlich ist, abtöten würde. Dieser Flor nun liegt wie eine Decke über dem Wein im Faß. Diese Hefe würde rasch die Nahrungsstoffe, die sie aus dem Wein bezieht, verbrauchen und dann absterben. Da Flor zugleich den Wein vor der schädlichen Wirkung des Sauerstoffs schützt, wird er über Jahre dadurch am Leben gehalten, dass das Fass immer wieder mit neuem Wein aufgefüllt wird. Zugleich garantiert diese Methode, Solera genannt, Jahr für Jahr einen gleichbleibenden Geschmack und Stil, in dem Jahrgangsunterschiede keine Rolle spielen. Ein Fino ist einer der leichtesten Sherrys, sehr hell in der Farbe, knochentrocken und, leicht gekühlt getrunken, einer der schönsten Aperitife.

 

Firn    

Dieser Alterston kennzeichnet überlagerte oder auch falsch gelagerte - und deshalb frühzeitig gealterte - Weine.

 

Firne

Bukett eines zu lange gelagerten Weins, der nach alten Brotrinden oder klebrig-honigartig schmeckt. Dieser früher geschätzte Geschmackston wird heute abgelehnt.

 

Fixin  

nördlichste Gemarkung der Côte de Nuits mit guten Rotweinen

 

Flaschengärung           

Die zweite Gärung bei Grundweinen, die bei Champagner und anderen nach der klassischen Methode hergestellten Schaumweinen in der Flasche stattfindet. Dabei bildet sich Kohlensäure.

 

Fleurie  

einer der neun Crus des Beaujolais

 

Flurbereinigung           

Zusammenlegung aufgesplitterten Grundbesitzes, um eine wirtschaftliche Bearbeitung und Nutzung zu sichern.

 

Folle Blanche

Weiße Rebsorte, die traditionell für die Cognacproduktion in West-Frankreich angebaut wurde. Nach der Reblausepidemie am Ende des 19. Jahrhunderts wurde sie jedoch immer mehr durch bdie Ugni Blanc ersetzt, da Folle Blanche sich nicht gut auf reblausresistente amerikanische Unterlagen (Rebwurzeln) propfen ließ. Für die Cognac- und Armagnacbereitung mag ihr hohes Maß an Säure und ihr niedriger Alkoholgehalt nützlich sein, für einen Stillwein sind dies eher unattraktive Merkmale. Trotzdem trifft man Folle Blanche an der Mündung der Loire, in der Nähe von Nantais, die Gegend der Muscadet-Weine, als Gros Plant an, wo sie unter der Appellation Gros Plant Nantais häufig dünne, säurebetonte Weine hervorbringt.  

frais   

Französisch: kühl, frisch.

 

Franken           

Hauptsächliche Rebsorten: Müller-Thurgau, Silvaner, Riesling. Frankenweine werden meist in den berühmten Bocksbeutelflaschen abgefüllt.

 

Fränkisch-Trocken      

In Franken übliche Bezeichnung für Weine mit nicht mehr als 4 Gramm Restzucker pro Liter.

 

Freisa

Rote Rebsorte, die vor allem im Piemonte, im Nordwesten Italiens angebaut wird und oft in zwei Versionen als Stillwein sowie (für viele Weintrinker ungewöhnlich) leicht moussierend. Zusätzlich können die Weine sowohl lieblich als auch trocken sein. Diese verwirrende Vielseitigkeit läßt sich im Moment schwierig vermarkten, nicht zuletzt da die aus ihr gekelterten Weine sowohl ein hohes Maß an Säure als auch an Tannin haben. Zugleich sind sie sehr fruchtbetont, was wiederum den Eindruck der Säure lindert. Trotzdem, oder deshalb, hat Freisa zweifellos ein noch nicht ausgeschöpftes Potenzial. Manche Winzer gehen sogar auf Barrique-Ausbau über, wobei Ergebnisse nicht unähnlich der Barbera-Weine enstehen.

 

Frizzante         

Italienisch: leicht perlender Schaumwein, der in der Flasche nur teilweise vergoren ist oder dem Kohlensäure zugesetzt wurde. Am bekanntesten sind Prosecco und Moscato d'Asti frizzante. Auch bei Freisa und Lambrusco üblich.

 

Frost

Ende Oktober bis Anfang November wird bei Frost der Eiswein gelesen.

 

Fruchtsäure   

Gesamtheit der im Wein enthaltenen Säuren; hauptsächlich Wein- und Apfelsäure.

 

Fruchtzucker

(Fructose, Lävulose) bildet zusammen mit dem Traubenzucker die Süße der Trauben. Die Weinhefe spaltet den Fruchtzucker in Alkohol und Kohlensäure.

 

Fuder

Ovales Eichenholzfaß von der Mosel, Inhalt tausend Liter.

 

Fumé Blanc    

In Amerika Name für einen im Barrique ausgebauten Sauvignon blanc.

 

Furmint           

Furmint Weiße Rebsorte, die vornehmlich in Ungarn als wichtigster Bestandteil des weltberühmten Süßweins Tokay, angebaut wird. Die Rebsorte ist wegen ihrer dünnen Beerenhaut sehr anfällig für Botrytis, einem Pilz der die Reben, vor allem unter feuchten Wetterbedingungen, befallen kann. Botrytis zerstört die Beerenhaut, in dem er sie durchlöchert und so Wasser und Nahrungsstoffe zu sich nimmt. Das hat eine Konzentration des Beerensaftes und somit auch des Zuckergehaltes zur Folge. Die aus dem befallenen Erntegut gewonnenen Weine zeichnen sich durch enorme Süße aus. Das hohe Maß an Säure, das Furmint kennzeichnet, gleicht diese Süße aus und garantiert diesen Weinen eine sehr lange Lebensdauer. Tokay ist jedoch kein reiner Furmintwein. Er ist ein Verschnitt, in dem Furmint zwar die Hauptrolle spielt, jedoch von der aromatischeren Hárslevelü-Rebe Unterstützung bekommt. Furmint gibt es manchmal auch als charaktervollen, trockenen Weißwein. Ein relativ hoher Alkoholgehalt, oft von 14%, ist dabei keine Seltenheit.

 


 

G

Gamay

Rote Rebsorte, die vor allem mit der Produktion von Beaujolais, dem "Einsteigerwein" par excellence, assoziiert wird. Die Weine aus dem gleichnamigen Gebiet südlich des Burgunds sind durch ein geniales Marketingkonzept weltweit bekannt geworden: als Beaujolais Nouveau werden sie jährlich am 11. November für den Verkauf freigegeben. Dabei kommen die Weine ungefähr acht Wochen nach der Ernte ins Glas, wo sie sich sehr fruchtbetont, tieffarbig und weich präsentieren. Die Weine sind für baldiges Trinken vorgesehen und gewinnen durch Lagerung selten an Qualität. Die Produktion des Beaujolais Nouveau war lange Zeit so lukrativ, dass mehr als die Hälfte der totalen Ernte auf diese Weise vermarktet wurde. Dabei gibt es qualitativ hochwertigere Beaujolais-Weine, wie die Beaujolais-Villages, die ohne Ortsangabe in den Handel kommen, es gibt sogar Weine aus Spitzenlagen, die Crus, die jeweils nach einer der zehn zugelassenen Ortschaften benannt werden (Brouilly, Côtes de Brouilly, Regnié, Morgon, Fleurie, Chiroubles, Moulin-à-Vent, Chénas, Juliénas, St. Amour), und deren Produktion wesentlich strengeren Verordnungen unterliegen. Obwohl die Rebsorte nicht sehr anspruchsvoll ist und großzügige Erträge gibt, ist bei Ertragsbeschränkung ihr Qualitätpotenzial, wie die Crus beweisen, viel höher.

 

Ganztraubenpressung  

Keltern von Weintrauben ohne Entrappen, um hochwertigere Moste zu erhalten.

 

Garganega     

Weiße Rebsorte, die im Veneto, dem Nordwesten Italiens, beheimatet ist. Sie ist derHauptbestandteil des Soave, einen Wein, der seine Popularität vor allem den Supermärkten verdankt. Ein Verschnitt, der Soave ist, muß minimal 70% Garganega enthalten, häufig angefüllt mit Trebbiano, aber auch Pinot Bianco oder der allgegenwärtige Chardonnay dürfen verwendet werden. Garganega liefert mühelos hohe Erträge per ha, was eine Erklärung für den niedrigen Preis und Bekanntheitsgrad der meisten Soave-Weine sein mag. Bei gewissenhafter Arbeit und beschränkten Erträgen kann Garganega jedoch elegante Weine hervorbringen. Sogar Barrique-Ausbau kann angewendet werden, vorausgesetzt, dass man nur hochwertiges Erntegut keltert. Garganega ist zudem erlaubt in Bianco di Custoza und Gambellara, die beides Weißweine aus dem Veneto sind.

 

Gärung

Umwandlung des im Most enthaltenen Zuckers in Alkohol und Kohlendioxyd unter Einwirkung von Hefen (auch alkoholische Gärung genannt). Bei einem Alkoholgehalt von ungefähr 15% stoppt die Tätigkeit der Hefen.

 

Gavi DOC        

Bezeichnung für einen Weißwein der in Piemont (dem Nord-Westen Italiens) aus der Rebsorte Cortese bereitet wird. Von manchen als Chardonnay von Piemonte betrachtet, rechtfertigt dieser Wein in seltenen Fällen, abgesehen von dem hohen Preis, diese Bezeichnung. Grundsätzlich handelt es sich um einen Wein mit einer relativ hohen Säure, einem neutralen, zitronenähnlichen Bukett, das manchmal an Mandeln oder Birnen erinnert und, wie fast alle italienische Weißweine, einem verhältnismäßig hohen Alkoholgehalt. Die DOC-Verordnung erlaubt nicht gerade niedrige Erträge pro Hektar, wodurch viele Exemplare ausdruckslos sind. Moderne Kelterungsmethoden, wie Gärung bei niedrigen Temperaturen und Experimente mit Barrique zeigen gute Ergebnisse, sind aber häufig als Rechtfertigung für die Preisgestaltung zu betrachten.

 

Gelatine          

Weinzusatzstoff, mit dem Proteine aus dem Rotwein herausgeholt werden.

 

Gelbes Weinsiegel     

Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) verleiht dieses Gütesiegel an trockene Weine, deren Zuckergehalt 4 g pro Liter nicht übersteigt.

 

Gerbstoff       

Deutscher Begriff für Tannin, eine organische Verbindung in (vor allem Rot-)Wein.

 

Gevrey-Chambertin  

Weinort der Côte de Nuits mit ganz großen Rotweinen, Spitzenerzeuger: Jean & Jean-Louis Trapet

 

Gewürztraminer         

Weißwein-Traube in Baden und dem Elsaß, intensiv und würzig.

 

Glühwein        

Meist aus Rotwein bereitetes, heißes Getränk, dem Gewürze (Zimt, Muskatnuß, Nelken, Zitrone etc.) und Zucker zugefügt werden.

 

Glycerin           

Süßschmeckender Alkohol, der während der natürlichen Gärung entsteht.

 

Governo         

Bezeichnung für eine Kelterungstechnik, die traditionell bei der Bereitung von Chianti eingesetzt wird, wobei dem Wein direkt nach der Gärung der sehr süße Saft von getrockneten Weintrauben zugesetzt wird, was eine leichte, zweite Gärung verursacht. Dieses Verfahren führt zu einer leichten Zunahme des Alkoholgehaltes, gibt dem späteren Wein eine leichte Restsüße und regt den biologischen Säureabbau, auch malolaktische Gärung genannt, an. Wird der Wein direkt im Frühjahr, folgend auf die Kelterung, in Flaschen abgefüllt, so wird noch ein Teil der Kohlensäure, entstanden bei dieser zweiten Gärung, durch ein leichtes Prickeln auf der Zunge bemerkbar sein. Dieses Verfahren wird jedoch immer weniger bei der Bereitung von Chianti angewandt.

 

Gran Reserva

Höchste spanische Qualitätsstufe für spanischen Rotwein, der sechs Jahre im Keller gereift ist, davon mindestens zwei Jahre im Holzfass.

 

grand cru        

Französisch: großes Gewächs. In Bordeaux und Burgund gebräuchliche Weinklassifizierung für die besten Châteaux-Weine bzw. die besten Lagen. Die Einstufung als Grand cru (in Bordeaux zum Teil noch einmal unterteilt in erst- bis fünftrangige Grands crus) beruht auf einer Klassifikation der besten Weinqualitäten und Weinbergslagen.

 

grand vin         

Französisch: großer Wein. Hiermit ist in Bordeaux der Hauptwein eines Chateau gemeint (gegenüber dem Zweitwein).

 

Grauburgunder           

Deutscher Name einer weißen Rebsorte, die in Italien als Pinot Grigio und in Frankreich als Pinot Gris bekannt steht, wobei sich das "grau" auf die rotgraue Farbe der Beerenschalen bezieht. Der Grauburgunder ist Mitglied der illustren Pinot-Familie, deren Verwandten (Pinot Noir, Pinot Blanc und Pinot Meunier) heutzutage hochmodisch sind und ganze Supermarktregale bevölkern. Ein Merkmal der Pinot-Familie ist, dass die Beeren der verschiedenen Mitglieder schwer von einander zu unterscheiden sind, bis die Beeren mit zunehmender Reife Farbe gewinnen. In Burgund standen deshalb oft Grauburgunder und PinotNoir durcheinander im Weinberg. Pinot Noir, die "Mutter" der Familie, ist genetisch sehr instabil und neigt stark zu Mutation, wobei der Grauburgunder das Produkt einer dieser vielen Mutationen ist. Die Weine, die aus der Rebsorte erzeugt werden, gibt es in vielen verschiedenen Varianten, wobei die einzelnen Weinstile oft von der Geographie bestimmt werden. So gibt es neben Unmengen von neutral schmeckenden Pinot Grigios aus Italien, deren hohes Maß an Säure oft einer zu frühen Ernte, bevor die Beeren viel Aromen entwickelt haben, zu verdanken ist, auch tieffarbene und aromatische Weine. Diese Exemplare sind das Ergebnis einer verlängerten Maischestandzeit, wobei die Schalen ein Teil ihrer Farbstoffe an den zu vergärenden Most abgeben. In Frankreich, wo überraschenderweise viel weniger Hektare mit dieser Rebsorte als in Italien und Deutschland angepflanzt sind, wird sie im Elsaß als Tokay-Pinot Gris in verschiedenen Stilen bis hin zur edelsüßen Beerenauslese angeboten, während in Deutschland sowohl leichte, spritzige Weine als auch barrique-ausgebaute Exemplare erzeugt werden. Letztere sind oft das Produkt von ambitionierten Experimenten, die demensprechend teuer sind. Synonym: Ruländer, Szürkebarát.

 

Graufäule       

Schimmelbefall der Traube, durch den die Beerenhaut und das Fruchtfleisch zerstört werden. Der Faulpilz tritt besonders nach Regenfällen im September oder Oktober auf.

 

Grechetto      

Weiße Rebsorte, die vornehmlich in Mittelitalien, vor allem in Umbrien, angebaut wird. Zusammen mit dem Trebbiano, Malvasia und Verdello werden aus ihr unter anderem die Orvieto-Weißweine gekeltert. Obwohl sie charaktervolle Weine hervorbringen kann, spielt sie mit Ausnahme des Grechetto di Todi selten die alleinige Hauptrolle.

 

Greco   

Weiße Rebsorte angeblich griechischer Herkunft, was ihren Namen erklärt, und im Süden Italiens beheimatet ist. Als Greco di Tufo wird aus ihr in Kampanien ein trockener charaktervoller Weißwein produziert. Meist wird sie aber als Verschnitt mit verschiedenen anderen Rebsorten benutzt, um Weißweine mit illustren Namen wie Lacryma Christi del Vesuvio, oder Torre Quarto Bianco zu produzieren. Sogar Süßweine, aus teilgetrockneten Beeren (siehe Passito als Erklärung) können aus Greco erzeugt werden, wie zum Beispiel der seltene Greco di Bianco.

 

Grenache       

Rote Rebsorte, die in Spanien die vorrangig angebaute Sorte ist und dort Garnacha genannt wird. Obwohl sie in verschiedenen Weinen als Verschnittpartner vorkommt, wird sie, mit Ausnahme von Roséwein, selten zu einem rebsortenreinen Wein verarbeitet. Das hat vor allem damit zu tun, dass die Beeren der Grenache bei hohem Alkoholgehalt oft wenig Tannin und Farbstoffe liefern. Das macht sie für die Roséproduktion sowie die Produktion vieler Süßweine sehr geignet. Bei ausreichender Ertragsbeschränkung können auch tieffarbige und charaktervolle Weine entstehen. Grenache widersteht Trockenheit und Hitze sehr gut. Sie braucht aber recht lange um zur völligen Reife zu kommen. Diese Bedingungen sind in Spanien und Süd-Frankreich, ihrer zweiten Heimat, gegeben, was der wichtigste Grund für ihre Popularität sein mag. Sie spielt eine Rolle in Rioja, wo sie Tempranillo mehr Fülle gibt, oder sie wird zu Claretes, einem sehr hellen Rotwein, gekeltert. Aber auch im französischen Midi und nördlicher, bis zu Châteauneuf-du-Pape, ist sie in fast allen Appellations zugelassen. Da Grenache in Spanien sowie großen Teilen Frankreichs sehr verbreitet ist, wird man sie immer wieder, wegen ihrer eher mäßigen Leistung vornehmlich in Verschnitten, antreffen. Die Rebsorte wird als Cannonau auf Sardinien angebaut.

 

gris     

grau, Bezeichnung für Roséweine in einzelnen Anbaugebieten

 

Großlage         

Nach dem deutschen Weingesetz ist eine Großlage eine Zusammenfassung mehrerer Rebflächen, auch Einzellagen genannt. Eine Großlage umfaßt durchschnittlich 600 ha, eine Einzellage dagegen 38 ha. Mehrere Großlagen werden wiederum in einen Bereich gegliedert. Verschiedene Bereiche bilden zusammen ein Anbaugebiet. Jeder in Deutschland produzierte Wein muß zur Angabe seiner Herkunft eine geographische Bezeichnung tragen. Für Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA) und Qualitätsweine mit Prädikat (QmP) ist der Name des Anbaugebiets bzw. des Bereichs eine Pflichtbezeichnung auf dem Flaschenetikett. Weitere, geographische Herkunftsangaben sind freiwillig, unterliegen aber der gesetzlichen Forderung, dass der Wein in dem Fall für mindestens 85% aus dem angegebenen Raum stammen muß. Obwohl es hier um eine Weingesetzgebung zur Erhöhung der Weinqualität handelt, erscheint die Aufteilung der deutschen Weinbaugebiete grob und deshalb eher politisch als qualitativ. Die geographische Herkunftsbezeichnung auf dem Flaschenetikett läßt in den seltensten Fällen eine klaren Rücksschluß über die Weinqualität zu, da das deutsche Weingesetz die Weinqualität an erster Stelle in den Reifegrad der Beeren und dem danach ausgerichteten Erntemoment einteilt.

 

Grün

Wein mit unreifer Säure.

 

Grundweine  

Basisweine bei der Sektherstellung

 

Grüner Veltliner          

Vor allem in Österreich verbreitete Rebsorte. Ergibt leichte, spritzige Weine mit feiner Pfeffer-Note.

 

Grünes Weinsiegel     

Wird von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) an halbtrockene Weine verliehen, wenn deren Restzuckergehalt 18 g pro Liter nicht übersteigt.

 

Gutedel           

Deutscher Name für die weiße Rebsorte Chasselas.

 

Güteklassen  

Tafelwein: Tafelwein, Landwein. Qualitätswein: Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete. Qualitätswein mit Prädikat (Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein). Nach dem Weingesetz geregelt.

 

Gutsabfüllung   

Im Weingut selbst abgefüllt.

 


 

H

Halbstück        

Bezeichnung für Holzfässer mit 600 Liter (Rheingau) oder 500 Liter Fassungsvermögen (Mosel).

 

Halbtrocken   

Geschmacksangabe für Weine mit einem Gehalt an Restzucker zwischen 10 und 18 Gramm pro Liter.

 

Halsschleife   

Sitzt über dem Bauchetikett am Hals der Weinflasche.

 

Haltbarkeit     

Sie richtet sich nach der Qualität eines Jahrganges, nach der Rebsorte, der Verarbeitungsweise und nach der Lagerung. Empfehlung: Einfache Weine bald trinken, Kabinettweine und Spätlesen können zwei bis fünf Jahre gelagert werden. Auslesen haben erst nach fünf bis zehn Jahren ihre volle Reife entwickelt.

 

Handrefraktometer   

Mit diesem Gerät, das nach dem Prinzip der Lichtbrechung funktioniert, kann man bereits vor der Lese mit Hilfe von Mostgewichtsmessungen den späteren Alkoholgehalt vorausbestimmen.

 

Harmonisch   

ist ein Wein, wenn Traubensüße und Fruchtsäure im Einklang sind.

 

Hart   

Wein mit unreifem, zu jungem Tannin.

 

Hefe  

Einzellige, pflanzliche Mikroorganismen, die auf den Beerenhäuten sitzen. Die Hefe geht bei der Traubenpressung in den Most über und bewirkt die Umwandlung des Zuckers in Alkohol (Gärung). Sind nicht genügend Hefen im Most vorhanden, muß die Gärung mit Reinzuchthefen in Gang gesetzt werden.

 

Herb  

Fachwort für Weine mit hohem Gerbstoffgehalt.

 

Herbstbann   

Schließung der Weinberge kurz vor der Lese, um Traubendiebe fernzuhalten.

 

Hermitage      

Weinbaugebiet im Rhônetal mit guten bis mittleren Rot- und Weißweinen mit A.C.

 

Heuriger

1. in Österreich gebräuchliche Bezeichnung für Winzerlokale, in denen eigener Wein ausgeschenkt wird. 2. Bezeichnung für den jungen Wein in Österreich.

 

Histamin         

In geringen Mengen im Rotwein enthaltener Stoff, (5 bis maximal 10 Milligramm pro Liter), der allergische Reaktionen auslösen kann.

 

Hochfarbig     

Bernsteinfarbene Verfärbung bei besonders alten und/oder hochwertigen Weinen. Sie entsteht, wenn der Wein nicht ausreichend geschwefelt wurde.

 

Holzgeschmack            

Geschmackskomponente eines Weins (Vanille- , Röstton), der im neuen Eichenholzfaß Barrique ausgebaut wird. Wenn der Holzgeschmack dominiert, spricht man von überholzten Weinen.

 

Huxelrebe      

Rebsorte, die nach dem Winzer Huxel benannt wurde (Prädikatsweine mit Muskat-Bukett).

 

Hybridrebe    

Kreuzung von amerikanischen Reben mit europäischen Vitis-vinifera-Reben.

 


 

I

I.G.T.

Italienisch: Indicazione Geografica Tipica. 1995 eingeführte Qualitätsbezeichnung, die zwischen VsT (Vino da Tavola) und D.O.C. liegt.

 

Igt      

Italienische Bezeichnung für Indicazione Geografica Tipica.

 

IGT     

Italienische Bezeichnung für Indicazione Geografica Tipica.

 

Imbottigliato all‘Origine           

Italienisch für Erzeugerabfüllung.

 

Indicazione Geografica Tipica (IGT)     

Italienische Herkunftsbezeichnung für Weine, die aus einem bestimmten Gebiet stammen und dessen Charakter widerspiegeln. Es ist das Äquivalent des französischen Vin de Pays. Diese Bezeichnung wurde 1992 eingeführt, um Weine unter einer höheren Bezeichnung als Vino da Tavola zu vermarkten, eine Konsequenz des rigiden italienischen Weingesetzes, das hochwertige Weine aus nicht anerkannten Rebsorten und moderne Kelterungsmethode ausschließlich unter dieser niedrigsten Qualtätsstufe zuließ. Die Bezeichnung soll ein Sprungbrett für die höhere Kategorie Denominazione di Origine Controllata (DOC) sein, da eine notwendige, tiefgreifendere Änderung zur Auflockerung des DOC-Gesetzes bis jetzt unmöglich zu sein scheint.

 

Internationale Rebsorte          

Bezeichnung für weltweit angepflanzte Rebsorten wie Merlot, Cabernet Sauvignon, Chardonnay, Pinot noir, Sauvignon blanc.

 

Inzolia  

Auch als Ansonica bekannte weiße Rebsorte, die fast ausschließlich auf Sizilien angebaut wird. Zusammen mit der weißen Rebsorte Catarratto ist Inzolia für die meisten Weißweine Siziliens verantwortlich. Inzolia ist in der Lage, Beeren mit einem hohen Säuregehalt zu produzieren, was in heißen Klimazonen wie Sizilien eine Tugend ist. Die sizilianischen Weine sind traditionell Verschnitte, wobei die benutzten Rebsorten die erwünschte Komponente für den späteren Wein bestimmen. Veralterte Kellertechniken ließen jedoch nicht zu, dass dabei Weine entstanden, die mehr als alkoholisch und oft oxidiert waren. Erst mit der Modernisierung des sizilianischen Weinbaus wurde das Potential der Inzolia deutlich. Sie ist im Stande duftige und elegante Weine hervorzubringen, oft ohne den üblichen hohen Alkoholgehalt, den die meisten Weine aus heißen Anbaugebieten aufweisen. Zusammen mit Catarratto wird sie häufig mit Chardonnay verschnitten, wobei sie die fehlende Säure, die Chardonnay rasch in heißen Klimazonen verliert, ausgleicht. Vorausgesetzt, die Weine werden gewissenhaft vinifiziert, können die Ergebnisse sich sehen lassen. Sogar Barrique-Ausbau stehen diesen Weinen sehr gut. Eine Ähnlichkeit mit Weinen aus der "neuen Welt" ist dabei unübersehbar, da einerseits vor allem "internationale" Rebsorten, wie der erwähnte Chardonnay, aus kommerziellen Gründen auf dem Vormarsch sind und diesen den Weinen meistens dominieren, anderseits die Neuerungen im sizilianischen Weinbau häufig von Kellermeistern aus Australien und Kalifornien vorangetrieben wird.

 


 

J

Jahrgang         

Die Weinproduktion einer Ernte aus einem einzigen Jahr. Eine Jahrgangsangabe auf einem Weinetikett garantiert, dass der Wein aus dem diesbezüglichen Jahr stammt. Jahrgangsunterschieden werden meistens sehr viel Gewicht beigemessen, da Weinqualität und -charakter erheblich (aber nicht ausschließlich) von klimatologischen Umständen, die Jahr für Jahr unterschiedlich sind, beeinflußt werden. Dies wird vor allem deutlich in einer Weinprobe, wobei ein bestimmter Wein aus verschiedenen Jahrgängen verkostet wird. Zusätzlich ist ein Jahrgang ein Hinweis für die Trinkreife eines Weines, was vor allem relevant ist bei Weinen die für eine längere Periode von Flaschenlagerung vorgesehen sind. Oft wird aber die Alterungsfähigkeit der meisten Weine überschätzt. Nur relativ wenige Weine werden durch längere Lagerung an Qualität gewinnen oder als solche auf dem Markt gebracht. Zudem gibt es kein einheitliches gutes oder schlechtes Jahr. Dies ist zu sehr von Wetterbedingungen, Gebiet und Produzent abhängig. Jahrgangsunterschiede spielen keine Rolle bei Weinen die ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge sind und Jahr für Jahr den gleichen Geschmack aufweisen, wie es unter anderem bei Champagner, Sherry und Vermouth der Fall ist. Sie kommen ohne Jahrgangsangabe auf dem Markt.

 

Jahrgangssekt   

Sekt, der mindestens zu 75% aus Trauben eines Jahrgangs hergestellt wurde.

 

Johannisberger Riesling           

In Kalifornien gebräuchliche Bezeichnung für die Rebsorte Weißer Riesling.

 

Johannissberg  

1. im Schweizer Wallis erzeugter Weißwein aus Sylvanertrauben. 2. berühmtes Schloß im Rheingau mit ebenso berühmten Rieslingweinen.

 

Joven

Spanisch: Jung. Bezeichnung für den jungen, schon im Jahr nach der Lese auf den Markt gebrachten Rotwein.

 

Junger Wein  

Soeben abgefüllter, trinkfertiger Flaschenwein.

 

Jungwein        

Wein, dessen alkoholische Gärung noch nicht ganz abgeschlossen und der noch nicht von der Hefe getrennt ist.

 


 

K

Kabinett          

Grundstufe der Qualitätsweine mit Prädikat. Für Kabinettweine dürfen nur voll ausgereifte Weintrauben verwendet werden. Mindestmostgewicht: zwischen 70° und 81° Öchsle.

 

Kaltgärung      

Gärmethode, nach der die Moste bei 14 bis 18 Grad Celsius langsam vergoren werden. Man erhält frische und jung trinkbare Weine.

 

Kamm  

Stiel der Weintraube.

 

Kanzler

Kreuzung zwischen Müller-Thurgau und Silvaner.

 

Kékfrankos    

Ungarische Bezeichnung für die rote Rebsorte, die in Österreich als Blaufränkisch bekannt ist, jedoch in ganz Zentral-Europa anzutreffen ist. Die aus ihr gekelterten Weine sind häufig für baldiges Trinken gemacht.

 

Kellerei            

Die Weinkellerreien von Handelshäusern, im Gegensatz zum Weinkeller eines Winzers (Erzeugers).

 

Kelter   

Traubenpresse

 

Kerner

Weiße Rebsorte die 1929 aus Trollinger und Riesling gezüchtet wurde. Ihr Name verdankt sie dem Dichter und Arzt Justinus Kerner (1786-1862). Kerner ist im Vergleich zu Müller-Thurgau (eine ältere Züchtung, bei der auch Riesling Pate stand) qualitativ hochwertiger. Sie treibt relativ spät aus, reift aber vor Riesling und ergibt Reifegrade, die durchschnittlich über denen von Müller-Thurgau liegen. Dabei paart sie Reife mit genügend Säure, was die Weine lagerfähig macht. Wie bei fast allen deutschen Weinen bestimmt der Reifegrad den   Weinstil: die Kabinettweine ähneln Riesling, während Spätlese Kerner weniger Säure und häufig einen Muskatton im Bukett verzeichnen.

 

Kernig   

Bezeichnung für einen Wein mit kräftiger Säure, der Festigkeit, Biß und Kern hat, aber noch nicht auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung ist.

 

kir       

Ein Teil Cassis auf drei bis vier Teile Wein. Ursprünglich aus dem Burgund mit Weißwein aus der Aligotétraube. Der Name Kir stammt von Canon Félix Kir, ein früherer Bürgermeister von Dijon.

 

Klären   

Trennen des Weins von verunreinigten Stoffen, Trauben- und Heferückständen.

 

Klingelberger

In der Ortenau (Baden) gebräuchliche Bezeichnung für den Riesling.

 

Kohlendioxyd   

(C02) während der Gärung entstehendes Gas, das in die Luft entweicht. Bis auf einige junge, spritzige Weißweine sind abgefüllte Weine still (Stillweine), in Schaum- und Perlweinen, die in geschlossenen Behältern vergoren wurden, bleibt Kohlendioxyd enthalten. In gelagerten Weinen, insbesondere in reifen Rotweinen, darf dagegen keine Kohlensäure enthalten sein.

 

Kohlensäuremazeration          

Diese beim Beaujolais gebräuchliche Methode intensiviert Farbe und Frucht. Ungepreßte, ganze Trauben werden unter Sauerstoffabschluß mit Kohlensäure vergoren.

 

Kork  

Durch einen schlechten Korken hervorgerufener unangenehmer Beigeschmack (franz.: Bouchon) Korken Flaschenverschluß aus der Rinde der Korkeiche. Die Rinde wird ein halbes Jahr gelagert, dann gekocht, gebleicht und desinfiziert, bevor der eigentliche Korken herausgestanzt wird. Die Haltbarkeit eines Korkens hängt von der  Luftfeuchtigkeit des Lagerraums ab, mindestens jedoch 25 Jahre. Danach muß die Flasche neu verkorkt werden.

 

Korkgeschmack           

Muffiger, modrigen Korkton, verursacht durch einen fauligen Korken. Ein irreparabler Schaden!

 

Körper  

Die Substanz eines Weines, die durch das Zusammenwirken von Frucht, Gerbstoff und Alkohol empfunden wird.

 

Körperreich   

Eigenschaft eines extraktreichen Weins.

 

Kratzig  

Weinfehler, bei dem der Wein zuviel Schwefel enthält.

 

Krautig

Geschmackston, der bei Weinen aus Cabernet franc, Cabernet Sauvignon und Merlot auftritt,wenn die Trauben nicht vollreif gelesen wurden.

 

Kreuzung        

Durch Kreuzung von zwei alten Rebsorten entsteht eine neue Rebsorte. Beispiele hierfür sind: Kerner (Trollinger mit Riesling), Müller-Thurgau (Riesling mit Gutedel) und Rieslaner (Silvaner mit Riesling).

 

Kupfersulfat  

Spritzmischung, die die Blattbildung stärkt und die Widerstandskraft des Rebstocks gegen tierische und pflanzliche Schädlinge erhöht.

 

Kurz   

Bezeichnung für Wein ohne nennenswerten Geschmacksnachhall ("kurz im Abgang").

 


 

L

Lage  

Bezeichnet einen Weinberg, dessen Name und Umgrenzung gesetzlich erfaßt und geschützt sind. Lagen gibt es in Deutschland, Österreich, Frankreich und der Schweiz.

 

Lagrein

Rote Rebsorte, die in Süd-Tirol zu zwei Weinstilen verarbeitet wird: Lagrein Rosato, oder Lagrein Kretzer ist der Name eines schmackhaften Rosés, während Lagrein Scuro oder Lagrein Dunkel ein potenziell hochwertiger Rotwein ist. Barrique-Ausbau sowie längere Perioden der Flaschenlagerung bekommen den besten Exemplare ausgezeichnet. Die Rebsorte hat ein Qualitätspotenzial, das erst noch entdeckt wird. Das hat vor allem damit zu tun, dass die am häufigsten angebaute rote Rebsorte in Süd-Tirol Schiava ist, die aber selten mehr als alltägliche Qualität, dies aber in enormen Mengen, produziert. Lagrein kann im Ertrag gut mit Schiava mithalten, braucht aber eine warme Lage, da sie spätreifend ist. Wirkliche Qualität entsteht aber erst dann, wenn der Winzer eine Ertragsbeschränkung in Kauf nimmt. Dies mag für viele Produzenten, die eher auf Ertrag als Qualität setzen, in Anbetracht des verschwindenden Marktes für Billigweine ein völlig neuer, aber notwendiger Ansatz sein.

 

Lambrusco     

Rote Rebsorte, die in der Emilia Romagna in Italien angebaut wird, aber vor allem aus dem Supermarkt, als prominenteste Erscheinung im untersten Preissegment, bekannt sein dürfte. Die aus ihr gekelterten Rot- sowie Weißweine werden in enormen Mengen hauptsächlich für den Exportmarkt produziert. Dies läßt über ihre Qualität nicht viel Gutes ahnen. Die meisten Schraubverschlußflaschen bieten denn auch nicht mehr als ein fruchtiges, leicht schäumendes Getränk, mit geringem Alkoholgehalt und einer Restsüße, was als Vino da Tavola, der niedrigsten Qualitätsstufe des italienischen Weingesetzes, vermarket wird. Dabei gibt es seriöse Exemplare, die sowohl über eine eigene Herkunftsbezeichnung (DOC) als auch über einen Korken verfügen. Diese Weine sind gehaltvoller, meist trocken, während auch sie von einem leichten Prickeln gekennzeichnet sind. Sie passen hervorragend zu den deftigen Speisen der Emilia Romagna. Lambrusco kann man in Italien von Piemont bis zu Sizilien in einer ihrer sechzig verschiedenen Untersorten antreffen. Die Rebstöcke sind sehr produktiv (obwohl auch hier wiederum eine Ertragseinschränkung eine deutliche Qualitätszunahme bedeutet) und relativ krankheitsresistent. Sie ertragen zudem winterliche Kälte. Die vier besten Anbaugebiete in der Emilia Romagna die über eine eigene DOC verfügen sind: Lambrusco di Sorbara, Lambusco Grasparossa di Castelvetro, Lambrusco Salamino di santa Croce und Lambrusco Reggiano.

 

Landespreismünze     

Wird als regionale Weinprämierung verliehen und dient als Sprungbrett zur Bundesweinprämierung der DLG.

 

Landwein        

Begriff für einen einfachen Wein, der nach der deutschen Weingesetzgebung einen höheren Mindestalkoholgehalt aufweisen muß, als ein Tafelwein. Er unterliegt jedoch nicht den strengen Anforderungen wie für Qualitätsweine.

 

Lang  

Wein, der im Geschmack lange nachklingt, das wird gelobt als ,,langer Abgang".

 

Leicht

Wein mit relativ wenig Alkohol (zwischen 8° und 11,5° Alkoholgehalt).

 

Lemberger     

Deutsche Bezeichnung für die vor allem in Österreich verbreitete rote Rebsorte Blaufränkisch. In Deutschland wird die Rebsorte vornehmlich in Württemberg angebaut, wo aus ihr, häufig im Verschnitt mit Trollinger, blaßrote leichte Rotweine gekeltert werden. Im österreichischen Burgenland jedoch entstehen auch tieffarbige Rotweine, wobei der Faßausbau in neuem Barrique nicht selten ist. Diese Zeit- und Geldaufwand schlägt sich natürlich im Preis nieder und obwohl Limberger in Deutschland zumeist ein bescheidener Schoppenwein ist, wird auch hier zunehmend mit Barriques experimentiert.

 

Lese  

Weinernte.

 

Lesetechnik   

Im Qualitätsweinbau gelten verschiedene Lesezeitpunkte und -formen. Vorlese (Auslese frühreifer oder verfaulter Trauben), Hauptlese (Einbringen vollreifer Trauben), gestaffelte Lese (in mehreren Durchgängen), selektive Lese (Auslese edelfauler Trauben oder Traubenteile), negative Auslese (Auslese fauler Trauben vor der Lese), positive Auslese (Auslese gesunder oder edelfauler Trauben).

 

Lie, sur

Französisch für "auf der Hefe" und die Bezeichnung eines Weinbereitungsverfahrens, bei dem der fertige Wein nach der Gärung für eine Periode auf seiner Hefe im Faß oder Tank gelagert wird. Dieses Verfahren wird vor allem bei der Produktion von Muscadet-Weinen aus der Loire angewandt. Die für die Produktion angewandte Rebsorte, Melon de Bourgogne, ergibt relativ neutrale Weißweine, die oft sogar nichtssagend in ihrem Charakter sein können. Die Sur-Lie-Methode wird vor allem eingesetzt, um dem Wein mehr Geschmack zu verschaffen. Die Hefe, die in ihrer Arbeit durch die entstandene Alkoholbildung immer mehr gehemmt wird, stirbt ab, wobei ihre Zellstruktur durch das von ihr selbst gebildete Eiweiß vernichtet wird (Autolysis genannt). Bei diesem Prozeß entstehen chemische Verbindungen, die zur Bildung der Aroma- und Geschmacksstoffe beitragen. Ein Teil der bei der Gärung entstandenen Kohlensäure bleibt im Wein aufgelöst, wodurch der Wein oft ein leichtes Prickeln auf der Zunge verursacht, was den Eindruck von Frische verstärkt. Die Muscadet-Weine sollten knochentrocken sein. Die Weine eignen sich meistens nicht für längere Flaschenlagerung.

 

Liebfrauenmilch          

Lieblicher deutscher Exportweißwein, der aus den Anbaugebieten Pfalz, Rheinhessen, Nahe und Rheingau stammen darf und einen gesetzlich festgelegten Restzucker- und Säuregehalt aufweist.

 

Lieblich

Nach dem deutschen Weingesetz ist lieblich die Bezeichnung für einen Wein, dessen Restzuckergehalt über dem eines halbtrockenen Weines liegt, jedoch nicht mehr als 45g/l beträgt. Die Angabe "Lieblich" bezieht sich zuerst auf die Menge an Restzucker, wird aber oftals Geschmacksindiz betrachtet. Ein lieblicher Wein kann jedoch über ein hohes Maß an Säureverfügen, was ihn viel trockener erscheinen läßt als er tatsächlich ist.

 

Likörwein        

Dessertweine mit mindestens 15 Volumenprozent Alkohol (Port, Sherry, Marsala, Banyuls, Madeira).

 

Limberger       

Deutsche Bezeichnung für die rote Rebsorte, die in Österreich Blaufränkisch und in Ungarn Kékfrankos genannt wird.

 

Limousineiche  

Großporiges Eichenholz aus den Wäldern um die Stadt Limoges im französischen Zentralmassiv für Barriques (vor allem für Cognac).

 

Lüften  

1-2 Stunden vor dem Einschenken sollten Rotweinflaschen entkorkt werden, damit der Wein sein volles Bukett entfaltet.

 


 

M

Maceracion Carbonico

Spanische Bezeichnung für eine Gärmethode ohne Maischung zur Erzeugung fruchtiger, junger Rotweine im Beaujolaise-Stil.

 

Maderisiert    

Ausdruck für Weine, die ihren Höhepunkt überschritten haben und oxydiert sind. Sie verströmen einen unfrischen, süßlichen, oft an Maggikraut erinnernden Duft.

 

Magnum         

Weinflasche mit 1,5 Liter Inhalt.

 

Maische          

Die geernteten Trauben werden nach dem Empfang in der Kellerei "gemahlen", wobei die Beerenhäute aufgerissen werden und ein Teil des Saftes auslaufen kann. Der so entstehende Brei von Saft, Hülsen, Kernen, und manchmal Stielen bezeichnet man als Maische. Das Mahlen verschafft der Hefe den Zugang zum Rebsaft und damit zur Nahrung, die sie für ihre Arbeit, die Gärung, braucht. Zugleich ist das Pressen von Maische einfacher als von ganzen Beeren, da weniger Druck erforderlich ist. Dies bedeutet eine Verkürzung der Preßzeit, aber wichtiger ist, dass ein schonender Preßvorgang des Saftes die Traubenkerne und Stiele nicht zerdrückt und dadurch keine Gerbstoffe freigesetzt werden, die einen bitteren Geschmack im späteren Wein verursachen. Wenn Weißwein produziert werden soll, wird ausschließlich der von der Maische getrennte Saft vergoren. Wird Rotwein produziert, so wird auf der Maische vergoren, da sich in den roten Beerenhäuten die Farbstoffe befinden, die die Farbe eines Rotweines verursachen.

 

Maischeerhitzung       

Erhitzung der Maische auf etwa 60 bis 80 Grad Celsius, um mehr Farbpigmente aus der Beerenhaut zu extrahieren.

 

Maischegärung            

Vergärung auf der Maische, dem unvergorenen roten Traubensaft mit Schalen und Kernen.

 

Malbec

Rotweinsorte der kräftigen, gerbsäurereichen Art.

 

Malolaktische Gärung   

(Milchsäuregärung oder biologischer Säureabbau (BSA) genannt). Umwandlung der aggressiven Apfelsäure in die mildere Milchsäure.

 

Malvasia          

Hinter diesem Namen verbirgt sich eine Vielzahl verschiedener sowohl roter als auch weißer Rebsorten, bei denen es sich oft ausschließlich um Synonyme handelt. Nur die wenigsten sind die "wahre" Malvasia. So kennt Frankreich Malvoisie, mit der, regionabhängig, unter anderen Pinot Bianco, Maccabeu oder Veltliner gemeint sein kann. Ihre einzige Gemeinsamkeit besteht darin, dass es sich in diesem Fall um weiße Rebsorten handelt. Malvoisie, abgeleitet von Monemvasia, eine südgriechische Hafenstadt der Antike, war traditionell die in Frankreich benutzte Bezeichnung für hochwertige Weine angeblich griechischer Herkunft. Die "wahre" Malvasia, in verschiedenen Unterarten, trifft man in ganz Italien an, wo sie für unterschiedliche Weinstile verantwortlich ist. So wird häufig in Mittelitalien die Malvasia Bianca zu trockenen, charaktervollen Weißweinen verarbeitet, die oft einen hohen Alkoholgehalt aufweisen. Doch selten spielt sie die alleinige Hauptrolle im Wein, vielmehr wird sie zusammen mit dem neutralen Trebbiano zu anspruchslosen Weißweinen, wie Frascati, verschnitten. Zu Weltklasse gelangt sie in den Dessertweinen, die auf den liparischen Inseln, vor der Küste Siziliens, aus getrockneten Beeren (siehe Passito) gekeltert werden und als Malvasia di Lipari ein wohlverdientes Come Back erleben. Die Malvasia Nera wird als roter Malvasier noch sporadisch in Südtirol angebaut, ist jedoch in Apulien mehr verbreitet.

 

Manseng        

Weiße Rebsorte, die es in zwei Varianten gibt: als Gros Manseng und Petit Manseng bilden sie den Hauptbestandteil der Weißweine des Jurançon, im Südwesten Frankreichs und die der Cascogne, vor allem der Pacherenc du Vicbilh. Der Unterscheid liegt darin, dass, wie der Name schon andeutet, Petit Manseng kleinere Beeren hat und weniger produktiv ist als Gros Manseng, dafür einen konzentrierteren Saft ergibt. Werden die Beeren bis spät in den Herbst am Weinstock gelassen, bis sie wie Rosinen zusammengeschrumpft sind, so werden sie für die Bereitung von Süßweinen verwendet, die unter dem Namen Jurançon Moulleux auf den Markt kommen. Obwohl Petit Manseng deshalb die "noblere" ist, werden beide Rebsorten meistens nebeneinander angebaut. Gros und Petit Manseng ergeben sehr aromatische Weißweine, die meistens über ein ordentliches Maß an Alkohol verfügen (oft mehr als 12%), wobei der relativ hohe Säuregehalt den Weinen Struktur und Gleichgewicht verleiht.

 

Manzanilla      

Spanischer Begriff für einen der vier Sherrystile, neben Amontillado, Fino, und Oloroso. Ein Manzanilla-Sherry ist im Prinzip ein Fino, wird aber in Sanlúcar de Barrameda, ein Ort an der spanische Südküste, hergestellt. Die hier herrschende feuchte Meeresluft führt zu einer dickeren Florschicht (siehe Fino für eine Erklärung), die den Wein vor Oxidation schützt undzugleich für den typischen Geschmack dieses Sherrys verantwortlich ist. Manzanilla-Sherrys haben einen geringeren Alkoholgehalt und mehr Säure als Finos, da die Weintrauben oft früher geerntet werden als die für die anderen Sherrystile.

 

Marc

Französisch für Trester sowie auch einem daraus erzeugten Weinbrand. Da die Trauben für die Weißweinproduktion vor der Gärung gepresst werden (im Gegensatz zu Rotweinen, bei denen der Traubensaft, die Schalen und manchmal die Traubenstielen zusammen vergoren werden), erhält der Trester keinen Alkohol, dafür aber noch Zucker. Der Trester wird in diesem Fall mit Wasser ausgespült, das anschließend zu einer Flüssigkeit (Wein kann man dies nicht wirklich nennen) mit sehr niedrigen Alkoholgehalt vergoren wird. Dieser "Basiswein" wird zu Weinbrand, als Marc, destilliert. Der Trester des Rotweins enthält dagegen Alkohol, weshalb dieser gleich destilliert werden kann.

 

Mariensteiner

Kreuzung zwischen Silvaner und Rieslaner (Pfirsichbukett).

 

Markenwein

Wird durch Verschnitt verschiedener Weine hergestellt, um über einen längeren Zeitraum einen geschmacklich und qualitätsmäßig gleichbleibenden Weintyp auf den Markt bringen zu können.

 

Marsanne       

Weiße Rebsorte, die man vor allem im Rhônetal antrifft, wo sie, zusammen mit Rousanne, Bestandteil der meisten Weißweine ist. Marsanne verdankt ihre Popularität vor allem dem Umstand, dass sie reichtragend ist. Reine Marsanne-Weine sind aromatisch und zeichnen sich durch Körper und Alkoholgehalt aus. Für mehrjährige Flaschenlagerung ist sie jedoch nicht geeignet, da ihr dafür die nötige Säure fehlt. Die Weine können deshalb sogar oft ein wenig schwer ausfallen. Die weißen St. Josephweine werden fast ausschließlich von Marsanne erzeugt, während bis zu 15% in dem roten Hermitage erlaubt sind, was heutzutage jedoch selten der Fall ist, da sie jetzt als Bestandteil den weißen Hermitage Rousanne als Verschnittspartner unterstützt. In kleinen Mengen wird Marsanne jedenfalls in der Schweiz, sowie in Australien angebaut. Auch in Kalifornien, wo ein modisches Interesse für Rhôneweine entstanden ist, nimmt ihre Popularität zu.

 

Mavrud           

Rote Rebsorte, die man in ganz Zentral-Europa, aber vor allem in Bulgarien antrifft. Die aus Mavrud gekelterten Weine zeigen sich oft ein wenig rustikal: sie sind relativ säurearm, haben dafür mehr Tannin, das aber, vorausgesetzt die Beeren wurden bei völliger Reife geerntet, von genügend pflaumenähnlicher Frucht ausgeglichen wird. Die Mavrudweine werden häufig im Holzfaß ausgebaut.

 

Mazeration    

Herauslösen von Farbe und Frucht aus Beerenhaut und Fruchtfleisch.

 

Médoc

eines der Hauptanbaugebiete für Bordeauxweine

 

Mehltau          

(Oidium) Mehlartiger Belag auf Blättern und Trauben des Weinstocks, die diesen zum Absterben bringen. Diese Krankheit wurde in der Mitte des letzten Jahrhunderts von Amerika nach Europa gebracht, ist jedoch mittlerweile unter Kontrolle.

 

Merlot  

Rotwein-Traube

 

Méthode champanoise           

Französische Bezeichnung für Schaumweine die nach dem Champagnerverfahren (auch Flaschengärung genannt) produziert worden sind. Seit 1994 ist diese Bezeichnung für Schaumweine, die nicht aus der Champagne stammen, im Rahmen des E.U.-Weingesetzes verboten. Stattdessen darf auf dem Etikett nur eine der folgenden Bezeichnungen erwähnt  werden: "fermentation selon la méthode champenoise (Vergärung nach dem Champagnerverfahren), "méthode traditionelle", "méthode classique" und "méthode traditionelle classique".

 

Méthode Champenoise          

Flaschengärung (Gärverfahren beim Champagner)

 

Methylalkohol  

Giftiger Alkohol, von dem im Wein maximal 0,1 Gramm pro Liter enthalten sein darf (auch Methanol).

 

Metodo classico          

Italienisch für Schaumweine, die nach dem Champagnerverfahren (auch Flaschengärung genannt) produziert worden sind. Siehe auch Méthode champenoise.

 

Milchsäure

in Rot- und einigen Weißweinen vorhandene milde Säure, die durch die malolaktische Gärung entsteht.

 

Mild   

Ein Wein mit wenig Säure, meist sehr bekömmlich.

 

Millésime        

Französisch: Jahrgang.

 

Mineralisch    

Duft- und Geschmackseindruck bei Weinen.

 

mis en bouteilles         

in Flaschen abgefüllt

 

Monastrell     

Spanische Bezeichnung für die rote Rebsorte Mourvèdre.

 

Mont-de-Milieu          

einer der Premiers Crus des Chablis

 

Montepulciano            

Rote Rebsorte, die in der Mitte Italiens weit verbreitet ist. Sie hat jedoch nichts mit dem fast gleichnamigen Rotwein Vino Nobile di Montepulciano zu tun. Dieser Wein wird in der Gegend der toskanischen Stadt Montepulciano nahezu aus den gleichen Rebsorten wie Chianti bereitet, wobei Sangiovese den wichtigsten Anteil liefert. Montepulciano liefert meistens weiche, fruchtige Rotweine ohne viel Tannin, die sofortigen Trinkgenuß bieten. Die Rebsorte trifft man kaum nördlicher an, da sie spätreifend ist. Ihr Zuhause ist vielmehr Zentral-Italien bis zum südlichen Apulien. Am häufigsten wird sie in den Abruzzen angebaut und zu fruchtigen und tieffarbigen Weinen gekeltert. Experimente mit Barrique zeigen Montepulciano's Affinität mit Holz. Die bekanntesten Weine mit einer eigenen Herkunftsbezeichnung sind Montepulciano d'Abruzzo Rosso und als Rosé Montepulciano d'Abruzzo Cerasuolo. Als Verschnittpartner wird sie in den Rotweinen der Marche, an erster Stelle Rosso Conero und Rosso Piceno, verwendet.

 

Morio-Muskat  

Von Peter Morio aus Silvaner und Weißburgunder 1928 gezüchtete weiße Rebsorte. Sie verdankt die andere Hälfte ihres Namens dem Muskat-ähnlichen Aroma ihrer Weine, obwohl Morio-Muskat nicht im geringsten mit der Muskat-Familie verwandt ist. Die Verbreitung der Rebe hält sich buchstäblich in Grenzen: heutzutage sind noch knapp 2000 ha in der Pfalz und Rheinhessen, wo sie vor allem als Würze für die charakterlose Liebfraumilch eingesetzt wurde, mit ihr bepflanzt und die Zahl nimmt rasch ab. Rein landwirtschaftlich betrachtet, gibt sie sich unkompliziert: sie gibt hohe Erträge, reift mittelspät und obwohl sie früh austreibt, regeneriert sie sich schnell nach Frühlingsfrostschäden. Morio-Muskat ist aber wegen der dünnen Beerenschalen für Pilzkrankheiten anfällig. Die aus ihr produzierten Weine leben vor allem vom kräftigen Aroma, das aber selten lange begeistern kann.

 

Most

Begriff, mit dem der noch unvergorene Beerensaft bezeichnet wird.

 

Mostgewicht

Maßeinheit für den Zuckergehalt der Trauben und damit für den potentiellen Alkohol des Weins. In Deutschland wird in Öchsle gemessen.

 

Moulleux        

Französisch für lieblich. Ein Wein mit dieser Bezeichnung hat eine Restsüße von 30 bis 40 g/l.

 

Mourvèdre    

Rote Rebsorte, die als Mataro in Spanien bekannt ist und angeblich in der Gegend der gleichnamigen Ortschaft in Valencia ihre Heimat hat. Sie ist fester Bestandteil verschiedener Rotweine, die in Südost-Spanien angebaut werden. Als Mourvèdre soll sie allerdings seit mehreren Jahrhunderten in Südfrankreich bekannt sein. Mourvèdre macht es dem Winzer nicht leicht: sie treibt sehr spät aus und reift auch sehr spät. Dazu verlangt sie viel Wärme, was meistens die beste Lage im Weinberg fordert. Im Ertrag ist sie bescheiden: sie liefert dickschalige, kleine Beeren die aber konzentrierte Weine ergeben. Ihr Bonus ist vor allem, dass sie ihre Säure, auch im heißen Klima des Midi, behält, warum sie an erster Stelle als Verschnittpartner benutzt wurde. In Bandol, einem kleinen Weinbaugebiet in der Nähe von Toulon, entstehen aber verblüffende, sehr konzentrierte Weine, die oft mehr als 10 Jahre Flaschenlagerung brauchen, um sich zu entfalten. Auch ist sie eine der am häufigsten benutzten Rebsorten für die Produktion der Chateauneuf-du-Pape-Weine.

 

Mousseux      

Französisch: Schäumen. Perlung bei Sekt und Champagner.

 

Müller-Thurgau           

Weiße Rebsorte, die ihren Namen und ihre Existenz Dr. Müller aus dem Schweizer Thurgau verdankt. Sie ist das Ergebnis einer von Dr. Müller 1882 in Geisenheim ausgeführten Kreuzung zwischen Riesling und Silvaner. Seine Ambition war es, eine Rebsorte zu züchten, die die Qualitäten der Rieslingrebe, jedoch nicht ihre Nachteile, wie ihre späte und deshalb risikovolle Reife, haben sollte. Tatsächlich ist Müller-Thurgau frühreifend, verkörpert aber keine der weiteren erhofften Qualitätsmerkmale des noblen Riesling. So fehlt es den Weinen oft an genügend Säure, weshalb sie für die Flaschenreife ungeeignet sind. Schwerwiegender ist jedoch, dass die von ihr erzeugten Weine oft breit wirken und ihr ungewöhnliches Bukett, das von manchen als "traubig", aber generell als Urin von Mäusen, euphemistisch "mäuselnd", bezeichnet wird. War die Begeisterung für diese neue Rebsorte am Anfang begrenzt, fand sie im Deutschland der Nachkriegszeit großen Beifall, da sie enorme Erträge pro ha produzieren kann. Müller-Thurgau wird vor allem als Bestandteil eines Verschnitts verwendet, der weltweit als Liebfraumilch Verkaufserfolge feiert, zugleich aber mitverantwortlich ist für das Billig-Image, das deutschen Weinen heutzutage zu Unrecht anhaftet. Müller-Thurgau trifft man unter anderem in Luxemburg, England und vor allem Neuseeland an. Die Weine können, obwohl nie großartig, trotzdem attraktiv sein, wenn eine Ertragbeschränkung in Kauf genommen wird. Synonym: Rivaner.

 

Muscadelle    

Weiße Rebsorte, die vor allem als eine von drei für die Weißweinproduktion in Bordeaux eingesetzte Rebsorten bekannt ist. Obwohl die Appellation Contrôléegesetzgebung für die Erzeugung weißer Bordeaux fünf Rebsorten erlaubt, werden meistens nur Sémillon, Sauvignon Blanc und (immer weniger) Muscadelle verwendet. Man trifft Muscadelle überwiegend im Entre-Deux-Mers an, wo, von Ausnahmen abgesehen, relativ belanglose Weine in enormen Mengen produziert werden. Muscadelle eignet sich ausgezeichnet für Massenproduktion: sie treibt recht spät aus, weshalb sie unberührt von Spätfrost bleibt, zugleich ist sie frühreifend. Dabei erreicht sie hohe Erträge per ha. Die von ihr produzierten Weine erinnern in der Nase an Trauben, jedoch wird man selten einen 100% reine Muscadellewein antreffen. Vielmehr verleiht sie den Verschnitten, was die meisten Weißweine des Bordeaux sind, Fruchtigkeit. Dass Muscadelle auch anders kann, zeigen die in Australien aus ihr gekelterten hochwertigen und langlebigen Süßweine, die verwirrenderweise als Liqueur Tokay bekannt sind, jedoch unter diesem Namen nicht in Europa vermarktet werden dürfen.

 

Muscadet       

Sowohl der Name einer weißen Rebsorte, die vor allem im westlichen Teil der Loire, um die Stadt Nantes, angebaut wird, als auch der von ihr produzierten Weine. Muscadet ist eine frühreifende Rebsorte, ein Vorteil in Gebieten, in denen das Klima für Weinbau nicht sehr vorteilhaft ist. Die von ihr produzierten Weine sind eher bescheiden, relativ neutral, mit einer Spur von grünen Äpfeln und trocken. Die besten Exemplare sind fast ausnahmslos die Muscadets de Sèvre et de Maine. Die Weine, die aus diesem Gebiet stammen, werden einem Weinbereitungsverfahren unterzogen, bei dem der fertige Wein nach der Gärung für einige Zeit auf seiner Hefe im Faß oder Tank gelagert wird. Diese Methode, Sur Lie ("auf der Hefe") genannt, wird vor allem eingesetzt um dem Wein mehr Geschmack zu verschaffen. Dass die Rebsorte unter anderen klimatologischen Voraussetzungen sehr wohl in der Lage ist andere Weine zu produzieren, zeigt die Tatsache, dass sie in Kalifornien bis vor kurzem für Pinot Blanc angesehen wurde. Synonym: Melon de Bourgogne.

 

Muscadet de Sèvre et Maine

hochwertige Appellation in der Loire Gegend mit der Muscadet-Traube

 

Muscat

Sowohl der Name einer weißen Rebsorte, die in verschiedenen Unterarten weltweit vorkommt, als auch der aus ihr gewonnenen Weine. Die Muscat Blanc à Petits Grains dürfte die nobelste sein, während die Muscat Hamburg und Muscat Alexandria häufig auch für die Tafeltraubenproduktion angebaut werden. Obwohl die Muscat Ottonel die leichtesten Weine ergibt, wird sie in den nördlichen Weinbaugebieten vorgezogen, da sie, im Gegensatz zu den anderen Varianten, frühreifend ist. Alle aus der Sorte gekelterten Weinen weisen ein mehr oder weniger duftiges, traubenähnliches Bukett auf. Je nach Anbaugebiet gibt es verschiedene Weinstile: Als Moscato d'Asti wird im Norden Italiens ein leicht moussierender, oft lieblicher Weißwein aus ihr gekeltert, während der Muscat d'Alsace ein völlig trockener Weißwein aus einem Verschnitt von Muscat Blanc à Petits Grains und Muscat Ottonel ist. Traditionell werden Süßweine aus dieser Rebsorte hergestellt, die ihren hohen Alkoholgehalt oft dem Zusatz von Branntwein verdanken.

 


 

N

Nase

Bezeichnung für das Aroma oder Bukett eines Weins. Bei Verkostungen eines der entscheidenden Merkmale zur Beurteilung.

 

Naturwein      

Nicht mit Zucker angereicherter Wein. Dieser Ausdruck war bis zur Einführung der Prädikatsweine durch das Deutsche Weingesetz zugelassen.

 

Nebbiolo         

Rote Rebsorte, die im Piemonte, vor allem in der Nähe von Alba, im Nordwesten Italiens, anzutreffen ist. Ihre Widerspenstigkeit zu reisen und damit ihre Unbekanntheit steht einer weltweiten Verbreitung, wie z.B. der Fall mit Cabernet Sauvignon ist, im Weg. Sie fühlt sich nur wohl in ihrer Heimat, wo sie in guten Jahren hochwertige, in geringen Jahren säurebetonte und harte Weine erzeugt. Nebbiolo ist nicht gerade anspruchslos: sie braucht eine sehr lange Reifezeit, die sich bis weit in den Hebst hinauszögert. Ihr Name ist abgeleitet von Nebbia, Nebel, der im Herbst während der Weinlese in den Hügeln von Alba vorkommt. Darum verlangt die eher bescheiden tragende Nebbiolo nicht nur beste Südlage im Weinberg, wo in den meisten Jahren eine lange Wachstumsperiode gewährleistet ist, sondern es wäre einfach nicht wirtschaftlich diese feinsten Lagen mit wenig nobleren, aber anspruchsloseren Rebsorten, deren Marktwert viel geringer ist, zu bepflanzen. Die bekanntesten von Nebbiolo erzeugten Weine sind Barolo und Barbaresco. Die Weine kennzeichnen sich in der Jugend durch enorme Säure und Tannine aus, die sich erst während einer relativ langen Lagerungsperiode ausgleichen. Das Ergebnis der besten Exemplare belohnt das geduldige Warten: Die Weine zeigen eine enorme Vielfalt an Aromen: von getrockneten Früchten, Veilchen und Teer (auch Goudron in der Fachsprache genannt), bis hin zu Pilzen. Mittlerweile gibt es auch eine neue Generation von Winzern, die Weine erzeugen, die schneller trinkreif sind. Kürzere Kelterungszeiten sowie Ausbau in kleinen Holzfässern, Barriques, ergeben einen Wein, der sich weicher präsentiert. Ob dieser Wein die Lagerfähigkeit der altmodisch gemachten Weine und deren Geschmacksentwicklung besitzt, ist noch unklar, weshalb man die daraus entstandene Diskussion oft als "Traditionalisten vs Modernisten" bezeichnet. Synonym: Spanna, Chiavenasca

 

négociant       

Weingroßhändler. Oft Selbstabfüllung von gekauften Fässern.

 

Nerello

Rote Rebsorte, die in zwei Varianten hauptsächlich auf Sizilien angebaut wird: Nerello Mascalese und Nerello Cappuccio. Die aus Mascalese gekelterten Weine werden wegen ihrer tiefen Farbe sowie des hohen Alkoholgehaltes an erster Stelle als Verschnittpartner für leichteTafelweine benutzt, während Cappuccio auch unverschnitten, als Etna Rosso auf den Markt kommt. Letztgenannter wird auf den kühleren Hängen des Etna angebaut, wo elegante Weine aus ihr gekeltert werden.

 

Nero d'Avola

Rote Rebsorte, die in ganz Süd-Italien angebaut wird, vielleicht aber auf Sizilien die besten Ergebnisse liefert. Auf dieser Insel wird überraschenderweise traditionell viel mehr Weiß- als Rotwein angebaut, weshalb Nero d'Avola's Potential zuerst nicht erkannt wurde. Die Weine Siziliens sind zudem Verschnitte, was bedeutet, dass rebsortenreine Weine bis vor kurzem eher die Ausnahme waren. Nero d'Avola wurde in den letzten zehn Jahren in einem sehr hellen Rotwein, dem Cerasuolo di Vittoria, immer mehr Platz eingeräumt. Dieser Wein, traditionell aus mehreren Rebsorten als eine Art Rosé zubereitet, wurde Gegenstand eines ehrgeizigen Experiments, bei dem er sich unter zunehmendem Einfluß des Nero d'Avola immer mehr zu einem seriösen Rotwein entwickelte. Sogar Barrique-Ausbau steht diesen Weinen hervorragend. Das Alterungspotential des Nero d'Avola ist unumstritten, obwohl reine Nero d'Avolaweine bis jetzt selten angeboten werden. Oft traut man der Rebe nur eine unterstützende Rolle im Verschnitt mit "internationalen Größen" wie Cabernet Sauvignon, Merlot und, zunehmend, Syrah zu.

 

Nervig  

Bezeichnung für einen noch jungen, lebhaften Weißwein mit rassiger Säure, der sich noch entwickelt.

 

Neuzüchtung

Deutsche Winzer haben über 70 neue Traubensorten hervorgebracht, die sich in der Praxis zum Teil schon sehr bewährt haben.

 

Nouveau         

Bezeichnung für junge Weine, die direkt nach der Ernte, jedoch nicht vor dem 15. November für den Verkauf freigegeben werden. Mit der Bezeichnung wird fast immer Beaujolais-Primeur, der gemeinhin bekannteste aller Nouveau-Weine, bezeichnet.

 

Novello            

Italienisch für neu und das Äquivalent der französischen Nouveau- oder Primeurweine, als Bezeichnung für Weine, die wenige Wochen nach der Ernte auf dem Markt gebracht werden.

 


 

O

Öchsle  

Maßeinheit für den Zuckergehalt des Traubensaftes, Mostgewicht.

 

Oidium

Fachausdruck für den Echten Mehltau.

 

Oloroso           

Spanischer Begriff für einen der vier Sherrystile, neben Amontillado, Manzanilla, und Fino. Nach einer Gärung bei niedriger Temperatur werden die verschiedenen Fässer mit den jungen Weinen verkostet und nach zukünftigem Stil klassifiziert. Dem Wein, der für die Produktion von Olorosos vorgesehen ist, wird zusäzlich Alkohol in Form eines Weingeistes, Aguardiente genannt, zugesetzt, bis ein Gesamtalkoholgehalt von ungefähr 18% erreicht wird. Für Finos darf der Gesamtalkohol des Weins nicht die 16% übersteigen, da es den Flor, eine besondere Hefeart, die für den typischen Geschmack dieses Sherrys verantwortlich ist, abtöten würde. Bei Oloroso wird auf die Aktivität von Flor verzichtet, da eine Oxidation angestrebt wird, die diesem Sherry sein typisches, nußartiges Bukett verleiht und zugleich eine tiefe Bernsteinfarbe verursacht. Olorosos werden in verschiedenen Versionen auf den Markt gebracht, wobei der Cream-Sherry der bekannteste sein dürfte. Es handelt sich um einen stark gesüßten Oloroso, während die klassischen Versionen immer trocken sein sollten.

 

Önologie         

Wissenschaft vom Wein, umfaßt sowohl Kellertechnik als auch den Weinbau.

 

Önothek         

(italienisch: enoteca) Geschäft, das die Weine einer Region in einer großen Auswahl anbietet. Man erhält einen Überblick, kann den Wein probieren und kaufen.

 

Organoleptische Prüfung        

Qualitätsprüfung des Weines, bei der die Sinne (Aussehen, Geruch, Geschmack) genutzt werden.

 

Ortsteil

Teil einer Gemeinde. Einige berühmte Weingüter gelten als ortsteil für sich (z. B. Schloß Vollrads) und dürfen den Namen der Gemeinde weglassen.

 

Oxidiert           

Schaler, flacher Geschmack in Folge übermäßiger Berührung mit Luft

 

Oxydation      

Chemische Reaktion, die durch zu langen Kontakt des Weins mit Sauerstoff entsteht. Der Wein wird müde, verändert seine Farbe, riecht und schmeckt schal.

 


 

P

Palomino        

Weiße Rebsorte, die vorwiegend für die Sherry-Produktion im Süden Spaniens angebaut wird. Palomino's durchschnittlich hohen Erträge ergeben Weine, die niedrig an Alkohol sowie an Saüre sind. Obwohl dies für Stillweine nicht gerade die ideale Rezeptur ist, werden aus der Rebsorte in Spanien dennoch hervorragende Sherrys erzeugt. Vermutlich ist nicht so sehr Palomino für die Qualität des Sherrys bestimmend, sondern die Kelterungsmethode. Die Spanier selber dichten der Einzigartigkeit der Weinbergsböden im Sherrygebiet die unnachahmbare Qualität zu. Palomino wird unter anderem in Südafrika, Australien und Kalifornien angebaut und meistens zu sherry-ähnlichen Produkten gekeltert.

 

Passito

Italienisch: Ausdruck für aus luftgetrockneten Trauben erzeugten Wein (Vin Santo).

 

Perlwein         

Alkoholgehalt mind. 7%; die Kohlensäure entsteht durch einen zweiten Gärungsvorgang.

 

Pétillant           

Französischer Begriff für leicht schäumende Weine und das Äquivalent des deutschen erlweins.

 

Petit Chablis  

leichter, trockener A.C.-Weißwein vom Rand des Chablis-Anbaugebiets

 

Petit Verdot  

Rote Rebsorte, die eine traditionelle Zutat der Bordeauxweine ist, die jedoch wegen ihrer späten Reife (später noch als Cabernet Sauvignon) nur in den besten Jahren verwendet werden kann. Wie Cabernet Sauvignon hat Petit Verdot kleine, dickschalige Beeren, die tieffarbige und tanninreiche Weine hervorbringen. In guten Jahren wird Petit Verdot in kleinen Mengen, oft nicht mehr als ein Paar Prozent, als "Würze" den Bordeauxweinen zugesetzt. Da völlige Reife bei dieser Rebsorte vielleicht einmal in vier Jahren vorkommt, wird sie von vielen Winzern als schwierig betrachtet, obwohl ihre Qualität unumstritten ist. So hat sich die Zahl der mit Petit Verdot bepflanzten ha in Kalifornien vermehrt und auch Chile verfügt über Petit Verdot. In diesen wärmeren Weinbaugebieten scheint die von der Rebe geforderte längere Reifeperiode gesichert, so dass man in der Zukunft Weine mit ihrem Namen häufiger begegnen dürfte.

 

Piéce

Im Burgund übliche Bezeichnung für ein Eichenholzfaß mit 228 Liter Inhalt.

 

Pinot Bianco  

Italienische Bezeichnung für die weiße Rebsorte Pinot Blanc.

 

Pinot blanc     

Weißweintraube. Hauptanbaugebiete: Champagne, Elsaß.

 

Pinot gris         

Ruländer (frischer Wein)

 

Pinot Meunier  

Rote Reborte, die ein fester Bestandteil, zusammen mit Pinot Noir und Chardonnay, des Champagners ist. Obwohl in der Champagne mehr als ein Drittel der Weinberge mit ihr bepflanzt sind, ist sie relativ unbekannt. Höchstwarscheinlich ist auch sie eine Unterart der leicht mutierender Pinot Noir. Pinot Meunier ist aber viel pflegeleichter: sie treibt spät aus, ein großer Vorteil in einem der nördlichsten Weinbaugebiete Frankreichs, der Champagne, wo Frühlingsfrost die früh austreibende Pinot Noir bedroht. Sie ist dazu frühreifend, wodurch sie für den Winzer eine Art Garantie bedeutet: selbst in geringen Jahrgängen wird Pinot Meunier ihm einen Ertrag sichern. Obwohl sie den Champagnerweinen vor allem Fruchtigkeit verleiht, verfügt sie über weniger Finesse als Chardonnay und Pinot Noir und wird damit nur zur zweiten Liga gerechnet.

 

Pinot noir        

Blauburgunder. Hauptanbaugebiete: Bourgogne, Champagne.

 

Pinotage          

Rote Rebsorte, die das Ergebnis einer Kreuzung der noblen Pinot Noir mit der ertragsreichen, aber sonst eher banalen Cinsaut ist. Die Kombination mag kurios scheinen, nicht aber wenn man bedenkt, dass sie in Süd-Afrika 1925 zustande kam. In diesem durchaus heißen Weinbaugebiet wird die Säure der Cinsaut sehr geschätzt. Und tatsächlich weist Pinotage Säure auf und ist zudem relativ schnellreifend. Man kann ihr hohe Erträge entlocken (mehr als 80hl/ha sind keine Ausnahme), aber es ist schwieriger, ihre noblere Seite zu isolieren: oft besitzen die Pinotage-Weine als Ergebnis der hohen Eträgen sehr fruchtbetonte Aromen, auf der Zunge beeindrucken sie aber um so weniger. Die Qualität nimmt erst zu, wenn man den Ertrag drosselt. Dabei können Weine entstehen, denen Barrique-Ausbau und sogar längere Perioden von Flaschenlagerung sehr gut bekommt. Der Name Pinotage setzt sich aus Pinot Noir und Hermitage, wie Cinsaut in Süd-Afrika irreführend genannt wurde, zusammen.

 

Podere

Italienischer Begriff für Hof oder Gut, auf dem Landbau betrieben wird. Auf Flaschenetiketten bezieht sich der Begriff auf ein Gut das, häufig aber nicht ausschließlich, Wein produziert. Siehe auch Azienda.

 

Pokalwein      

Offener Wein

 

Pommard       

Roter Burgunder von der Côte de Beaune.

 

Portugieser    

Beliebter Roter aus der Pfalz. Leider zu oft wegen der Massenproduktion minderwertig.

 

Portwein         

Einer der berühmtesten Süßweine der Welt, der in verschiedenen Stilen auf den Markt gebracht wird. Das Basisverfahren bei der Herstellung der Portweine ist jedoch für jede Variante gleich. Durch Zugabe von hochprozentigem Branntwein wird die Gärung abgebrochen, bevor der gesamte im Beerensaft enthaltene Zucker in Alkohol umgesetzt ist. Oft wird dazu Cognac benutzt, im Prinzip darf es Branntwein jeder Herkunft sein, solange dieser aus Beerensaft hergestellt wurde. Der Alkoholgehalt beschädigt die Zellstruktur der Hefe, die dabei abstirbt, wodurch die Gärung zum Stillstand kommt. Der unvergorene Restzucker verleiht dem Wein seine Süße. Das wichtigste bei der Produktion von Port ist eine schnelle Ausbeute von Farbe und Gerbstoffen, die sich in den Schalen der Beeren befinden. Bei normalem Rotwein dauert die Gärung länger (bis ein Alkoholgehalt von ungefähr 12,5 % entstanden ist), oft gefolgt von einer Periode, während der der Wein auf den Schalen bleibt, um unter Einfluß des Alkohols (der dabei als Lösungsmittel wirkt) soviele Farbstoffe wie möglich aus den Beerenschalen zu lösen. Bei Portwein beschränkt sich die Gärung auf zwei bis drei Tage, bis ein Alkoholgehalt von 6-9% erreicht ist. Bei Portwein bleibt der Wein nach der Gärung nicht auf den Schalen, da der hochprozentige Alkohol des Branntweins auch die bitterschmeckenden Gerbstoffe auslöst, die die Qualität des späteren Portweins beeinträchtigen. Deshalb ist eine schnelle Gewinnung der Farb- und Gerbstoffe erwünscht. Früher wurde dies durch Stampfen erreicht, wobei die Maische und der werdende Wein mit den Füßen in ständige Bewegung gebracht wurde. Diese Methode ist arbeits- und kostenintensiv, weshalb heutzutage die Technik der Rémontage angewandt wird. Hierbei werden durch ein Pumpverfahren die Schalen, die oben auf dem Wein im Gärtank schwimmen, mit dem eigenen Wein besprüht. Die verschiedenen Portstile entstehen nach der Gärung durch die unterschiedliche Ausbaumethoden in Holzfaß, Flasche oder einer Kombination von beiden. Oft handelt es sich bei Markenportweinen um Verschnitte, die keinen Jahrgang tragen.

 

Pourriture      

Französisch für die von einer Pilzart, Botrytis Cinerea genannt, verursachte Fäulnis welche die Reben vor allem unter feuchten Wetterbedingungen befallen kann. Im ungünstigsten Fall kann er eine ganze Ernte ruinieren und wird dann als Roh- oder Graufäule bezeichnet. Im günstigsten Fall aber spielt er eine wichtige Rolle bei der Produktion der berühmtesten Süßweine der Welt und wird dann Pourriture Noble, oder Edelfäule genannt.

 

Prädikatswein (Qmp)

Nach dem Deutschen Weingesetz: Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese, Trokckenbeerenauslese, Eiswein. Prädikatsweine dürfen grundsätzlich nicht angereichert, chaptalisiert, werden.

 

Prä-Phylloxera  

Die Zeit vor der Reblauskatastrophe, die in Europa um 1870 einsetzte.

 

Premier Cru   

Nach GRAND CRU die zweite Stufe der burgundischen Lagenbewertung.

 

Premier Grand Cru Classé       

Erste der fünf Kategorien, in die die Châteaux im Médoc durch die Klassifizierung von 1855 eingestuft wurden. Unter die Kategorie fallen: Lafite Rothschild, Latour, Margaux, Mouton-Rothschild und Haut-Brion

 

Primeur         

Junger, frischer Rotwein (meist Beaujolais), der kurz nach der Gärung abgefüllt und wenige Monate später bei einer empfohlenen Temperatur von 10-12 Grad getrunken wird. Erstverkaufstag für Beaujolais Primeur ist jedes Jahr der dritte Donnerstag im November.

 

Primitivo         

Rote Rebsorte, die hauptsächlich in Apulien, im Süden Italiens, angebaut wird und höchstwahrscheinlich mit dem kalifornischen Zinfandel identisch ist. Über Primitivo's Vergangenheit ist wenig bekannt. Erst Ende des 19. Jahrhunderts wird sie in Apulien erwähnt, während sich gleichzeitig Zinfandel in Kalifornien etablierte, aber schon am Anfang des 19. Jahrhunderts an der amerikanischen Ostküste angebaut wurde. Primitivo ergibt alkoholstarke, tieffarbige Rotweine, die lange Zeit nur zur Verbesserung von leichten Rotweinen eingesetzt wurde. Ihre Beliebtheit in Apulien, wo sie die zweithäufigst angebaute Rebsorte ist, hängt sicherlich mit ihren großzügigen Erträgen zusammen, obwohl sich nur bei Ertragbeschränkung interessante Weine aus ihr keltern lassen. In Kalifornien ist Zinfandel mittlerweile sehr geschätzt und sogar zur Mode-Erscheinung geworden, nachdem man zuerst mit einer als Weißwein gekelterten Version, White Zinfandel genannt, die Aufmerksamkeit der Konsumenten auf diese Rebsorte lenkte. Diese gute Nachricht hat mittlerweile auch Apulien erreicht, weshalb manche Winzer ihre Primitivo-Weine als Zinfandel auf den Markt bringen.

 

Prosecco         

Weiße Rebsorte, die vor allem im Nordosten Italiens, im Veneto, zu Schaumwein verarbeitet wird, weshalb versehentlich Prosecco oft als italienischer Schaumwein im Allgemeinen verstanden wird. Es werden aber auch Stillweine aus der Rebe gekeltert, die allerdings selten über die Landesgrenze hinaus kommen. Prosecco als Schaumwein gibt es in halbtrockenen und trockenen Versionen. Früher entstanden die halbtrockenen Weine auf "natürliche" Weise: die Gärung hörte im Winter auf, bevor der gesamte Zucker in Alkohol umgesetzt war, wodurch eine Restsüße und Kohlensäure übrigblieben. Heutzutage werden die meisten Prosecco-Schaumweine völlig trocken vergoren auf den Markt gebracht. Eine halbtrockene Version ist dabei nicht das Ergebnis winterlicher Kälte, sondern moderner Kellertechnik, die eine temperaturkontrollierte Gärung ermöglicht.

 

Prüfungsnummer       

= AP-Nummer, siehe Amtliche Prüfung.

 


 

Q

Qualitätswein (B. A.)

Höchste Kategorie der europäischen Weingesetzgebung. Festgelegt werden der regionale oder lokale Ursprung des Weins, die Traubenzusammensetzung, die Mengenbegrenzung, der Mindestalkoholgehalt.

 

Qualitätswein bestimmtes Anbaugebietes (QbA)     

Das deutsche Weingesetz teilt die in Deutschland produzierten Weine nach Reifegrad des Leseguts und dem danach ausgerichteten Erntemoment in Qualitätskategorien ein. Die QbA-Weine sind eine Qualitätsstufe zwischen Landweinen und Qualitätsweinen mit Prädikat (QmP). Ein QbA-Wein kann nur in Umlauf gebracht werden, wenn der Wein ausschließlich in einem einzigen Anbaugebiet von gesetzlich zugelassenen Rebsorten bereitet worden ist. Das Anreichern der Weine zwecks einer Steigerung des Alkoholgehaltes ist auf dieser Qualitätsebene erlaubt. Erst wenn der Wein eine amtliche Prüfungsnummer erzielt hat, darf er in den Handel gebracht werden. In Österreich wird diese Kategorie ebenfalls angewandt, die gesetzlichen Auflagen sind jedoch strenger, weshalb auch Kabinettweine unter diese Qualitätsstufe fallen, während sie in Deutschland zur höchsten Qualitätskategorie, den Qualitätsweinen mit Prädikat (QmP), gerechnet werden.

 

Qualitätswein mit Prädikat (QmP)       

Die höchste Qualitätsstufe, die einem deutschen Wein zuerkannt werden kann. Das allesbestimmende Kriterium ist wiederum der Reifegrad des Leseguts und der danach ausgerichtete Erntemoment. Diese Qualitätsstufe ist unterteilt in 6 Gruppen, den sogenannten Prädikaten (Kabinett, Spätlese, Auslese, Beerenauslese (BA), Trockenbeerenauslese (TBA) und Eiswein), die, in steigender Reihenfolge, immer höhere Reifegrade voraussetzen. Allgemein gilt für alle Weine dieser Qualitätsstufe, dass sie ausschließlich von gesetzlich festgelegten Rebsorten aus einem einzigen Bereich bereitet werden dürfen. Anders als bei Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (QbA), ist Anreichern auf dieser Stufe nicht erlaubt. Die Weine können erst in den Verkehr gebracht werden, wenn sie nach einer analytischen Prüfung sowie einer Verkostung eine amtliche Prüfungsnummer (AP-Nummer) bekommen haben.

 

Quinta  

Portugiesisch: Weingut.

 


 

R

Rappen            

Kamm

 

Reblaus           

Etwa einen Millimeter kleines Insekt, welches im 19. Jahrhundert von Nordamerika nach Europa gelangte. Es setzt sich an den Wurzeln der Rebe fest und schädigt diese durch Saftentzug und gallebildenden Speichel, den es beim Fressen absondert. Die Reblaus kann heute durch die resistenten Rebenzüchtungen meist keinen Schaden mehr anrichten.

 

Recioto            

Bezeichnung für Süßweine hergestellt aus teilgetrockneten oder rosinierten Beeren aus dem Nordwesten Italiens, dem Veneto. Die Weine werden auf die gleiche Weise wie die Passito-Weine produziert.

 

récolte

Französisch: Ernte. Auf Weinetiketten: Jahrgang.

 

Reduktiv         

Verfahren, bei dem Wein unter Sauerstoffabschluß erzeugt wird. Die Weine sind spritzig, duft- und fruchtbetont. Gegenteil: oxydativ.

 

Refosco           

Rote Rebsorte, die in Italien fast ausschließlich in Friuli angebaut wird. Es wird vermutet, dass sie mit der französischen Mondeuse Noire identisch ist, während sie in Slovenien Terrano genannt wird. In ihrer friulischen Heimat ist sie allgegenwärtig. Der Rebsorte wird hier ein Ertrag von bis zu 130hl/ha erlaubt, wobei kaum hochwertige Produkte zu erwarten sind. Aus Refosco können aber konzentrierte, in der Frucht manchmal an Merlot erinnernde, Rotweine gekeltert werden. Einziges Problem für Refosco's internationalen Durchbruch ist die relativ hohe Säure, die vor allem in Jahren mit wenig Sonnenschein sehr vordergründig wirkt. In Italien aber wird diese Säure als lange Lebensgarantie betrachtet, wenn auch gereifte Exemplare bis jetzt kaum außerhalb Italien auf dem Markt erschienen sind. Eine gute Weinbergslage, die eine lange Reife gewährleistet, sowie niedrige Erträge bringen Refosco's Potential ans Licht, was diese Qualitätpolitik auch wirtschaftlich interessant machen dürfte.

 

Refraktometer

Instrument zur Bestimmung des Mostgewichts der Beeren im Weinberg.

 

Reifegrad        

Maß für die Reife der Beeren und die damit verbundene Entscheidung, diese zu ernten. Siehe auch Beerenreife und Mostgewicht.

 

Reintönig        

Typischer Duft und Geschmack einer Traubensorte, ohne Nebentöne.

 

Reinzuchthefe  

Im Labor gezüchtete Hefe, die bei der Vergärung des Weins benutzt wird.

 

Reserva           

Spanische Qualitätsbezeichnung für einen Wein, der erst im vierten Jahr nach der Lese in den Handel kommt. So muß ein Rioja Reserva mindestens 3 Jahre Faß- und Flaschen-Lagerung hinter sich haben.

 

Restsüße        

Bezeichnung für die Menge an Restzucker, die nach der Gärung im fertigen Wein übrig geblieben ist.

 

Restzucker     

Unvergorener Zuckerrest, der nach der Gärung im Wein überbleibt und dessen Süße bestimmt. Auch bei einem durchgegorenen Wein darf Restzucker zugesetzt werden (Champagner: Dosage).

 

Ribolla Gialla  

Weiße Rebsorte angeblich italienischen Ursprungs, die in Friuli-Venezia-Giulia im gleichen Maße für gute aber auch ausdruckslose Weine verantwortlich ist. Ribolla Gialla ergibt elegante, leicht blumige Weine, deren Charakter rasch verschwindet, wenn man dem Rebstock einen zu hohen Ertrag abverlangt. Das Interesse der Winzer für die Rebsorte, die schon 1289 in einem Dokument der Stadt Udine erwähnt wurde, nahm über die Jahre immer mehr ab. Im Zuge der Mode der rebsortenreinen Weine nimmt ihre Popularität dennoch wieder zu. Sogar Barrique-Ausbau wird praktiziert, um Ribolla Gialla internationale Allüre und Kundschaft zu verschaffen. Ribolla Gialla trifft man in Griechenland als Robola, im ehemahligen Jugoslawien als Rebula an.

 

Ried   

Österreichische Bezeichnung für Einzellage.

 

Rieslaner          

Weiße Rebsorte, die das Ergebnis einer der vieler Silvaner-Riesling-Kreuzungen ist. Auch hier war das Bestreben, die Vorteile des Rieslings ohne seine Nachteile zu erreichen. Die aus Rieslaner produzierten Weine sind nicht ohne Klasse, die Rebsorte hat aber einige Nachteile, die eine weitere Verbreitung, zumindest in Deutschland, verhindern. Zwar hat sie eine geringe Winterfrostempfindlichkeit, reift aber spät, wofür sie die besten Lagen im Weinberg braucht. Dies wiederum ist oft unwirtschaftlich, da Riesling in diesem Fall höhere Preise pro Flasche erzielt.

 

Riesling            

Weißwein-Traubensorte, die vorwiegend an Mosel, Rhein und im Elsaß angepflanzt wird.

 

Riesling Italico    

Italienische Bezeichnung für die weiße Rebsorte Welschriesling, die, außer ihrem Namen, mit dem "echten" Riesling nichts zu tun hat. Jedoch können die von ihr produzierten Weine aufregender sein als die, von deutschen Winzern als Plagiat bezeichnete, Rebsorte vermuten läßt. Synonyme: Laskiriesling, Olaszriesling.

 

Ripasso            

Italienische Bezeichnung für ein spezielles Verfahren bei der Herstellung von Valpolicella. Bereits vergorenem Rotwein werden im Frühjahr vertrocknete Traubenschalen (Trester) aus der Verarbeitung des Herbstes zugesetzt.

 

Riserva

Italienische Bezeichnung für Weine, die nach der Gärung einer längeren Reifeperiode, entweder im Holzfass, in der Flasche oder einer Kombination von beiden, unterzogen werden. Üblicherweise werden nur die besten Weine für Riserva ausgesucht und heben sich auf diese Weise von der normalen Abfüllung ab. Es handelt sich dabei um eine Version, die so hochwertig ist, dass sie nicht nur eine längere Reifezeit übersteht, sondern diese auch braucht, um an Qualität zu gewinnen. Der normale Wein kann zwar gut sein, verfügt aber meistens nicht über das Potential, dem eine lange Lagerung zugute kommt und ist für baldiges Trinken vorgesehen. Das italienische Weingesetz fordert für diese höhere Qualitätsstufe zusätzliche Qualitätsforderungen. Außer der gesetzlich festgelegten Reifeperiode müssen diese Weine über einen höheren Alkoholgehalt verfügen als die normale Version (siehe dazu Beerenreife).

 

Rivaner            

In Luxemburg gängige Bezeichnung für Müller-Thurgau, wo sie die am häufigsten angebaute Rebsorte ist.

 

Rolle  

Weiße Rebsorte, die unter diesem Namen im Süden Frankreichs bekannt ist, während sie in Italien, vor allem auf Sardinien, Vermentino genannt wird. Die aus ihr bereiteten Weine können aromatisch und körperreich sein, nicht unähnlich den weißen Côtes-du-Rhône-Weinen. In Italien gibt es jedoch eine Tendenz, die Beeren früh zu ernten, wodurch die späteren Weine über mehr Säure verfügen, dafür aber an Aroma und Körper einbüßen.

 

Rosado

Einer von zwei spanischen Begriffen für Rosé. Mit Rosado werden hellfarbene Roséweine angedeutet, während dunklere Versionen als Clarete bezeichnet werden.

 

Rosato  

Italienische Bezeichnung für Rosé und Roséweine.

 

Rosé  

Hellroter Wein. Er entsteht aus dunklen Trauben, die so schnell gepreßt werden, daß nur wenig Farbstoffe in den Wein gelangen.

 

Rosé D' Anjou   

Lieblicher Roséwein mit A.C. von der Loire.

 

Rotling  

Hellroter Wein aus roten und weißen Trauben gewonnen.

 

Rouge   

Französisch: Rot

 

Roussanne      

Weiße Rebsorte, die vor allem als Verschnittpartner mit der robusteren Marsanne in den Weißweinen des Rhônetals ihren Einsatz findet. Roussanne ist eigentlich die edlere von den beiden, wird aber in viel geringeren Mengen angebaut als Marsanne. Die Ansprüche, die die Rebe an ihre Umwelt stellt, sind oft problematisch für den Winzer. So ist sie spätreifend und eine rasch hereinbrechende herbstliche Kälte kann die optimale Beerenreife verhindern. Roussanne verfügt nämlich über eine viel höhere Säure, die Verschnitten mit der säurearmen Marsanne Struktur verleiht, jedoch bei Unreife hart und grün wirkt. Marsanne wiederum mag weniger elegant sein, die Erträge dieser Rebsorte sind aber höher als die von Roussanne, was für Winzer ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor ist. Es verwundert deshalb nicht, dass die mit Roussanne bepflanzten Hektare im Rhônetal rückläufig sind. Das Interesse für Roussanne nimmt aber allmählig wieder zu, sowohl im Süden Frankreichs, wo ihre Säure willkommen ist und die späte Reife weniger ein Problem darstellt, als auch in ihrer nördlicheren Heimat, wo sie ein klassischer Bestandteil der weißen Châteauneuf-du-Pape-Weine ist.

 

Roussette       

Weiße Rebsorte, die hauptsächlich in der Savoie, im Osten Frankreichs angebaut wird. Die auch als Altesse bekannte Rebsorte ergibt recht körperreiche und fast exotisch aromatische Weine, die eine längere Periode der Flaschenlagerung verdienen. Obwohl Roussette wirklich aufregende Weine ergibt, ist sie relativ selten anzutreffen. Dies hat vornehmlich damit zu tun, dass sie im allgemeinen nur sehr bescheidene Mengen an Reben produziert. Sie wird deshalb häufig mit Chardonnay verschnitten. Man hat nur mit 100%iger Roussette zu tun, wenn das Etikett eine der vier Appellation Controllée-Gemeinden erwähnt (Marestel, Monterminod, Monthoux und Frangy). Ist die Rede nur von Roussette de Savoie, kann der Wein bis zu 50% Chardonnay enthalten.

 

Roussillon       

Gegend in Südwestfrankreich, hat meist einfache Tafelweine, aber auch aufstrebende Appellationen mit schönen Weißweinen (Picpoul de Pinet)

 

Ruby Cabernet

Rote Rebsorte, die das Ergebnis einer Kreuzung zwischen Carignan und Cabernet Sauvignon ist. Die Zielsetzung der Kreuzung, die 1948 in Kalifornien zustande kam, war ,den Charakter von Cabernet Sauvignon mit der Produktivität der Carignanrebe zu verbinden. Dies gelang nur zum Teil: zwar verträgt Ruby Cabernet Hitze relativ gut, sie bringt aber keine wirklich bemerkenswerten Weine hervor. Auch ist sie nicht sehr pflegeleicht, da sie spätreifend und genau so anfällig für Krankheiten wie Carignan ist. Sie wird in Kalifornien vorwiegend wegen ihrer Farbe in Verschnitten mit anderen Rebsorten zu einfachen Weinen verarbeitet, obwohl man sie häufig auch als reinsortigen Wein im Supermarkt antrifft, wobei warscheinlich die zweite Hälfte ihres Namens zum Kauf anregt.

 

Ruhländer      

Deutsche Bezeichnung für die weiße Rebsorte Pinot Gris.

 

Ruländer         

Weißwein-Traube aus Baden und dem Elsaß (Frankreich: Pinot Gris = Grauburgunder, Italien: Pinot Grigio).

 

Rütteln

Das Drehen der Champagnerflaschen per Hand im Rüttelpult. Dabei wird die Hefe in den Flaschenhals befördert, um sie später degorgieren zu können.

 


 

S

Sagrantino      

Rote Rebsorte, die vornehmlich in Umbrien, Zentral-Italien, in der Gegend von Montefalco angebaut und zu tieffarbigen und oft tanninreichen Weine verarbeitet wird. Aus getrockneten Sagrantinotrauben wurden traditionell nach dem Passitoverfahren auch Süßweine hergestellt, obwohl aus Marketinggründen heutzutage fast ausschließlich die trockenen Versionen angeboten werden. Die Rebsorte hat unverkennbar Potential, wenn auch die bisherigen Qualitätsschwankungen der Weine der, vom italienischen Weingesetz zuerkannten, höchsten Qualitätsstufe (DOCG) noch nicht entsprechen.

 

Sancerre         

Region im Loire-Tal mit hervorragenden Weiß- und Roséweinen, nur wenig Rotweine

 

Sangiovese    

Die am häufigsten angebaute rote Rebsorte Italiens, und als Hauptbestandteil der Chiantiweine international bekannt und geschätzt. Obwohl sie in ganz Italien verbeitet ist, handelt es sich höchstwarscheinlich um verschiedene Unterarte der Sangiovese, die sich den verschiedenen Regionen angepaßt haben und zu unterschiedlichen Weinstilen verarbeitet werden. Jedoch ist die allgemeine Auffassung, dass die in der Toskana angebaute Sangiovese die besten (und auch teuersten) Weine hervorbringt. Sangiovese ist generell eine spätreifende Rebsorte, die deshalb die besten Lagen im Weinberg, wo die Lichteinstrahlung am längsten ist, fordert. Die Rebe verfügt generell über viel Säure, die in geringen Jahren die Weine dominieren kann. Da aber heutzutage alles was aus der Toskana kommt, mühelos auf dem internationalen Markt Absatz findet, ist auch der Anbau der Sangiovese äußerst lukrativ. Die allgemein hohen Preise, die für die Weine verlangt werden, haben gleichzeitig zu einem größeren Qualitätsbewußtsein geführt: Neupflanzung mit besseren Varianten in den besten Weinbergslagen, sowie das Einhalten niedriger Erträge und Kellermodernisierung haben ihren Beitrag geleistet, obwohl das Zugpferd für diese, in den 60er Jahren angefangene Entwicklung nun gerade Cabernet Sauvignon war: die aus ihr gekelterten Weine, wie Sassicaia, bewiesen, dass die Toskana beachtliche Weine hervorbringen kann. Sangiovese erbringt sowohl leichte Rotweine mit kirschähnlicher Frucht, als auch seriöse, tieffarbene, nach Veilchen, Kirsch, Teer und Tee duftende Exemplare, die in der Jugend oft schwer von Barolo zu unterscheiden sind. Sangiovese bestimmt, rein wie in Brunello di Montalcino, oder überwiegend, wie in Chianti und Vino Nobile di Montepulciano, alle in der Toskana produzierten Rotweine.

 

Säure

Wichtiger Bestandteil für Ausgeogenheit des Geschmacks, was natürlich nicht nur für den deutschen Wein gilt.Als Faustrgel kann man annehmen, daß ein Wein auf je zehn Grad Öchsle eine Promille Säure enthalten soll. So würde ein Wein mit 80 Öchsle einen Säuregehalt von 0,8 benötigen.

 

Sauvignon      

Weißwein-Traube (frisch, fruchtig)

 

Sauvignon Blanc          

Weiße Rebsorte, die in Loiretal im Frankreich ihre Heimat hat, jedoch mittlerweile im Triumphzug der rebsortenreinen Weinen die Welt erobert. Der Erfolg der Rebsorte wird nicht zuletzt vom Aroma der Weine verursacht, dass von Italienern manchmal als Pipigatto (Katzenurin) umschrieben wird, jedoch angenehmer riecht, als diese Beschreibung vermuten läßt. Das aromatische Spektrum ist außerdem vielfältiger: die Aromen variieren von grasigen Noten bis zu Stachelbeeren und geriebenen Tomatenblättern. Auch wenn die Aromen oft nicht leicht zu identifizieren sind, vordergründig sind sie auf jeden Fall, was nicht zuletzt zur Beliebtheit der Rebsorte beigetragen hat. In der Loire ergibt sie in den Gemeinden Pouilly-Fumé und Sancerre gleichnamige Weine, die sich oft durch einer Note von Feuerstein, vermutlich von den kalkreichen Böden der beiden Anbaugebiete verursacht, auszeichnen. Dieser Feuersteingeruch, der im Französischen manchmal mit "Fumé" bezeichnet wird, wird als so typisch für Sauvignon Blanc-Weine betrachtet, daß ein in Kalifornien produzierter Sauvignon Blanc-Wein erst ein Erfolg wurde, nachdem er unbenannt in Fumé Blanc auf dem Markt erschien. Sauvignon Blanc ist reisefreudig und passt sich relativ problemlos an ihre neue Umgebung an. Sie zeigt aber von Gebiet zu Gebiet geschmackliche Unterschiede, die nicht auch zuletzt von verschiedenen Kelterungsmethoden verursacht werden. So wird Sauvignon Blanc in Kalifornien z.B. häufig in Eichenholz ausgebaut oder für kurze Zeit gereift, wodurch diese Weine im Vergleich zum "Original" vollmundiger und weicher wirken. Die Idee des Holzkontaktes findet sich auch in NW-Italien, vor allem in Friuli-Venezia-Giulia, wieder. Aber auch in der Loire wird mit Sauvignon Blanc experimentiert. Holzfaßausbau ist hier kein Tabu mehr, obwohl sich über das Ergebnis streiten läßt. Die Rebe hat jedoch ihre zweite Heimat fraglos in Neuseeland gefunden. Die hier von ihr produzierten Weine sind sehr fruchtbetont und zeichnen sich durch ein intensives Bukett aus. Auch Süd-Afrika und Chile produzieren immer mehr Sauvignon Blanc, obwohl letzteres über viel zu wenig Sauvignon Blanc-Anpflanzungen verfügt, als dass man von echten Sauvignon Blanc-Weine sprechen kann. Vielmehr handelt es sich hierbei wahrscheinlich um Weine, die aus Sauvignon Vert produziert werden, einer Rebsorte, die nur im Namen Sauvignon Blanc ähnelt. Traditionell ist sie, zusammen mit Sémillon, ein fester Bestandteil der in Bordeaux produzierten Süßweine, obwohl sie auch für die hier produzierten, trockenen, Weißweine immer wichtiger wird.

 

Savigny-lès-Beaune    

Weinort in Burgund, liefert frische, für dis Bourgogne eher leichte Rotweine

 

Schaumwein

Sammelbezeichnung für Weine in denen Kohlendioxyd gelöst ist (Sekt, Champagner, Cava, Spumante)

 

Scheurebe     

Weiße Rebsorte, die das Ergebnis einer Kreuzung zwischen Sylvaner und Riesling ist. Wie viele deutsche Neuzüchtungen, wird auch Scheurebe (benannt nach ihrem Erfinder Dr. Georg Scheu) vor allem im Ausland mit Argwohn betrachtet. Die Scheurebe kann aber tatsächlich hochwertige Weine produzieren (sogar dem Riesling nicht unähnlich), verträgt winterliche Kälte gut und produziert ergiebig. Nicht gerade nebensächlich ist die Tatsache, dass sie mühelos hohe Reifegrade erreicht, weshalb man Scheurebe oft als Beerenauslese (BA) und Trockenbeerenauslese (TBA) antreffen kann. Diese Weine sind sogar lagerfähig. Bei so vielen guten Voraussetzungen ist es erstaunlich, dass Scheurebe nicht mehr als 4000 ha der deutschen Rebflächen belegt. Wahrscheinlich hat es damit zu tun, daß sie nur dann wirklich gute Ergebnisse erzielt, wenn sie eine gute Lage im Weinberg, wo eine lange, warme Reifezeit gewährleistet ist, bekommt. Da gerade diese Lagen die begehrtesten sind, sind sie oft ausschließlich Riesling, die verhältnismäßig höhere Verkaufspreise als Scheurebe erzielen kann, vorbehalten.

 

Schillerwein   

Roséwein, der durch Mischen von Rot- und Weißweinen entsteht (in Württemberg beliebt).

 

Schlossabzug

Wein, der original im Château oder Schloß abgefüllt wurde.

 

Schönen          

Beseitigung von Trübungen im Wein während der Faßlagerung mit Eiklar oder Bentonit (mineralische Erde).

 

Schoppenwein

Ein offener Wein.

 

Schwarzriesling            

Deutsche Bezeichnung für die rote Rebsorte Pinot Meunier, die einer der Bestandteile der Champagner ist. Sie wird in Deutschland hauptsächlich in Württemberg angebaut. Schwarzriesling verfügt über Merkmale (wenn auch nicht unbedingt Qualität), die sie für eins der kühlsten Weinbaugebiete, wie Deutschland, ideal machen: einen späten Austrieb, weshalb Frühlingsfrost keine Gefahr darstellt, sowie eine relativ frühe Reife, noch vor Riesling. Die von ihr gewonnenen Weine zeigen sich durch eine vordergründige Frucht aus und sollten jung getrunken werden.

 

Schwefel         

Die Zugabe von Schwefeldioxyd dient als Konservierungs- und Stabilisierungs-Mittel. Der Wein

ist auf Jahre haltbar und klar.

 

Schwer

Kraftvoller, alkoholreicher Wein.

 

sec     

Trocken. Bei Champagner: brut.

 

Secco

Italienisch für trocken. Der Begriff bezieht sich gewöhnlich auf Schaumweine und ist ein Indiz für das Maß an Restsüße in einem Wein. Obwohl ähnlich, ist der Begriff nicht ganz mit der deutschen Geschmacksangabe trocken übersetzbar, da das deutsche Weingesetz den Restzuckergehalt eines deutschen Weines abweichend festlegt.

 

Sekt   

Deutsche Bezeichnung für Schaumwein, dessen Qualität von sehr bescheiden (was sich direkt in den Preis niederschlägt) bis zu hochwertigen, nach Champagnerverfahren produzierten, Exemplaren reicht. Die meisten Sektweine werden aus Grundweinen verschiedener Herkunft produziert. Erwähnt das Etikett aber "Deutscher Sekt", betrifft es einen Schaumwein, der ausschließlich aus deutschen Grundweinen erzeugt wurde. Häufig werden diese Schaumweine unter den Namen eines bestimmten Anbaugebietes, oft sogar unter einen Einzellagenbezeichnung sowie eine Jahrgangsangabe, auf den Markt gebracht. Es kann sich dabei um köstliche Weine handeln, vor allem wenn sie aus Riesling gekeltert wurden. Die besten Exemplare sind sogar lagerfähig.

 

Sélection Des Grains Nobles  

Elsässer Beeren- oder Trockenbeerenauslese mit mindestens 110 Grad Öchsle aus Riesling, Muscat, Gewürztraminer und Pinot gris. Sehr hochwertiger Wein.

 

Sémillion         

Weiße Rebsorte, die vornehmlich im Südwesten Frankreichs angebaut wird und für die berühmten Süßweine Bordeaux's mitverantwortlich ist. Sémillon könnte man zu den edlen Rebsorte zählen, obwohl sie nicht Kultstatus, wie zB. Chardonnay, erreicht hat. Dabei ist sie als Pflanze recht anspruchslos: sie produziert mühelos hohe Erträge und ist gegen die meisten Viren resistent, abgesehen von Fäulnis, die aber unter den richtigen Umständen die Herstellung edelsüßer Weine ermöglicht (siehe Botrytis). Sémillon fehlt es aber ein wenig an Charakter. Die von ihr gekelterten Weine sind tieffarbig und vollmundig, verfügen jedoch in der Jugend über wenig Aroma. Langjährige Lagerung ergibt zwar wunderbar charaktervolle Weine, wie z.B. die australischen Sémillons aus dem Hunter Valley zeigen. In einer Zeit aber, wo der Wein oft 24 Stunden nach Ankauf getrunken wird und lange Lagerung Kapitalbindung bedeutet, die nur in der Preisgestaltung berühmter Gewächse ausgeglichen werden kann, scheint dieser Stil von Sémillon altmodisch. Sémillon steht meistens Sauvignon Blanc als Verschnittpartner zur Seite. In den edelsüßen Weinen aus dem Bordeaux spielt sie die Hauptrolle, wobei das Verhältnis zwischen Sémillon und Sauvignon Blanc meist vier zu eins ist. Auch in den trockenen weißen Bordeauxweinen dominiert Sémillon den Verschnitt, obwohl sich der Trend unweigerlich zu Gunsten von Sauvignon Blanc entwickelt. Ihr internationaler Erfolg macht, dass viele Winzer immer mehr auf Sauvignon Blanc setzen und vor allem die Entre- Deux-Mers-Weine immer öfter ausschließlich aus ihr gekeltert werden. Sémillon trifft man in Chile an, wo die Weine, wenn man zu hohe Erträge anstrebt, recht ausdruckslos sein können, sowie Kalifornien. Abgesehen von ihrer Sternstunde im Hunter Valley, wird Sémillon oft in Australien mit Chardonnay verschnitten.

 

Sfurzat

Bezeichnung für einen Rotwein aus dem Valtellina (dem Norden Lombardeis). Es handelt sich um einen Passito-Wein, der aber völlig trocken ist und erst als Sfurzat auf den Markt gebracht werden darf, wenn er einen Mindestalkoholgehalt von 14,5% aufweist. Die Sfurzatweine werden aus der Nebbiolotraube bereitet, der gleichen Rebsorte, die für Barolo und Barbaresco verantwortlich ist. Die Weine können auch als Sforzato oder Sfursat bezeichnet sein.

 

Sherry  

Allgemeine Bezeichnung für Weine aus dem DO-Gebiet Jerez, im Süden Spaniens, denen nach der Gärung Alkohol (in Form eines Weingeists, Aguardiente genannt) zugesetzt wird und anschließend zu verschiedenen Stilen ausgebaut werden. Siehe Amontillado, Fino, Manzanilla und Oloroso zur Erklärung.

 

Shiraz

In Australien und Süd-Afrika gängige Bezeichnung für die rote Rebsorte Syrah.

 

Silvaner           

Weißwein-Traube aus Deutschland und dem Elsaß. Ergibt milden, weichen Wein.

 

Sin Crianza      

Spanisch für "ohne Erziehung" und Bezeichnung für Weine, die im Jahr nach der Ernte auf den Markt gebracht werden. Die Weine werden deshalb auch mit Vino Joven, jungen Weinen, angedeutet. Da die Periode zwischen Ernte und Vermarktung kurz ist, bedeutet dies im Allgemeinen, dass diese Weine nur sehr beschränkt oder gar nicht im Holz gelagert wurden. Es handelt sich nahezu ausschließlich um unkomplizierte Produkte, die zum baldigen Trinken gedacht sind.

 

Smaragd          

Bezeichnung für die höchste der drei Qualitätskategorien für Weißweine aus dem Wachau. Die Kategorien wurden vom Winzerverband Vinea Wachau als zusätzliche Qualitätsgarantie ins Leben gerufen und beziehen sich auf Weißweine unterschiedlichen Alkoholgehalts: Das Lesegut für einen Smaragdwein muß über eine Reife von mehr als 90° Oechsle verfügen. Obwohl er deshalb mit einer deutschen Auslese vergleichbar ist, darf diese Bezeichnung nicht zusätzlich auf dem Etikett erwähnt werden. Diese Weine dürfen, im Gegensatz zu den beiden niedrigen Kategorien, eine Restsüße haben, die aber nicht über 9g/l hinausgehen darf und als halbtrocken bezeichnet werden kann.

 

Soave    

Frischer und leichter Weißwein aus Verona.

 

Solera   

Bei der Sherry-Produktion übliches Verfahren, den natürlichen Schwund im Faß eines alten Sherrys durch Sherry jüngerer Jahrgänge auszugleichen, so daß am Ende ein Jahrgangsverschnitt entsteht.

 

Sommelier     

Weinkellner.

 

Sommerschnitt            

Ausdünnen von Fruchtständen an der Rebe, um die Menge zu reduzieren und die Qualität zu steigern.

 

Spätlese          

Wein aus spät gelesenen, besonders reifen Trauben. Es gibt süße und trockene Spätlesen.

 

Spritzig

Frischer, lebendiger Wein mit einem Rest von natürlicher Kohlensäure, der noch ein wenig moussiert (perlt).

 

Spumante      

Italienisch für Schaumweine, der oft nach dem Champagnerverfahren produziert wird und auf dem Flaschenetikett durch die Bezeichnung Metodo classico gekennzeichnet ist.

 

St. Laurent     

Rote Rebsorte, deren Vorkommen ab dem 17. Jahrhundert im Elsaß belegt ist, heutzutage aber vornehmlich in Tschechien und vor allem Österreich, allein oder im Verschnitt, gute Ergebnisse erzielt. Die Rebe treibt früh aus, was im Elsaß eher zu Frühlingsfrostschäden führen dürfte als im geschützteren Burgenland. Die hier produzierten Rotweine können von belanglos bis zu hochwertig reichen. Wenn eine Ertragseinschränkung in Kauf genommen wird, entstehen aus St. Laurent konzentrierte, tieffarbige Rotweine, denen sogar Barrique-Ausbau gut steht.

 

Steen

In Süd-Afrika gängige Bezeichnung für Chenin Blanc, wo sie die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte ist. Die Rebsorte wird hier, wie in allen "heißen Anbaugebieten", vornehmlich wegen ihrer Säure geschätzt, obwohl den Weinen oft das charakteristische Bukett fehlt. Dies mag nicht nur an dem viel wärmeren Klima liegen, sondern auch zu hohe Erträge per ha könnten ein Grund sein. Steen wird hier, wie in ihrer Heimat, dem französischen Loiretal, zu Weinen verschiedener Art, wie Schaumwein, trockenen und halbtrockenen Stillwein und Süßwein verarbeitet. Sogar Sherry-ähnliche Weine und Weinbrand werden aus ihr hergestellt.

 

Steinfeder      

Name einer Grasart sowie Bezeichnung für eine der drei Qualitätskategorien für Weißweine aus dem Wachau. Die Kategorien wurden vom Winzerverband Vinea Wachau als zusätzliche Qualitätsgarantie ins Leben gerufen und beziehen sich auf Weißweine unterschiedlichen Alkoholgehalts: Steinfeder ist der leichteste Wein, hergestellt aus Lesegut das vor dem Anreichern einen Reifegrad zwischen 73° und 83° Oechsle erreicht haben muß. Der maximale Alkoholgehalt darf im fertigen Wein jedoch nicht über 10,7% liegen und ist somit vergleichbar mit dem deutschen Kabinett. Die Rebsorten, aus denen die Steinfederweine bereitet werden, sind meistens Grüner Veltliner und Riesling. Die beiden folgenden Kategorien nach Reifegrad sind Federspiel und Smaragd.

 

Stillwein          

Sammelbegriff für alle Weine ohne nennenswerten Gehalt an Kohlensäure.

 

Stravecchio    

Italienische Bezeichnung für "sehr alt"die man vornehmlich auf Etiketten von Destillaten und manchmal vom Vin Santo antrifft. Oft sind es Getränke, die ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge sind und im Solera-System gereift werden. Da bei dieser Lagerungsmethode die älteren Fäßer immer wieder mit jungem Wein aufgefüllt werden, ist nicht deutlich, wie alt tatsächlich der älteste Wein im Solera ist.

 

Stück

Das Standartfaß vom Rhein, traditionell aus Eichenholz, Inhalt: 1200 l, Es gibt auch Doppelstück, Halbstück und Viertelstückfässer mit entsprechendem Fassungsvermögen.

 

Supérieur       

Französische Bezeichnung für Weine, die für qualitativ hochwertiger gehalten werden als eine Normalabfüllung, da sie gesetzlich über einen höheren Mindestalkoholgehalt (meistens ein halbes Prozent) verfügen müssen. Die Angabe "Supérieur" ist freiwillig und sollte nicht unbedingt als Qualitätsgarantie verstanden werden. Für das italienische Äquivalent siehe Superiore.

 

Superiore        

Italienische Bezeichnung für DOC-Weine, die für qualitativ hochwertiger gehalten werden als eine Normalabfüllung, da sie gesetzlich über einen höheren Mindestalkoholgehalt (meistens ein Prozent) verfügen müssen. Zusätzlich werden diese Weine einer obligatorisch längeren Reifezeit, entweder im Faß, in der Flasche oder einer Kombination von beiden, unterzogen. Die gesetzliche Auflagen implizieren eine höhere Beerenreife und deshalb einen höheren Alkoholgehalt in diesen Weinen, was (zumindest theoretisch) als Qualitätsgarantie angesehen wird.

 

Sur Lie  

Französisch: Auf der Hefe gelagert. Methode, um vor allem im Holzfaß ausgebauten Weißweinen mehr Extrakt und Komplexität zu geben.

 

Süß    

Nach dem deutschen Weingesetz ist süß die Bezeichnung für einen Wein, dessen Restzuckergehalt mindestens 45g/l beträgt. Ein Süßwein ist deutlich süß, sollte aber zugleich über ein gewisses Maß an Säure verfügen, um diese Süße auszugleichen.

 

Süssreserve   

Geschwefelter Traubenmost, der Weinen zugesetzt werden kann, um sie zu süßen.

 

Sylvaner          

Trockener und leichter Weißwein aus Deutschland und dem Elsaß.

 

Syrah

Rotwein-Traube (älteste Kultur-Rebe), die einen dunklen, vollen und sehr aromatischen Wein ergibt (Shiraz in Australien und USA).

 


 

T

Tafelwein       

Qualitativ geringwertiger Wein, vin de table, vino da tavola.

 

Tannat  

Rote Rebsorte, die hauptsächlich im Südwesten Frankreichs angebaut wird, jedoch als Hauptbestandteil der Madiran-Weine am bekanntesten sein mag. Tannat verdankt ihren Namen den vielen Farb- und Gerbstoffen, die in ihren Beerenschalen enthalten sind. Diese sogenannten Tannine lassen die Weine, zumindest in der Jugend, hart und verschlossen erscheinen, weshalb das französische Weingesetz für die Madiran-Weine eine Holzfaßlagerung von mindestens 20 Monaten verordnet, in der ein Teil der Gerbstoffe ausgeschieden wird. Diese Weine sind außerordentlich lange lagerfähig, aber als solche nicht mehr zeitgemäß. Viele Winzer ziehen darum eine Keltermethode vor, wobei dem Most vor und während der Gärung absichtlich Sauerstoff zugesetzt wird. Auf diese Weise verbinden sich die Tannine oder Gerbstoffe mit dem Sauerstoff, was sie weicher macht. Trotz dieser Methode sind die meisten Exemplare noch immer sehr kräftig, zeigen sich aber schon in der Jugend fruchtig. Die Weine vertragen einen Ausbau im teuren Barrique außergewöhnlich gut und auf Grund ihrer Unbekanntheit stimmt sogar das Preis-Qualitätsverhältnis. Noch.

 

Tannin   

Auch Gerbstoff genannt. Diese Substanz kommt in Schalen, Stielen und Kernen der Trauben vor. Tannin ist besonders im Rotwein vorhanden, da beim Ausbau im Barrique das Fass zusätzlich Tannin an den Wein abgibt.

 

Tastevin          

Weinprobierschale.

 

Temperaturkontrolle

Kontrollierte Gärführung. Eine niedrige Temperatur im Gärbehälter bewirkt eine langsame Gärung. Hierdurch erhält man einen fruchtigen Wein. (Weißweine: etwa 16 bis 20 Grad Celsius, bei Rotweine: 27 bis 30 Grad).

 

Tempranillo   

Rote Rebsorte spanischer Herkunft, die hier in verschiedenen Weinen eine wichtige Rolle spielt, jedoch am bekanntesten für ihren Beitrag in Rioja ist. Rioja ist aber kein reinsortiger Tempranillowein, sondern ein Verschnitt aus Garnacha (Grenache), Mazuelo (Carignan) und Graciano. Tempranillo wird zwar als eine noble Rebsorte angesehen, es ist aber schwierig zu sagen, was ihr Charakter ist: mehr als eine unbestimmte Fruchtigkeit läßt sich nicht feststellen. Vielmehr werden die auf Basis von Tempranillo gekelterten Weine häufig durch andere Rebsorten aromatisch "aufgefüllt" und die anschließende Lagerung in amerikanischem Eichenholz, in dem die meisten spanischen Weine ausgebaut werden, verleiht ihnen zusätzlich eine deutliche Vanillenote. Tempranillo bietet aber andere Vorteile wie einen späten Austrieb und eine frühe Reife, was angeblich ihren Namen, herrührend von Temprano, früh, erklärt. Diese kurze Wachstumsphase verringert das Frostrisiko im Frühling und die von Herbstregen verursachte Fäulnis. Aber Tempranillo kann mehr: sie ergibt langlebige Weine bei relativ geringem Alkoholgehalt. Nur fehlt es ihr manchmal an genügend Säure, ein sehr wichtiges "Konservierungsmittel"bei langen Lagerperioden, weshalb auch immer wieder andere Rebsorten herangezogen werden müssen. Tempranillo wird außer in Rioja als Ull de Llebre im Penedès, Cencibel in Valdepeñas und als Tinto Fino in Ribera del Duero angebaut. Außer ihrer Heimat Spanien trifft man Tempranillo in Portugal und sogar Argentinien an.

 

Tenuta

Italienischer Begriff für Hof oder Gut, auf dem Landbau betrieben wird. Auf Flaschenetiketten bezieht der Begriff sich auf ein Gut das häufig, aber nicht ausschließlich, Wein produziert. Siehe auch Azienda.

 

Teroldego       

Rote Rebsorte, die ausschließlich in Trentino, im Süd-Tirol angebaut wird. Ihr vollständiger Name lautet Teroldego Rotaliano, abgeleitet vom Campo Rotaliano, der Ebene nördlich der Stadt Trento, wo die Rebe am besten gedeiht. Aus Teroldego wird außer einem nicht weiter bemerkenswerten Rosé ein unkomplizierter, fruchtiger Rotwein gekeltert, der mehr Komplexität aufweisen könnte, würde das italienische Weingesetz nicht den großzügigen Ertrag von 120hl/ha und mehr erlauben.

 

Terroir  

Französisch: Boden. Zusammenspiel von Boden, Lage und Klima für die Prägung des Weins.

 

Tête de cuvée  

Ein vor allem in der Bourgogne gebräuchlicher Ausdruck für die crème de la crème eines Weines


Tinta Barocca

Vom Ursprung her eine portugiesische rote Rebsorte, die vor allem für die Produktion von Portweinen angebaut wird. Die dickschaligen Beeren ergeben tieffarbige, wenn auch leicht rustikale Weine. Der große Vorteil der Rebe ist jedoch, dass sie kühlere Wetterbedingungen gut verträgt, weshalb sie sich in den Weinbergen des Douro-Gebietes auch mit weniger sonnigen Lagen zufrieden gibt. In Süd-Afrika wird sie vornehmlich für portähnliche Weine angebaut, obwohl immer öfter völlig trockene, rein aus Tinta Barocca gekelterte Weine auf dem Markt erscheinen.

 

Tinto

Spanischer Ausdruck für Rotwein (für Likörweine auch "negro").

 

Tocai Friulano

Weiße Rebsorte, die hauptsächlich in Nordwest-Italien angebaut wird und vor allem in Friuli-Venezia-Giulia zu guten Ergebnissen gelangt. Die aus Tocai Friulano produzierten Weine zeichnen sich, wie fast alle italienischen Weißweine, durch ein hohes Maß an Alkohol aus. Das Aroma erinnert an Mandeln und Birnen, ist aber oft nicht sehr ausgeprägt. Auch Barriqueausbau wird manchmal angewandt, und obwohl dies dem Wein unverkennbar geschmacklich modelliert, wird damit rasch der von vornherein schon eher diffuse Charakter des Weines übertönt. Die Rebsorte ist nicht verwandt mit dem Tokay d'Alsace, der mittlerweile von der E. U. nicht mehr zugelassenen Elsässer Bezeichnung für Pinot Gris. Ebensowenig hat Tocai Friulano mit dem weltberühmten ungarischen Süßwein Tokaji zu tun. Dieser Wein wird ausschließlich aus den weißen Rebsorten Furmint, Hárslevelü und gelbem Muskateller produziert und verdankt seinem Namen dem Anbaugebiet Tokaj-Hegalya im Nordosten Ungarns.

 

Tokajer            

Oft benutzter Name für Tokaji, einem der bemerkenswertesten Süßweine der Welt, der aus dem Weinbaugebiet Tokaj-Hegyalja im Nordwesten Ungarns stammt. Es gibt im Grunde genommen zwei Gruppen von Tokajer-Weine: die Tokaji-Szamorodni, die entweder trocken oder halbtrocken sind und die Tokaji-Aszú, die aus von Edelfäule befallenen Beeren gekeltert werden. Auch hier handelt es sich um eine Auslese: die edelfaulen Beeren werden ausselektiert und in kleine Fässern, Puttonyos genannt, mit einem Inhalt von 30 l gefüllt, während die anderen Beeren gepreßt werden. Die Tokaji-Aszú-Weine sind das Ergebnis eines Verschnitts von normalem Wein und der edelfaulen Beeren aus den Puttonyos. Das Etikett gibt dabei Ausschluß über das Verhältnis zwischen einem Faß normalen Beerensaftes (Göncer genannt, mit einem Inhalt von 130 l) und der Zahl der Puttonyos, die ihm zugegeben werden und anschließend vergären. Dabei können zwischen ein bis sechs Puttoynos einem Göncer beigemischt werden und je mehr Puttonyos, desto süßer der spätere Wein. Ein Wein, der ausschließlich aus dem Vorlauf der edelfaulen Beeren erzeugt wird, ist der sehr seltene Tokaji-Eszencia. Dieser Saft hat einen so hohen Gehalt an Zucker, dass die Hefe abstirbt bevor sie ihre Aufgabe völlig zu Ende gebracht hat. Das Ergebnis ist ein sehr süßer Wein bei niedrigem Alkoholgehalt (6-10%).

 

Tokaji

Ungarische Bezeichnung für die üblicherweise als Tokajer bekannte Weißweinspezialität.

 

Tokay

Runder, voller Weißwein (im Elsaß früher Bezeichnung für Wein aus der Pinot gris-Traube).

 

Tokay d'Alsace  

Traditionell die elsäßische Bezeichnung für einen aus Pinot Gris gekelterten Weißwein. Die Verwirrung mit dem mindestens so berühmten ungarischen Wein Tokaji (auch oft Tokajer geschrieben), der jedoch aus der Rebsorte Furmint gekeltert wird, veranlaßte die EU-Weingesetzgebung, der Namensähnlichkeit ein Ende zu setzten, in dem es den Elsäßern den Gebrauch des Namens untersagte. Proteste führte zu dem Kompromiß, dass, befristet, der elsäßische Wein Tokay Pinot Gris genannt werden darf.

 

Traube

Frucht der Rebpflanze.

 

Traubenmühle

Gerät zum Mahlen der Beeren zwischen zwei gegeneinander laufenden Gummirollen, um aus Trauben Maische herzustellen.

 

Traubensaft   

Most. Entsteht durch Mahlen bzw. Pressen der Trauben.

 

Traubenwickler            

gefährlicher Schädling (Wurm), der die Rebpflanze befällt und diese zerstört. Wird mit Insektiziden bekämpft.

 

Traubenzucker

(Saccharose) Besteht aus Glucose und Fructose. In der Reifezeit nimmt der Gehalt an Traubenzucker stetig zu und parallel dazu die Säure stetig ab.

 

Trebbiano       

Italienische Bezeichnung für die weiße Rebsorte Ugni Blanc. Trebbiano ist weltweit eine der am häufigsten angepflanzten Rebsorten, ohne dass eine innere Qualität dies befriedigend erklären kann. Trebbiano ist meistens für ausdruckslose Weine verantwortlich oder Hauptbestandteil von Weißweinverschnitten, zu denen sie nichts anders als ihre Menge beiträgt. Dies ist nämlich die Hauptattraktion des Trebbiano: mühelos erreicht sie enorme Erträge per ha, die vom italienischen Weingesetz noch immer nicht eingeschränkt werden. Das hat weniger damit zu tun, dass man nur dem wirtschaftlichen Faktor Gewicht beimißt, denn die Literware, für die Trebbiano verantwortlich ist, findet immer weniger Absatz. Das Problem ist vielmehr, dass in ganz Italien ein enormes Areal mit dieser Rebsorte bepflanzt ist, das nicht von heute auf morgen verschwinden wird. Das Weingesetz erlaubt deshalb in den meisten DOC's in Italien einen unterschiedlich großen Trebbiano-Anteil. Sie ist sogar in vielen Rotweinen, wie z.B. in Chianti, eine zugelassene Ingredienz. Da sie nicht zur Qualität beiträgt, nur den Weinen zu einer gewissen früheren Trinkreife verhilft, veranlaßte dies viele Produzenten Trebbiano nicht länger für ihre Rotweine zu benutzen und sie stattdessen zu einem Weißwein zu verarbeiten. Meistens mit einem Zusatz von Chardonnay, entsteht ein akzeptables Getränk, das zuerst den Markt auch eroberte, sich jetzt jedoch auch vor Absatzprobleme gestellt sieht. Ein niedriger Alkoholgehalt sowie eine hohe Säure der aus ihr hergestellten Basisweine, macht Trebbiano für die Weinbrandproduktion nahezu ideal. Sie ist der Hauptbestandteil des Cognac.

 

Trester

Ausgepreßte Schalen mit den Kernen. Wird als Brennstoff, organischer Dünger oder als Grundstoff für die Destillation von Tresterschnaps (Grappa) weiterverwendet.

 

Tresterhut      

Bei der Maischegärung schwimmt der Tresterhut (Schalen, Stiele und andere feste Traubenbestandteile) auf dem Saft.

 

trocken            

Trockene deutsche Weine dürfen bis zu 9 Gramm Restzucker pro Liter enthalten. Die meisten europäischen trockenen Weine haben nicht mehr als 2 Gramm Zucker pro Liter.

 

Trockenbeerenauslese (TBA)

Prädikat für die höchste Stufe der Güteklasse "Qualitätswein mit Prädikat" (Das Mindestmostgewicht beträgt in Deutschland 150° Öchsle).Nur aus rosinenartig eingetrockneten Beeren gewonnen, die einzeln aus einer Traube herausgepickt werden. Der Alkoholgehalt ist sehr gering (mind. 5,5%). Berühmte TBA kommen aus Deutschland, Elsaß und Österreich (Neusiedlersee). Auch Sauternes und Barsac aus dem Bordelais.

 

Trollinger        

Deutscher Name für eine rote Rebsorte, die in Italien als Schiava bekannt ist. Sie wird hier hauptsächlich in Süd-Tirol angebaut und gelangte im 17.Jh. nach Württemberg, wo sie Trollinger, nach ihrer Herkunft Tirol, genannt wurde. Noch heutzutage ist ihre Verbreitung fast ausschließlich auf Württemberg beschränkt, da die Rebe sehr spätreifend ist (sogar später als Riesling), weshalb sie anderswo in Deutschland unbeliebt ist. Das mag auch damit zu tun haben, dass Trollinger eher eine bescheidene Rebe ist, die oft als Tafeltraube angebaut wird. Die Württembergischen Weine sind zudem lokale Spezialitäten, die außerhalb der Landesgrenzen nicht recht verstanden werden: blaß in der Farbe und oft mit einer leichten Restsüße präsentieren sich die meisten Exemplare. Es läßt sich jedoch leicht vermuten, dass die Erscheinungsform sowie die Qualität der Weine mit den enorm hohen Erträgen (mehr als 100hl/ha sind keine Ausnahmen), die Trollinger abverlangt werden, zu tun hat.

 


 

U

Ugni Blanc      

Französische Bezeichnung für die italienische Trebbiano. In beiden Ländern ist sie die am häufigsten angebaute weiße Rebsorte. In Frankreich wird sie vor allem für die Cognac- und Armagnacproduktion angewandt, jedoch ist das mit ihr bepflanzte Areal vor allem in Südfrankreich so groß, dass Ugni Blanc fast in allen hier hergestellten Weinen ein fester Bestandteil ist. Das Hauptmerkmal der Rebe ist ihre Fähigkeit, enorme Erträge per ha zu produzieren, wobei sehr neutrale Weine entstehen. Der niedrige Alkoholgehalt macht die aus ihr gewonnenen Basisweine für die Destillation sehr geeignet, während vor allem in warmen Weinbaugebieten Ugni Blanc´s hoher Säuregehalt sehr geschätzt wird.

 

Umpfropfen  

Aufsetzen eines Reises einer neuen Rebsorte auf den abgesägten Stamm des alten Rebstocks.

 

Umpumpen   

Bei der Maischegärung wird damit die Extraktion intensiviert. Dabei zieht man den gärenden Wein unten im Tank ab und gibt ihn mit einem Schlauch wieder oben auf den Tresterhut, so daß dieser umspült wird.

 

Unterlagsrebe  

Reblausresistenter Rebstamm mit Wurzelsystem amerikanischen Ursprungs.

 

Ursprungsbezeichnung            

Gesetzlich geschützte Herkunftsangabe auf dem Weinetikett.

 


 

V

V.D.Q.S            

(Vin délimité de qualité superieur) Wein höherer Qualität aus einer bestimmten, genau abgegrenzten Gegend. Rangiert nach dem französischen Recht hinter den A.C.-Weinen.

 

Valpolicella     

Einfacher Rotwein aus der Gegend um Verona.

 

VdP   

Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter. Freiwilliger Zusammenschluß von 184 deutschen Spitzen-Weingütern, die an sich selbst und ihre Weine höhere Qualitätsanforderungen stellen als das Weingesetz und die regionalen Weinbauverbände.

 

VDQS

(Vin Délimité de Qualité Supérieure) Wein höherer Qualität aus einer bestimmten, genau abgegrenzten Gegend. Rangiert nach dem französischem Recht hinter den AC-Weinen

 

Vendange      

Französisch für Spätlese. Siehe für mehr Details Vendange.

 

Vendange Tardive      

Französisch: Spätlese. Vor allem im Elsaß gebräuchliche Bezeichnung für edelsüße Weine, die der Auslese in Deutschland vergleichbar sind.

 

Vendemmia  

Italienisch für Jahrgang oder Ernte. Eine Jahrgangsangabe auf einem Weinetikett garantiert, dass der Wein aus diesbezüglichem Jahr stammt.

 

Vendimia        

Spanische Bezeichnung für Ernte, Weinlese, wird auch im Sinne von Jahrgang gebraucht.

 

Verde   

Portugiesisch für grün. Mit dem Begriff wird im Allgemeinen ein junger Wein, der nicht nur weiß, sondern auch rot sein kann, bezeichnet. Siehe auch Vinho Verde.

 

Verdejo           

Weiße Rebsorte, die fast exklusiv in Nordwest-Spanien, in Rueda angebaut wird. Sie wird meistens zusammen mit Palomino (eine traditionelle Ingredienz des Sherrys) und Macabeo, zu einem trockenen, frischen Weißwein verarbeitet. Ein anderer wichtiger Verschnittpartner des Verdejos ist zunehmend Sauvignon Blanc. Nicht nur im Zuge der Moderebsorten hat die Anpflanzung von Sauvignon Blanc zugenommen. Der Grund, warum Palomino in den Weißweinen der Rueda noch immer eine prominente Rolle spielt, hat mehr mit ihren ergiebigen Erträgen als mit ihrer hohen Qualität zu tun. Da heutzutage der Markt für Qualitätsweine zu Lasten der Literware stetig zunimmt, spornt die lokale Behörde den Winzer an, Palomino durch die hochwertigere Verdejo zu ersetzen.

 

Verdicchio      

Charaktervolle weiße Rebsorte, die vornehmlich in Marche, südöstlich der Toskana, angebaut wird. Die hohen Erträge (über 100 hl/ha) die vom italienischen Weingesetz erlaubt werden, sowie der Zusatz von bis zu 15% Trebbiano, einer Rebsorte die für sehr viele ausdruckslose Weißweine in Italien verantwortlich ist, trüben jedoch Verdicchios Potential. Die Rebe wird vorrangig für ihren hohen Säuregehalt geschätzt und deshalb oft für die Produktion von Schaumweinen benutzt. Traditionell wurden die Stillweine aus Verdicchio auf der Maische vergoren, was den Wein tiefer in der Farbe und voller im Geschmack erscheinen läßt. Diese Methode trifft jedoch nicht mehr den heutigen Geschmack und moderne Kellertechniken ergeben jetzt saubere, relativ neutrale Weine. Dass Verdicchio mehr kann, beweisen Exemplare, die aus den besten Weinbergslagen, aus der Unterzone Matelica, stammen. Aber auch hier gilt, dass vor allem niedrigere Erträge der erste Schritt zu mehr Qualität ist.

 

Veredeln        

Aufpfropfen eines Edelreises auf eine Unterlagsrebe (umpfropfen).

 

Vermentino   

Weiße Rebsorte, die unter diesem Namen in ganz Italien, aber vor allem in Sardinien angebaut wird, während sie im Süden Frankreichs unter dem Namen Rolle bekannt ist. Es handelt sich dabei aber um die gleiche Rebsorte. Die Weine, die sie hervorbringt, sind aromatisch und zeichnen sich durch Frische aus, eine Eigenschaft, die in warmen Weinanbaugebieten sehr geschätzt wird. Ein Grund, weshalb sie in Südfrankreich immer öfter anzutreffen ist, beispielsweise zusammen mit Roussanne und Marsanne in weißen Cotes du Roussillon-Weinen, oder reinsortig als AOC Bellet, einer der kleinstens Appellation d'Origine Controlée- Gebiete Frankreichs.

 

Vernaccia        

Italienischer Allgemeinbegriff für weiße und rote nicht verwandte Rebsorten. Die bekannteste dürfte aber die Vernaccia di San Gimignano, sowohl die Bezeichnung eines toskanischen Weinbaugebietes, als auch der Name des hier produzierten Weißweins, sein. Es war dieser Wein, der als erster in der Geschichte des italienischen Weinbaus 1966 eine kontrollierte Herkunftsbezeichnung, DOC genannt, bekam. Da ihr vor allem der ausdruckslose Trebbiano Konkurrenz in den Weinbergen machte, war diese Auszeichnung jedoch mehr als Rettungsversuch für den verdrängten Vernaccia-Wein als eine wirkliche Qualitätsanerkennung aufzufassen. Die Weißweine aus Vernaccia di San Gimignano zeichnen sich oft durch Frische und eine gewissen Neutralität aus, was manche Produzenten zu Experimenten mit Barrique veranlaßt hat. Unter der Bezeichnung Vernaccia di Oristano wird auf Sardinien aus einer der Vernaccia di San Gimignano nicht verwandten, aber gleichnamigen Rebsorte ein Sherry-änlicher Wein produziert.

 

Verschneiden   

Mischen von unterschiedlichen Weinpartien, Rebsorten oder Weinen aus verschiedenen Regionen zu einem neuen Wein.

 

Verschnitt      

Ein Wein, der das Ergebnis einer Mischung von verschiedenen Mosten oder Grundweinen ist. Siehe Assemblage.

 

vieilles vignes

Französisch: alte Reben. Je älter die Reben, desto extraktreicher und mineralstoffhaltiger sind die Weine.

 

Vigna

Italienisch für Weinberg oder Einzellage, oft gefolgt von einem Namen, wobei es sich häufig um Phantasienamen handelt. Das italienische Weingesetz versucht dies zu unterbinden und verpflichtet den Winzer, die genauen Grenzen der Lage überprüfen zu lassen, bevor er sie namentlich auf dem Etikett seines Weines erwähnen darf. Das heißt nicht , dass es keine hervorragenden und namensbekannten Einzellagen in Italien gibt (vor allem in Piemonte ist die Einzellage ein bekanntes Phänomen), sie wurde bis vor kurzem nicht vom Weingesetz speziell berücksichtigt. Da die Angabe einer Einzellage auf dem Etikett eine größere Gewinnspanne, jedoch nicht automatisch eine Qualitätszunahme bedeutet, wird sie in der Zukunft immer öfter auf Weinetiketten erscheinen. Siehe auch DOC.

 

Vigna Vigneto   

Italienisch: Weinberg.

 

vigne

Französisch: Rebstock

 

Vigneto           

Italienisch für Weinberg. Wenn darauf ein Name folgt, wird mit der Bezeichnung auch häufig eine Einzellage gemeint. Siehe auch Vigna.

 

vignoble          

Weinberg, Weinbaugebiet

 

Village  

Französisch für Dorf und auf Flaschenetiketten die Bezeichnung für Weine, die aus einem oder mehreren Dörfern stammen, z.B. Côtes-du-Rhône-Villages. Die gesetzlichen Auflagen bei der Produktion dieser Weine sind vergleichsweise strenger als für Weine ohne diese Nachsilbe. Ein Dorf kann einen Aufstieg über der Villages-Qualitätsstufe anstreben, wobei der Name des Dorfes auf dem Etikett erwähnt werden darf, wenn es sich beim Anbau und der Produktion seiner Weine noch strengeren Regeln unterwirft.

 

vin blanc          

Französisch: Weißwein

 

VIN CUIT         

Französisch: gekochter Wein. Zu festlichen Anlässen wird aus gekochtem Roséwein ein süßer Dessertwein hergestellt.

 

vin de pays     

Französisch: (einfacher) Landwein.

 

vin de table    

Französisch: Tischwein. Tafelwein von einfacher Qualität.

 

Vin Doux Naturel        

Französischer Begriff, mit dem bestimmte Süßweine angedeutet werden. Doux steht hier für süß, während Naturel auf "natürlich" deutet. Jedoch ist die Restsüße das Ergebnis einer vorzeitigen Unterbrechung der Gärung bevor der gesamte Zucker in Alkohol umgesetzt ist, die durch Alkoholzusatz zustande gekommen. Die Alkoholzugabe ergibt eine hochgradige Lösung, in der die Hefe abstirbt. Der Zucker, der dabei nicht mehr in Alkohol umgesetzt worden ist, gibt dem Wein seinen süßen Geschmack. Dieses Verfahren wird auch bei der Produktion von Portwein angewandt.

 

vin mousseux   

Französisch: Schaumwein

 

vin rouge        

Französisch: Rotwein.

 

viña   

Spanisch: Weinberg

 

Vinho Verde  

Der Name steht sowohl für das Weinbaugebiet im Nordwesten Portugals als auch für die hier produzierten Weine. Vinho Verde heißt wörtlich "Grüner Wein", mit dem aber nicht ausschließlich Weiß- sondern auch die hier angebauten Rotweine angedeutet werden, die aber beide jung getrunken werden sollten. Die Weine sind durchaus säurebetont und haben ein auf der Zunge deutlich bemerkbares Prickeln. Traditionell wurden die Weine dem biologischen Säureabbau (BSA) unterzogen, bei dem ein Teil der bissigen Apfelsäure in weichere Milchsäure umgewandelt wird. Zusätzlich entsteht bei diesem biochemischen Prozeß Kohlensäure und weil die Weine unmittelbar nach der Gärung abgefüllt und getrunken werden, blieb ein Teil der Kohlensäure im Wein erhalten. Heutzutage wird mit modernster Kellertechnik der biologische Säureabbau meistens unterdrückt und die Kohlensäure dem Wein künstlich zugesetzt. Der weiße Vinho Verde ist mittlerweile kein Unbekannter mehr und kann beachtlich sein, vor allem wenn er aus Alvarinho (in Spanien Albariño genannt) gekeltert wird. Die Rotweine sind für viele Weintrinker sehr ungewöhnlich und finden außerhalb Portugal selten Absatz.

 

Vinifikation    

Weinbereitung. Keltern der Trauben und Vergären des Mostes.

 

Vino Da Tavola  

Italienisch: Tafelwein. Kategorie für einfache, aber inzwischen auch für sehr hochwertige Weine, die nicht in die Kategorien des DOC passen.

 

Viño Verde    

grüner Wein (portugiesisch); Portugiesischer junger Weißwein. Wird sehr jung getrunken, leicht prickelnd.

 

Vintage            

Englisch: Jahrgang.

 

Viognier          

Weiße Rebsorte, die ursprünglich fast ausschließlich im nördlichen Rhônetal in verschwindend kleinen Mengen angebaut wurde und trotzdem oder gerade deswegen fast über Nacht zu Kultstatus gelangte. Die Weine, die aus Viognier gekeltert werden, zeigen meistens ein tiefes Gelb. Sie sind vollmundig, verfügen über einen hohen Alkoholgehalt und ein sehr aromatisches Bukett, das an Pfirsich und Aprikosen erinnert. Da der Wein jedoch über relativ wenig Säure verfügt, ist seine Lebensspanne geringer, als normalerweise von anderen "seriösen" Weinen erwartet wird. Gerade die Lebensdauer eines Weines wird von Kennern häufig als wichtiger Merkmal seiner Größe betrachtet und ist oft einer der Gründe der hohen Preise, die diese Weine erzielen. Trotz diese "Fehlers" sind die Viognier-Weine meistens sehr teuer. Wie oft bei Modeerscheinungen, ist die Versuchung, Kapital aus Viogniers Popularität zu schlagen, groß. Die mit ihr bepflanzten ha haben nicht nur in Frankreich, vor allem im Languedoc-Roussillon, sondern auch in Kalifornien und Australien zugenommen. Obwohl viele dieser Anlagen relativ jung und teilweise noch nicht völlig in Produktion genommen sind, zeigen manche Weine, dass Viognier auch anderswo zu guten, wenn auch oft leichteren Ergebnissen gelangt.

 

Vitigno

Italienisch für Rebsorte.

 

Vitis Vinifera  

Lateinische Bezeichnung für die aus Europa stammende, speziell zur Weinerzeugung geeignete Rebpflanze.

 

Vollmundig    

Voller, körperreicher Wein mit höherem Alkoholgehalt.

 

Vorlauf

Vorlauf ist die Bezeichnung für Beerensaft, der vor dem eigentlichen Pressen des Mostes ohne  Druck aus dem Kelter läuft.

 

Vorlaufmost  

Der hochwertige Mostteil, der nach dem Mahlen der Trauben ohne weiteres Pressen von der Kelter läuft.

 

Vqprd   

Vin de qualité produit dans des régions déterminées (französisch). Entspricht dem deutschen Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete (QbA).

 


 

W

Weich   

Bekömmlicher Wein mit wenig Säure.

 

Weinsäure     

Hochwertige Säure, die den größten Teil an der Gesamtsäure des Weins ausmacht, in kühlen, regnerischen Jahren jedoch im Geschmack von der harten Apfelsäure dominiert werden kann.

 

Weinstein       

Kristalline Ablagerungen der Weinsäure, die sich im Jungwein, vor allem aber im Laufe des Alterungsprozesses auf dem Flaschenboden von Weißweinen bilden können. Kein Weinfehler, beeinträchtigt auch nicht den Geschmack.

 

Weißburgunder           

Deutscher Synonym für die weiße Rebsorte Pinot Bianco.

 

Weisser Riesling          

Bezeichnung für den vor allem in Deutschland gepflanzten Riesling.

 

Weißherbst   

In Deutschland Bezeichnung für einen Rosé aus einer einzigen Rotweinsorte.

 

Welschriesling  

Weiße Rebsorte die, abgesehen vom Namen, mit ihrer noblen Namensgeberin Riesling wenig gemeinsam hat. Es ist die gleiche Rebsorte, die in Italien als Riesling Italico, in Ungarn als Olaszriesling und in der Tschechoslowakei als Laskiriesling, um nur einige der schier endlosen Reihe von Synonymen zu nennen, bekannt ist. Verständlicherweise ist dieser ambitionierte Name dem deutschen Winzer ein Dorn im Auge, weshalb er nicht müde wird in Straßburg auf Gesetzgebung zu drängen, die den Namen ausschließlich für das deutsche Original reserviert. Dies alles lenkt von der Tatsache ab, dass Welschriesling gar nicht so schlechte Ergebnisse abliefert, wie der Namenstreit vermuten läßt. Die Rebsorte bekommt aber im Anbau selten die Aufmerksamkeit, die ihre Qualitäten unterstreichen könnten . Sie wird vor allem in Zentral-Europa für ihr spätes Austreiben (wodurch Frühlingsfrost kaum eine Gefahr für sie darstellt), ihren hohen Säuregehalt und nicht zuletzt für ihren hohen Ertrag per ha geschätzt. Ein See von ausdruckslosen, oft lieblichen Weinen wird jedes Jahr aus ihr gekeltert, was ihrem Ruf schadet. Dabei zeigen Exemplare aus Nord-West Italien, vor allem Süd-Tirol, Friuli-Venezia-Giulia und den Colli Bolognesi, im Emilia-Romagna, dass, bei gewissenhafter Arbeit, schmackhafte Weine entstehen können. Im österreichischen Burgenland werden, wenn das Wetter es zuläßt, sogar Trockenbeerenauslesen aus ihr bereitet.

 


 

X

Xynomavro    

Rote Rebsorte, die im Norden Griechenlands angebaut wird. Obwohl Griechenland nun nicht gerade als Produzent hochwertiger Weine bekannt ist, hat dies im Allgemeinen mehr mit der veralteten Kellertechnik als mit dem tatsächlichen Potential zu tun. Dass die vielen, bis jetzt noch exotisch klingenden, einheimischen Rebsorten den Antrieb für die moderne griechischen Weinindustrie geben werden, beweisen u.a. die Rotweine aus Xynomavro. Der Name der Rebe deutet auf das hohe Maß an Säure (Xyno) und die in der Jugend tiefschwarze Farbe (Mavro) hin. Bei längerer Lagerung entwickeln sich die Weine hervorragend, obwohl bis jetzt solche Exemplare außerhalb Griechenland selten gesichtet werden. Wegen ihrer hohen Säure wird sie außerdem für die Schaumweinproduktion benutzt.

 


 

Z

Zentrifugieren

Methode, um die Weißweinmoste vor der Gärung zu säubern. Umstritten, da nicht sehr schonend.

 

Zinfandel        

Rote Traube, die hauptsächlich in Kalifornien zu finden ist. Aus ihr werden Rotwein, aber auch Weißwein und Rosé hergestellt.

 

Zucker  

Traubenzucker.

 

Zweite Gärung

Ausdruck für malolaktische Gärung.